A-039: Verbandspolitik und Revierverflechtung im Braunkohlentagebau, mit Kellershohn, Jan {LVR geSCHICHTEN}

Shownotes

Dies ist eine Auftragsproduktion für den LVR geSCHICHTEN

Link zur Tagung "Das vergessene Revier?"

Hinweise

Initiator der Tagung war die Landeszentrale für politische Bildung NRW unter ihrem damaligen Leiter Dr. Guido Hitze. Veranstalter der Konferenz waren neben der Landeszentrale für politische Bildung auch das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, das LVR-geSCHICHTEN-Team und das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath, wo die Tagung auch stattfand.

Verknüpfte Folgen

Die Geschichte des Braunkohlebergbaus im Rheinischen Revier, mit Dr. Guido Hitze {LVR geSCHICHTEN} (24.09.2023)

Das Lausitzer Revier, mit Heidi Pinkepank und Dr. Lars Scharnholz {LVR geSCHICHTEN} (05.12.2024)

Der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau vor und nach der Wende, mit Dr. Jan Kellershohn {LVR geSCHICHTEN} (17.07.2025)

Sonderreihe zur Tagung "Das vergessene Revier? Die Geschichte der Braunkohlenförderung im Rheinischen Revier" (30.06.2026)

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Die Episoden werden thematisch und nicht nach Erscheinungsdatum nummeriert. Für einen chronologischen Durchgang zur europäischen Geschichte sollten die Episoden nach Namen sortiert werden. Unten in den Shownotes findet ihr die Liste der einzelnen Kategorien!

schwarze0fm hatte als Hobbyprojekt begonnen - inzwischen habe ich aber durch Auftragsproduktionen und Crowdfunding die Möglichkeit gewonnen, mehr und bessere Folgen für Geschichte Europas zu produzieren. Das Prinzip "schwarze Null" bleibt - die Einnahmen werden verwendet, für mich Rahmenbedingungen zu schaffen, den Podcast zu betreiben und weiterzuentwickeln. In dieser Folge habe ich das ausführlich erklärt.

This episode of "Geschichte Europas" by schwarze0fm (Tobias Jakobi) first published 2026-07-09.

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00:00:00: In diesem Sinne ist die Entscheidung für den Tieftagebau in Nordrhein-Westfalen auch eine Entscheidung, die eben über den Debrif und diesen Eliten- und Wissenspersonentransfer organisiert wurde.

00:00:13: Und das wiederum ist eben eine Geschichte, wie ich argumentiere nur verstehen lässt wenn man die Geschichte des Braunkohlenbergbos aus der Perspektive der Revierverflechtung erzählt.

00:01:00: Diese Folge von Geschichte Europas ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt Geschichten Reiniges Revier.

00:01:07: Das Interview ist Teil der Berichterstattung zur Tagung Vergessenes Revier, die von der Landeszentrale für politische Bildung NRW initiiert wurde und neben der Landeszentrale vom LVR Institut für Erlandeskunde und Regionalgeschichte, vom Team der LVR Geschichten und dem den Browninghausen Herzogenrat veranstaltet wurde.

00:01:29: Ich breche mit Dr.

00:01:30: Jan Kellershon über Verbandspolitik und Revierverflechtungen im deutschen Braunkohlenbergbau.

00:01:36: Dabei schauen wir uns die Rolle von Unternehmungsverbänden seit dem Kaiserreich an, sprechen über Kartellpolitik, Wissensaustausch und über die wirtschaftliche Selbstorganisation einer Branche, die sich über mehrere Reviere in ganz Deutschland erstreckte und erstreckt.

00:01:52: Und am Schluss – das ist kein Witz – geht es auch noch kurz um kleine alte Kröten!

00:01:57: In den Show-Nords der Folge findet ihr Kontaktmöglichkeiten für Fragen, Feedback und Kommentare sowie Möglichkeiten wie ihr mich und diesen Podcast unterstützen könnt.

00:02:06: Etwa durch Spendenwehrpapern und Kofi oder durch regelmäßige Beiträge über Steady & Kofie.

00:02:13: In den show-nord gibt es auch eine Liste inhaltlich verkiffter Folgen die sich jetzt aktuell gehalten wird und zentral ist dabei die Ankündigungsfolge zu Tagen über das vergesstene Revier auf dem Herr Kellersohn sein Thema vorgestellt hatte Er war auch schon einmal hier zu Gast gewesen und zwar zum Mitteldeutschen Revier rund um das Wendejahr,

00:02:56: um die Transformation zum Deindustrialisierungsgeschichte, die wir in einem Bandprojekt jetzt kurz vor dem Erschein steht behandelt haben.

00:03:06: Sondern mein eigentliches Interesse an der Geschichte des Braunkohlenbergs.

00:03:11: was kommt?

00:03:13: Werker aus der Geschichte das neunzehnten Jahrhundert und der Genese oder der Industrialisierung dieser Branche.

00:03:23: Das hat aber natürlich auch einen eminent zeitistorischen Charakter, also einen eminenten Hintergrund in der jüngsten Zeitgeschichte.

00:03:35: Der ein bisschen auf die Erinnerungslandschaft des Braunkohlenbergbos beziehungsweise der Erinnerungslandschaft, der Industriegesellschaft oder auch der Industrikultur verweist.

00:03:48: und das ist eigentlich... in die Geschichte oder mein Vortrag, in meine konzeptionellen Überlegungen zur Verbandspolitik oder zur Verbanzgeschichte selbst.

00:04:02: Der Vortakt der fand ja statt im Rahmen der Tahrung das vergessen Revier.

00:04:07: es geht um Verbandspolitik und Revierverflechtung.

00:04:10: was ist sinnvoller zu besprechen?

00:04:11: erst einmal was Verbands-Politik und revierverflechtung sind oder warum der Zeitraum von der Weimarer Republik bis heute deutschen Teilung gesprochen wurde.

00:04:19: Vielleicht erst mal diesen Begriff der Revierverflechtung.

00:04:22: Denn ausgehend von den Überlegungen, die ich auch in der letzten Folge zur Geschichte der Ninzehundertneunzigerjahre im Mitteldeutschen Revier dargelegt habe ist die Überlegung das in der Deindustrialisierungsgeschichte in West- und Ostdeutschland seit den Sechzigern bzw dann mit der Dynamisierung und dem Strukturbruch in den Neunzehnundneinziger Jahren Eine spezifische Perspektive sich durchgesetzt hat auf Deindustrialisierung und auf Industrie zu gucken, nämlich eben im Modus des regionalen.

00:04:54: Das hat sich paradigmatisch durchgesetzt.

00:04:58: das leuchtet wahrscheinlich unmittelbar ein eben im Ruhrgebiet wo diese Vorstellung es gäbe eine Industrieregion die einen wandel einen tiefgreifen Wandel durchlebt sich eben am deutlichsten Manifestiert hat und auch in entsprechende Geschichtsvermittlungen öffentliche Darstellung von Geschichte, eine Geschichtskultur eben gegossen hat.

00:05:21: Diese Vorstellung von Industrieregionen kommt, hat jetzt selbst eine Geschichte.

00:05:26: die führt zurück in die neunzehnhundertzwanziger Jahre und in die Geschichte der Raumplanung und der Entstehung der Wirtschafts- und Raumplanungen im Deutschstreich also in der Weimarer Republik.

00:05:40: Und diese so habe ich würde ich mit Blick auf die Deindustrialisierungsgeschichte argumentieren.

00:05:47: Diese Region, also diese Vorstellung dass sich wirtschaftlicher Wandel vor allem im regionaler Ebene äußert ist eben eine Vorstellung die besonders in den Industrialisierungsprozessen virulent wird weil das heißt da Bedeutung erhält weil sich dadurch wirtschaftliche und soziale Wande eben auch steuern lässt und auch industriekulturell sagen wir mal Einfangen lässt.

00:06:13: Das wiederum aber stärkt oder prägt unseren Blick auf die Geschichte.

00:06:19: und das hat bei Industrieregionen, die sagen wir mal mono-industriell und auch monolithisch funktioniert haben oder vermeintlich monolitisch.

00:06:28: Auch da kann man ein großes Fragezeichen dann setzen.

00:06:30: Funktioniert das in einer gewissen Weise?

00:06:32: Das funktioniert also zum Beispiel im Ruhrgebiet.

00:06:37: scheint zu funktionieren im Saarland.

00:06:39: Der Braunkohlenbergbau aber bietet eine zentrale Herausforderung und die zentraler Herausforderung liegt eben daran, dass es nicht die eine Braunkohleregion in Deutschland gibt sondern das wir eben... Das ist schon gar nicht so einfach zu beantworten.

00:06:53: je nach Zahlen und je nach Zählung haben wir drei bis man könnte vielleicht sagen fünf oder sechs braunkohle Regionen in Deutschland.

00:07:04: also das Investitionsgesetz Kohlerregion dass jetzt den aktuellen Strukturwandelprozess moderiert und den Ausstieg aus dem Braunkohlen-Tagebau organisieren soll.

00:07:13: Und begleiten soll, geht von drei braunkohlerivieren aus.

00:07:18: das ist glaube ich heute auch bekannteste Zählung also eben das reine Revier, das mitteldeutsche Revier und das Lausitzerbraunkohlerrevier wobei das muss dazugesagt werden, dass Mitteldeutscher Revier in dem Fall sogenannte Helmstädter Revier, also an der Niedersächsisch-Sachsen-Analtischen Grenze im Nord-, sozusagen nördlich von Halle gelegen.

00:07:43: Also nicht in engeren Mitteldeutschen Revier zwischen Leipzig und Halle gelegt einschließt.

00:07:49: Diese Zählung wiederum, diese man könnte sagen Dreiteilung des Braunkohlenwegbaus ist eben eine sehr junge Vorstellung.

00:07:55: Das ist eigentlich eine Vorstellung die allenfalls auf die neunziger Jahre zurückzuführen ist wenn sie nicht sogar erst Das müssen wahrscheinlich dann seit HistorikerInnen in vierzig Jahren eruieren, wenn sie nicht sogar erst im Zuge der Verhandlungen rund um das Investitionsgesetz Kohleregion entstanden ist.

00:08:13: Denn ältere Zahlungen sahen ganz anders aus.

00:08:16: Da haben wir Reviere – also viel mehr Revieres gab.

00:08:19: noch das hessische Braunkohlenrevier, dass in der Bundesrepublik, also in Westdeutschland auch noch als eigenes Revier geführt wurde.

00:08:28: Wir haben das Oberpfälzer Oberpfälzer Braunkohlenrevier.

00:08:35: Wir haben ein mitteldeutsches Revier, das in der Zählung oder in der Betrachtungsweise der Weimacher Republik auch die Lausitz zumindest in weiten Teilen mit einschließt und ein ostdeutsjes Braunkohlenevier, dass sozusagen östlich von Frankfurt an der Oder liegt.

00:08:52: also was ich damit sagen will ist die Raumwahrnehmung.

00:08:56: zählweise von Revieren verschieben sich In der Geschichte und meine Überlegungen Konzeptioneller Art tragen genau dieser Verschiebung Rechnung.

00:09:06: Sie gehen nämlich von der Annahme aus, dass der Braunkohlenbergbau als eine zentrale schwerindustrielle Branche der deutschen Geschichte auch eine neue Erzählweise braucht.

00:09:19: sie muss nämlich eben diesen Regionenbegriff selbst historisieren und das führt mich zum Begriff der Revierverflechtung.

00:09:28: wenn wir nämlich eine Branche haben die sich über mehrere Reviere beim ihre Regionen erstreckt, liegt ja zunächst einmal die Arbeitshypothese nahe.

00:09:37: und wie geht es dann am Ende?

00:09:38: Die Arbeitshypotheese nah das ist zwischen diesen Regionen Verflechtungen und Austausch gibt.

00:09:44: Dass wir also die Geschichte dieser Branche nicht als Geschichte des Braunkohlenberg-Boss im Mitteldeutschen Revier, Geschichte des Braunkohlenberger Boss im Rheinischen Revier

00:09:52: usw.,

00:09:53: sondern dass wir das eben über alle politische Zäsuren hinweg als eine Geschichte dieser Branche betrachten die man eben als transregionale Geschichte erzählen muss und dazu dient mir eben der Begriff der Revierverflechtung.

00:10:12: Ich habe das jetzt in diesem Vortrag, der Grundlage ist für diesen Podcast und in dem Aufsatz der dann auch dazukommen wird.

00:10:21: Habe ich das eben einmal versucht?

00:10:23: Beispiel der Verbandspolitik kommt gleich vielleicht noch mal zu ein klassisches Thema der Wirtschafts- und Sozialgeschichtsschreibung einmal durchzubuchstabieren, was eine solche transregionale Perspektive eigentlich bedeutet.

00:10:37: Was das für Perspektiven eröffnet, was es für Lesarten eröffnete, was eben für die einzelnen Reviere bedeutet, was das aber auch für die Geschichte dieser Branche in ihren weiteren Bezügen und in ihren weiteren Perspektiven

00:10:53: bedeutet.".

00:10:56: geschichtswissenschaftlichen Grundbegriff geklärt sind, kommen wir zum Zeitraum.

00:11:00: Der Vortrag selber – das hatte ich gesagt – ging um die Zeit der Weimarer Republik bis zur deutschen Teilung.

00:11:06: Diese Verflechtung einerseits auf eine Informellen später auch auf einer formellen Ebene mit den Verbänden ist aber schon älter als die Weimarere Republik.

00:11:14: Das beginnt schon in oder sogar vor der Kaiserzeit.

00:11:19: Genau also die Geschichte der Verbandsorganisation,

00:11:23: d.h.,

00:11:23: die Geschichte der unternehmerischen Zusammenschlüsse zur Organisation, der wirtschaftlichen Interessen dieser Branche des Braunkohlenbergbaus kennt verschiedene Vorläufer die zum Teil eben wie gesagt vor die Geschichte des Kaiserreichs zurückreichen und die natürlich eng verbunden sind.

00:11:46: Eng verbunden mit der Industrialisierungsgeschichte des Braumkohlen Bergbaus.

00:11:53: Unternehmensverbände stellen Stellen natürlich in dem entstehenden Wirtschaftssystem, Großindustriellenswirtschaftssystem.

00:12:01: Wichtige Säule der Selbstorganisation da und natürlich der Interessensvertretung und organisieren eben die Interessen einer Branche gegenüber dem Außen dieser Branche also etwa gegenüber der Politik, gegenüber der organisierten Arbeitnehmerschaft, gegenüber Der Arbeiterbewegung, gegenüber Politik im Reich, aber auch gegenüber etwa Kommunen oder den Provinzen und Ländern.

00:12:30: Und diese Organisationsfrage der Unternehmen, diese Abstimmungsfrage die wird also stellt sich in allen Branchen im Rahmen der Industrialisierung und im Falle des Braunkohlenbergbaus erweist sich die Frage nach den Frachttarifen als zentral.

00:12:50: denn der Braunkohnbergbau ist in seiner Geschichte, wo man die auch immer beginnen lassen möchte.

00:12:56: Da gibt es eigene Diskussionen zu.

00:12:58: In jedem Fall ist der Braunkohlenbergbau eben sehr lange eine sehr lokale Angelegenheit.

00:13:03: Das heißt ein so genanter Bauernbergbau, der im lokalräumlichen Umfeld wird Braunkohl gewonnen.

00:13:12: Auch nur zeitweise im Jahr.

00:13:14: also wenn man sozusagen nicht auf dem Feld arbeiten kann dann baut man für den Eigen und für den lokalen Nabe darf, baut Man Braunkolle aber um die dann eben auch im Nahbereich zu

00:13:26: vertreiben.

00:13:27: Im Mitteldeutschen Revier, das in der Industrialisierungsgeschichte das erste Bauernkühlenrevier ist gibt es diese sehr frühe Dynamisierung durch die entstehende Rübenzuckerindustrie, die eben sehr hohen Brennstoffbedarf hat und dadurch wächst dieser Bauerngrubenbergbau schon vergleichsweise früh also zur etwa zur Hälfte, also mit der zweiten Hälfe des neunzehnten Jahrhunderts schon über die kleinen wirtschaftlichen Rahmen hinaus und kommt dann relativ bald in größere regionale Rahmen.

00:14:03: Und da entstehen dann zum Beispiel, im Norden Sachsen-Anhalt, also für das Magdeburg Halberstadt Helmstädter Revier ein Unternehmensverband vor allem um die Folgen der Gründerkrise abzufedern Und um die Frage der Frachttarife zu klären, das bedeutet die Interessen der Unternehmen daran zu organisieren nach welchen Tarifen die Bahnen bzw.

00:14:33: dann später die Reichsbahn die Kohle transportiert?

00:14:37: Denn die Braunkohle ist natürlich als Brennstoff mit vergleichsweise niedrigem Brennwert also im Vergleich etwa zur Steinkohle Ungleich teurer.

00:14:49: und die Idee, die Idee ist eben immer günstigere Fraktarife durchzusetzen.

00:14:54: Die Unternehmensverbände organisieren natürlich auch – das habe ich in meinem Vortrag etwas ausgeklammert, es wäre aber auch sehr spannend – also die Absatzfrage, also dass was dann später unter Katilierung und Sündizierung fällt, also der Kohlensyndikate.

00:15:14: Und das ist dann sozusagen der große zweite Tätigkeitsbereich neben der politischen Organisation.

00:15:20: Der Branche.

00:15:21: und dieser diese Fort oder dieses Stange mal Schrittmacher Funktion des mitteldeutschen Reviers in der Verbandsorganisation äußert sich dann letztlich darin, dass sich.

00:15:43: Unternehmensorganisation des Braunkohlenbergbaus.

00:15:47: Und diese Wurzel ist interessant, denn der DEBRE versteht sich als zentrale Interessenorganisationen des deutschen Braunkohlembergbaus und organisiert auch in der Tat im Jahr eighteenhundertfünfundachtzig nach den Produktionszahlen rund fünfund neunzig Prozent der Braunkolleproduktiones des Kaiserreichs.

00:16:09: das spiegelt aber vor allem die das absolute Übergewicht des Oberbergamtsbezirks Halle in Preußen innerhalb der Produktionszahlen, des Braunkohlenbergplatz.

00:16:22: Zu diesem Zeitpunkt also um das irgendwie in Relation zu setzen... Also, im Rheinischen Revier produziert der Oberbergamtbezirk Halle seventy-fünf Prozent der gesamten braunkohle Produktionen des Kaiserreichs während zu diesem Zeitpunkt im Oberbergarmt Bezirk Bonn, also im Rheinischen Reviers nur zwei Komma fünf Prozent des der Gesamtbraunkohleproduktion geleistet wurden.

00:16:44: Also die Welt, der Braunkohl war zu diesem Zeitpunkt vor allem eine mitteldeutsche Situation.

00:16:52: Dynamisch für die Verwandtsentwicklung im Mitteldeutschen Revier wirkt auch die Nähe der Elbe, die als Wasserstraße immer ein Weg bot um der böhmesten Braunkohl, die bessere Brennwerte hat Mitteldeutsche und die Lausitzer Braunkohle, die eben der böhmischen Braunkohl den Weg in das deutsche Reich ermöglicht hat.

00:17:15: Also über die Verschiffung, über die Elbe und die damit den Konzernen der Petschek-Familie beziehungsweise der Patschekfamilien also das ist eine jüdische Familie von Kohlengroßhändlern, die ihnen ausheckt sitzen und eben die bulmische Braunkohle vertreiben.

00:17:34: Und das wird schon im Kaiserreich mit zum Teil auch nur sehr gering verholen.

00:17:38: Im Antisemitismus diskutiert, dass man eben dieser Außenhandelsgefahr, diese reichsdeutschen Branche droht.

00:17:49: Dass man der entgegenwirken müsste und einen Weg, der dann gefunden ist, sozusagen die braunkohle Veredelung also Umspung weg von den Rohbraunkohlen hin auf die Verschwellung, auf Parafinprodukte und Ölprodukte.

00:18:07: später dann natürlich.

00:18:08: Und das wird dann entscheidend auf die Brickett-Produktionen, die die Bricks ermöglichen, stark überregional oder im weiteren regionalen Rahmen die Braunkohle absetzt.

00:18:23: Das wiederum Schmälerts, die Absatzbedingungen für die böhmische Braunkohle.

00:18:28: Wodurch die Petschek-Familien dann auch um... ... und im ersten Weltkrieg anfangen innerhalb des deutschen Reiches braunkohleunternehmen aufzukaufen.

00:18:42: Die werchen weißen Welts ab Brown-Kohlen AG zum Beispiel in Halle, die anhaltischen Kohlenwerke in Halla, die z.B.

00:18:49: die Hubertus-Braunkohler im Rheinischen Revier.

00:18:53: das ist aber erst in den zwanziger Jahren.

00:18:56: Für die Verbandsentwicklung im Rheinischen Revier, also es läuft im Kaiserreich eben noch, eben noch getrennt der, also in Halle achtzehn fünfundachtzig eben wie gesagt der Debrif.

00:19:06: Achtzehundertdreieunneunzig gründet sich der Verein für die Interessen der rheinischen Braunkohlenindustrie als eben zentraler Verein der Rheinische Braunkohlwerke.

00:19:18: und für die Verband, Dynamik- und Verbandsentwicklung Im Rheinischen Revier ist am Ende entscheidend die Nähe zum Ruhrgebiet und den entsprechend dort ansässigen Unternehmensverbänden, nämlich dem Bergbauverein in Essen.

00:19:35: Und dem Verein zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen in Rheinland- und Westfalen also dem sogenannten Langdammverein, in denen beide die Rheinische Braunkohleunternehmen auf Kapitalseite vielfältig verquickt waren mit der Ruhrindustrie, ihre politische Interessensorganisation gesehen haben und folgerichtig war auch für den Rheinischen Braunkohlenbergbau.

00:20:00: Bis in die Verbandsorgarn, also die Verbannszeitschrift, war die in Essen erscheinende Glück auf während der Debrüff-Debrüffe in Halle in Knappverlag die Zeitschriften die Braunkohle Gründet.

00:20:16: also wir haben sagen ob der regionalen Konstellation also Anlehnung ans Ruhrgebiet einerseits Böhmische Konkurrenz andererseits verschiedene Verbandsade.

00:20:29: Das heißt aber auch wenn auf Verbandsebene im Kaiserreich die Verflechtungen eben noch nicht so stark sind, heißt das aber nicht dass es keine gab.

00:20:37: also sich eine ganze Reihe Beispielen zum Beispiel der Erfinder Brickettspresse der sogenannten extra Presse.

00:20:46: Karl extra sorgt auch für die in Betriebnahme der ersten Brickettpresse im Rheinischen Revier, also den ersten Triketfabrik.

00:20:54: Carl Gruhl wird vielleicht im rheinischen revir auch noch einigen einem Begriff sein.

00:20:59: Also die Gruhlwerke Gruhlwein Braunkohle Industrieller aus Weißenfeld stammt südlich von Halle oder Konrad Piacek einen um neunzehnt hundert aufstreben da junger Bergbau Ingenieur organisiert sozusagen studiert in Freiberg, kommt studiert.

00:21:16: In Freibergg will dann sagen Ohren verdienen und geht dann ins Rheinische Revier und organisiert den Aufschluss der Willetagebauer also sozusagen ja der Südstagebau südlich von Köln die schon in den neunzehntzigern Jahren rekrutiviert werden bevor er dann zurück nach Halle kommt und dann in den zwanzigerjahren die Führung des Debrif übernimmt.

00:21:39: Wir haben also derartige Lebensläufe ließen sich eine ganze Reihe anführen, wo wir eben Akteure haben die zwischen den einzelnen Revieren hin und her sprangen.

00:21:50: Und wir haben also sozusagen zwar organisatorisch verschiedene Wurzeln aber schon da zeigen sich die branchenüblichen und branchenimmernenden Verflechtungen könnte man sagen.

00:22:02: Diese Verbände was haben sie konkret gemacht?

00:22:05: Was war deren selbstgesetze Aufgabe?

00:22:07: Was ist die Rolle in der Wirtschaft?

00:22:12: Also die Verbände erfüllen, wie schon gesagt, Funktionen nach innen und nach außen.

00:22:18: Nach innen geht es.

00:22:20: einerseits fungieren sie als Ausgangspunkt, als Nukleus der Kathilierung.

00:22:28: Das heißt, die Verbinde beginnen also versuchen die übermäßige Konkurrenz durch übermäßigen Preiskämpfe zu unterbinden und versuchen gemeinsame Vertriebsstrategien und Vertriebeswege Kohlenhandel zum Beispiel zu etablieren.

00:22:43: Die Verbände organisieren nach innen, das wird dann vor allem in den zwanziger Jahren interessant, den Wissensaustausch.

00:22:50: Das heißt es sind auch Fachverbände die dann technische Tagungen organisieren auf denen dann eben technische Fachprobleme diskutiert werden um sozusagen für einheitlichen Wissenstand einer Branche zu sorgen und nicht eben die Konkurrenz im also sozusagen die gemeinsame Lösung von Aufgaben nicht durch die Konkurrenz zu ersticken.

00:23:14: und nach außen vertreten die Verbände natürlich die Branche im öffentlichen und politischen Raum, also durch Medien.

00:23:26: Das was zu dem Zeitpunkt Propaganda heißt, also mit Werbemaßnahmen für die Brange gegenüber der Politik in Infrastruktur Gesetzgebungsfragen, also das was man heute Lobbyarbeits nennen würde.

00:23:39: Das machen eben diese Verbände und sie organisieren die Arbeits- und Sozialbeziehungen und die Berufsausbildung in den jeweiligen Branchen.

00:23:48: Also Sie haben Streikassen für die Unternehmen.

00:23:52: also wenn sozusagen ein Unternehmen bestreikt wird oder mehrere dann unter werden Umsatzeinbußen durch diese Streikasse ausgeglichen.

00:24:01: Es ist eine Rentnerorganisation, also bei diesen Unternehmensverbänden sind die angestellten Rentenkassen organisiert.

00:24:07: es wird versucht eben auch eigene Forschungsinstitute aufzubauen.

00:24:11: da kommen vielleicht später noch mal zu.

00:24:14: Also der übergreifende Abstimmungsprozess einer Branche nach innen und nach außen der über diese Verbände geleistet wird.

00:24:28: gab es denn einen?

00:24:29: großen Unterschied zwischen Kaiserreich und Weimacherpublik?

00:24:33: oder haben wir den Bruch wirklich erst neunzehntreiunddreißig mit der NS Machtübernahme?

00:24:38: Also was in den zwanziger Jahren in jedem Fall dazukommt.

00:24:41: Und das ist ein Ergebnis der Rationalisierungseuforie, oder der Racionalisierungsangst je nachdem.

00:24:49: Der neunzenhundertzwanziger Jahre sind eben die sogenannten technischen Tagungen also sowohl der Debrif sehr systematisch organisiert, ab Mitte der neunzehntziger Jahre sogenannte technische Tagung.

00:25:01: Der Rheinische Braunkohlenberg war versucht das auch ein zwei Jahre, das geht aber dann relativ schnell wieder ein solche technischen Tagungen zu organisieren auf denen eben Fragen konkreten im Abraum entwickelt also sozusagen Fördertechnik, Abraumtechnik und so weiter organisiert wird, aber wo auch allgemein wirtschafts- und sozialpolitische Fragen diskutiert werden.

00:25:25: Und das ist natürlich für die Verbandsorganisation ein zentrales Instrument, um sich selbst zu organisieren und auch um die Branche gegenüber zum Beispiel der in der Weimarer Republik ja immer sehr virulenten Sozialisierungsforderung abzuschirmen.

00:25:43: Und dazu kommt natürlich in den zwanziger Jahren die starke Einbindung der Verbände eben als Tarifpartner.

00:25:53: Wir gehen über den Gewerkschaften und sozusagen eine Funktion, die in diesem korporatistischen System das heißt eben aufverbänden aufgebaut.

00:26:02: also wir haben die Gewerkstoffe auf der einen Seite.

00:26:03: Wir haben die Unternehmensverbände auf der anderen Seite kommt den Verbänden eben ganz zentrale Eine ganz zентrale Rolle im Aufbau der Wirtschaft zu.

00:26:16: und dass ändert sich Das ändert sich, bis hinweise in den Jahr und dreißig.

00:26:25: Mit dem Gesetz zum organischen Aufbau mit dem Gesetz zur Vorbereitung des Organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft, mit dem die verbandspolitische Funktionen stark beschnitten wurden also sozusagen Tarifverhandlungen, Streikasse.

00:26:42: derartiges war dann ab dem Moment völlig obsolet und auch die Wirtschaft wird Also.

00:26:47: die Verbände werden nicht systematisch aufgelöst, aber die Verwandtsstrukturen werden umgebildet.

00:26:55: Es kommt zur Gründung der Wirtschaftsgruppen und darin wird der Braunkohlenbergbau in einer Wirtschaftsgruppe Bergbau organisiert und wird damit am Ende also die Wirtschafts-Gruppe Bergbaus unter der Dominanz des Steinkohlenbergbaus und wird dann sozusagen als Gruppel Braunkohlen bergbau, die wiederum in Bezirksgruppen unterteilt ist eben dem Steinkohlebergbau der Fachgruppe Bergbau, die Steinkohlenbergbau dominiert ist untergeordnet.

00:27:19: Interessant ist aber wie das passiert?

00:27:22: Nämlich die Bezirksgruppe Mitteldeutschland ist.

00:27:25: dabei handelt es sich um eine Neugründung, die allerdings fast zu einhundert Prozent in Personalunion mit dem Debrif steht.

00:27:36: Also der Debrief verliert zwar seine Funktionen für die Branche insbesondere im Mitteldeutzchen Revier gehabt hat, Hakt aber zum Beispiel immer vor oder nach der Bezirksgruppe Mitteldeutschland.

00:27:50: Also wir haben da eine sehr, sehr starke Personalunion die noch stärker wird und das Gewicht des Debrüff wird dann wieder stärker, noch größer beziehungsweise in der Bezuktsgruppe mitteldeutsche Land ab dem Zeitpunkt, als dann, das ist, two forty-two, die Bezirkensgruppe Sudetenland eben den Bezirsgruppen Mitteldeutzschlands zugeschlagen wird.

00:28:10: im Rheinischen Revier wiederum wird er Verein für die Interessen des Rheinischen Braunkohlenbergbaus wird als Wirtschaftsgruppe anerkannt.

00:28:19: Also da gibt es keine Parallelstruktur, die entsteht sondern es gibt sozusagen eine eins zu eins Übersetzung in die Bezirksgruppe Rheinland-Dem.

00:28:26: Der Fachgruppe Braunkohlbergbau in der Wirtschaftskruppe Bergbau und das wiederum mündet dann in zahlreiche Austauschprozesse kann man eine ganze Reihe nennen und eine ganze Reihe beobachten was ich im Laufe der neunzehnten dreißiger Jahre intensivieren.

00:28:46: Ein Beispiel, das sich finden lässt ist etwa die Umsiedlungsfrage, die natürlich in den Dreißiger Jahren späten zwanzigern und in den dreißigen Jahren das erste Mal akut oder erstmals akut wird.

00:28:58: Und es kommt dann zuerst dem Mitteldeutschen Revier- und in der Lausitz zu konkreten Umsiedlungen.

00:29:04: Und bei neunzenhundertneununddreißig, geht die in der Nähe von Köln, die Umsiedlung von Boddenbruch.

00:29:13: Also Stadtteil der heutigen Gemeinde Kürnig zur Diskussion und die RAG also die Rheinische Aktiengesellschaft für Braunkohlenbergbau und Prikettfabrikation sucht da sozusagen Orientierung und wendet sich eben an die Bezirksgruppe Mitteldeutscher Braunkohnbergbau.

00:29:32: Und es gibt dann... Es kommt dann zum vergleichsweise intensiven Austausch und zu mehreren Besuchen der RAG und der zuständigen, dort zuständige Unternehmensfunktionäre.

00:29:44: Die sich dann verschiedene Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier unter anderem die Umsiedlung von Edderitz in Anhalt angucken... ...die eine Umsiedelung ist, die neunzehntsechsten dreißig beschlossen wird und die dann eben als Vorbild für die Umsiegelung von Wottenbruch nämlich als geflossene Umsiedlungen funktioniert und die grobe Leopold, die das in Edderitz macht, weigert sich zwar immer von einer Musterumsiedlung zu sprechen.

00:30:11: Aber sozusagen für die Zwecke des Rheinischen Braunkohlenbergs eignet sich eben dieser Fall Edderits sehr gut um eine Musterumselung als Vorbild zu haben also eine geschlossene Umsiedlung mit modellhaftem Neubau eines Dorfes im Falle von Edderids zum Teil nach nationalsozialistisch Raumplanungs Raumplanungsvorstellungen, wobei davon dann am Ende gar nicht so viel kriegsbedingt gar nicht zu viel zur Umsetzung kommt.

00:30:40: Da könnte man auch noch das Beispiel der Bergschulen und der Berufsschulen anführen, denn die Berge- und Maschinenschule in Magdeburg zum Beispiel möchte in den spätten, dreißigeren und frühvierziger Jahren eine Erweiterung haben.

00:30:56: Möchte also mehr Bergmaschinisten, also mehr technisches Personal für für die Bagger ausbilden.

00:31:04: und das bringt dann das Reichswirtschaftsministerium dazu ins Rheinische Revier zu gucken, wie das in Köln organisiert wird.

00:31:11: Und in Kologne stellt der Referent im Reichswissenschaftsministeriums fest – In Kölnen zahlen die Bergbau, die Braunkohlebergbauunternehmen diese Bergmaschinen-Schule fast vollständig privat während in Magdeburg es sich eben als königliche Maschinenschule handelt die hauptsächlich staatlich finanziert ist.

00:31:30: Und das da wirkt nun diese Revierverflechtung in die andere Richtung, weil nämlich mit diesem Argument in Köln sei das privatwirtschaftliche Engagement für diese Schule ja viel höher wird es Braunkohlenberg aus.

00:31:42: Dieses Argument wird an dem Debrif beziehungsweise der Bezirksgruppe Mitteldeutschland vorgehalten eben dieser Erweiterung auf ausschließlich Staatskurs zurückzuweisen und zu sagen so liebe Braunkohnunternehmen wenn ihr mehr Plätze an der Schule wollt dann müsst ihr aber selber zahlen, also diese Verflechtung wirkt sozusagen in alle Richtungen.

00:32:02: Durch die Literatur, das muss man bei den ganzen dazusagen oder gibt es keine grundständigen Forschung zu, zieht sich eben häufig die oder gelegentlich findet man die Behauptung sei eine Gleichschaltung gewesen dass das in nineteenhundertvierzig der Rheinische Braunkohlenindustrieverein zum dem Debrif beigetreten ist und lässt sich sozusagen quellenmäßig in dieser Form nicht belegen.

00:32:30: Was zum Zusammenschluss, also der tatsächlich treten, aus den Hundertvierzig verschiedene, also verschiedene reinische Braunkohlenunternehmen dem Debrif bei und z.B.

00:32:43: Gustav Wegger wichtiger Braunkuhle-Funktionär aus dem Rheinland kriegt auch einen Vorstandsposten beim Debrift in Halle Und das ist vor allem Forschungsstrategisch begründet denn um beginnen auch im Ruhrgebiet, wird begonnen die Industrie- und Zweckforschung in dem Fall dann des Steinkohlenbergbaus auf systematische Füße zu stellen.

00:33:08: Also der Steinkohlenwerkbauverein, der diese Industrieforschungen organisiert beginnt mit Planungen für und gründet sozusagen ein zentrales Steinkohleforschungsinstitut.

00:33:18: Und das versucht nun der Braunkohlen Bergbau genauso zu tun also einen eine technische Großforschungseinrichtungen zu organisieren, die eben die Branchen-Forschung auf systematische Grundlage stellt.

00:33:36: Und das sollte sozusagen dieser Beitritt organisieren.

00:33:40: Das heißt, die Rheinischen Werke treten bei ebenso die Werke des Sudetenlandes und man möchte tun im Rahmen dieser technischen Tagung, die dann auch reichsweit ausgerichtet werden also in Berlin, auch mal in Köln Möchte man eben die Industrieforschung im Braunkohlenbergbau systematisieren.

00:34:01: Und das steht natürlich vor dem Hintergrund der Erfordernisse der Kriegspolitik, man braucht neue technische Lösungen zur Ausbeutigung noch der letzten Braunkorle vorkommen und man möchte diese Forschung noch stärker befeuern indem man zum Beispiel einen Braunkurle-Forschungspreis stiftet nur noch einmal tatsächlich vergeben wird, kriegsbedingt auch ohne Zeremonie unähnliche.

00:34:31: Sondern es gibt einen braunen Kohleforschungspreis für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Kohleschämie oder der Kohletechnik Förderungstechnik und Abbautechnik, der dann aber eben kriegsbedingt.

00:34:43: Also kriegst bedingt führt bleibt dieser Beitritt.

00:34:46: Dann am Ende vergleichsweise konsequenzlos zeigt aber das hohe Maß der Branchenintegration bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

00:34:59: Und nach diesem zweiten Weltkrig haben wir einerseits die Besatzungszeit, in der ich vermute einfach mal die Alliierten jetzt nicht so froh waren, wenn es da große Verbände von Großindustrie gab.

00:35:10: und kurz danach kommt es ja auch zur doppelten deutschen Gründung aus dem Jahr ninevierzig mit Bundesrepublik und DDR.

00:35:18: Und ich denke mal, das wird einer weiteren Revierverflechtung weiterer Verbandspolitik doch einen ziemlichen Riegel vorgeschoben haben.

00:35:27: Ja!

00:35:27: Einerseits andererseits wie das so häufig in der Geschichte ist.

00:35:31: Also natürlich haben wir auf der Makro-Ebene, auf der Ebene der politischen Geschichte natürlich deutsche Teilung und die ganz grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Wirtschaftspolitische Rahmenentscheidungen die natürlich mit der Verstaatlichung der Grundstoffindustrie auf dem Gebiet der späteren DDR, also in der sowjetischen Besatzungszone ganz andere Wege einschlägt als in Westdeutschland wo der Kohlenbergbau unter die zunächst noch in der britischen Besitzungszone unter die sogenannte Coal Control.

00:36:12: Später dann die deutsche Kohlenwerkbauleitung, also die DKBL gestellt wird.

00:36:16: Also Verbände, der Debrif versucht sich noch im Sommer fünfundvierzig neu zu gründen.

00:36:21: Da gibt es noch letzte Protokolle.

00:36:24: aber dann ist relativ schnell klar dass eine Verbandsorganisation wie sie tradiert wurde in der Form nichts fortgeschrieben wird und kommt dann in Halle.

00:36:34: und dann ist es bezeichnenderweise auch nicht in Hallen wo's eingerichtet wird sondern in Merseburg also sehr viel näher an den Tagebauen zur Gründung der VVB Braunkohler, der Vereinigung Volks-Eigenerbetriebe in Merseburg.

00:36:51: und wenn man sich die Personalpolitik des VVB-Braunkohle anguckt zeigt es zeigt sich sehr deutlich das sehr wenig Personal des vormaligen Debrif.

00:37:03: In diese neue sozialistische Braunkohnverwaltung übernommen wird.

00:37:09: von der Personalpolitik steht da vor allem politisch Politische Umgestaltung dieser Branche im Mittelpunkt, also der Generaldirektor wird ein verdienter kommunist.

00:37:24: Ein Spanienkämpfer und so weiter und sofort, der auch vorher mit dem Bergbau wenig zu tun gehabt hat.

00:37:32: lediglich auf den unteren Ebenen finden sich gerade im technischen Bereich noch einige Leute die sich vor forty-fünfzig in nachgeordneter Funktion beim Debrif.

00:37:44: Insofern auf den ersten Blick riecht das ab und da gibt es dann natürlich, darum geht's jetzt aber nichts.

00:37:52: Das sei aber der Vorständigkeit habe erwähnt.

00:37:54: Es gibt dann in den Folgejahren neue Verflechtungen zwischen DDR und BRD auf der Ebene des Braunkohlenbergbos aufgebaut.

00:38:02: Entscheidender ist aber der Umzug des Debrif.

00:38:07: also der Debriff sitzt bis heute in Köln Und der Debrif, der nun heute in Köln sitzt ist zumindest auf dem Papier und formal eine Neugründung.

00:38:19: Gelegentlich findet man das Jahr dreiundfünfzig.

00:38:22: Das ist aber de facto neunzehundertzweiundfünftig.

00:38:26: Also neunzanzeinzwanzig wird der DeBrif in Kologne neu gegründet.

00:38:30: Und diese Gründung lässt sich nicht ganz in erheblichen Maße auf die erwähnte Verflechtungs... Vorgeschichte der Revierverflechtung zurückzuführen, die dann nach dem Zweiten Weltkrieg eben durch den massiven Elitentransfer natürlich zu nichts ganz unerheblichen Maße auch darauf zurückzufühlen ist dass viele der Debrif-Funktionäre in die Organisation des Nationalsozialistischen Zwangsarbeit eingebunden waren also der DeBRIF.

00:39:04: Das muss man das darf nie vergessen.

00:39:08: also was der dieser unternehmensverband natürlich auch organisiert ist, der zwangsarbeiter einsatz in den tage bauen und die rekrutierung von also rekrutierungen anführungszeichen.

00:39:20: Von arbeitskräften in den besetzten ostgebieten.

00:39:24: und diese sozusagen formaligen unternehmsfunktionäre und Unternehmseliten, die sehen dann nach nineteen hundert und vierzig ihre ihre weiterverwendung vor allem in Westdeutschland gegeben.

00:39:41: Und das sieht man auf, lässt sich an verschiedenen Personen, an verschiedenen Verflechtungen eben darstellen zum Beispiel Heinrich Hürz der ehemalige Geschäftsführer des Hallischen, Debriff, der auch Redakteur der Zeitschrift Braunkohle war und dann auch erster Geschäftsführer des neuen Debrif in Köln wird.

00:40:03: dazu gehören verschiedene andere Personen.

00:40:05: Wilhelm de la Sos ist ein ehemaliger Funktionär des Debrif, der aber schon aus gründlich bisher quellenmäßig bedingt noch nicht klären konnte.

00:40:16: Der seine Funktionen im alten Debrift noch im NS verliert und der dann in der deutschen Kohlenbergbau Leitung für die Braunkohle Abteilung zuständig wird.

00:40:27: also auch ein ehemalser Halenser und das gilt für Ranz-Hellberg, der später in der Gründung von Rhein-Brauen ganz wesentliche Aufgabe erfüllen wird der aus den anhaltischen Kohlenwerken und den Mittelstahlkonzern nach Köln wechselt.

00:40:46: also das gilt, um das zu bündeln.

00:40:49: Das gilt für Unternehmensfunktionäre des Debrif im engeren Sinne die nach Westdeutschland und damit in den neuen Debrief und ins rheinische Revier wechseln und sozusagen diesen Übergang organisieren.

00:41:04: Das gilt aber auch in einem weiteren Sinne, also zum Beispiel für das geologische Wissen.

00:41:09: Also mal mit Martin Schwarzbach kommt, ein Geologe erhält im nineteen siebenvierzig einen Ruf nach Köln der vor allem als geologischer Experte für die Oberlausitz im Breslau und den Halle tätig gewesen war.

00:41:24: Die zum beispiel die Maschinenfabrik Buchau aus Magdeburg gründet.

00:41:32: Die Magdeburger Geschäftsführung geht in die westalliierten Besatzungszone und gründet eben ein neues Zweigunternehmen der Maschinenfabrik Bukau.

00:41:42: Ein neues und später dann den Grävenbruch, wo dann zum Beispiel der Erfinder- und Entwicklerkonstrukteur der Abraumförderbrücke in der Lausitz Wilhelm Ries aus Lauchhammer geht auch ins Rheinische Revier und bringt sozusagen maschinentechnische Erfahrung Und da, das ließe sich noch beliebig fortsetzen.

00:42:05: Es gibt noch verschiedene andere Geologen und am deutlichsten kann man es vielleicht darin sehen dass sogar der Verlag der Braunkohle also der Zeitschrift Der Verlag, der Knappverlag wird eigentlich ein Hallescher Verlag wird in den Hundertfünfzig durch Karlknapp in Düsseldorf neu gegründet und verlegt dann ab Wenn ich mich die irre, neunzehnhundertfünfzig.

00:42:31: Die Braunkohle.

00:42:32: Nee früher.

00:42:33: Neunzehntenfünfzig!

00:42:35: Die Braukohle als Zeitschrift neu in bewusster Anknüpfung an... ...die hallische Zeitsschrift?

00:42:44: der Debrif Köln, also der neue Debriff knüpft ebenso an die Traditionen der technischen Tagungen an.

00:42:50: Also mit der auf Ebene des Wissens, aber auch auf technischer Ebene.

00:43:20: Man könnte eben sagen, naja das ist alles eine Episode und nach klar fliehen oder wechseln exponierte Vertreter des alten Braunkullenbergbos nach nünzeltvierzig ihre Revier- und ihre Wirkungsstätte angesichts der Verstaatlichung in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR.

00:43:43: Das greift aber, wenn man sich die Geschichte des Rheinischen Reviers vor Augen führt zu kurz denn diese Verschiebung entfaltet ganz wesentliche Bedeutung Denn im rheinischen revier steht nineteen fünf vierzig um also in den vierziger jahren Die wesentlicher Entscheidung die dann in den fünftiger Jahren getroffen wird an nämlich wie es weitergeht Also die sozusagen die ausbeutsche im tagebau.

00:44:07: Im bisherigen tagebau wird schlechter Und mit dem Schacht-Union Hundertdrei hat man schon versucht, noch im NS Tiefbau.

00:44:17: Also sozusagen wie auf Steinkohle mit Schachtanlagen untertägig voranzutreiben und das ist natürlich wenig kontrovers aber auch wenig kosteneffizient.

00:44:28: Die Entscheidung die dann in der Nachkriegszeit fällt ist eben die Entscheidung für den Tief Tagebau.

00:44:35: Das heißt also... Die Entscheidung für das, was eben heute den Braunkohlenbergbau im Rheinischen Revier ausmacht.

00:44:41: Also die Tagebaue Hamburg-Inden, Garzweiler und so weiter und so fort.

00:44:46: Und was die Geschichte dieses Elitentransfers nach fünfundvierzig zeigt ist... Das ist wirklich wenn man sich die technischen Tagungen der späten vierzeiger Jahre in Köln anguckt wird genau diskutiert welche Erfahrungen aus den Großtagebauen im Geiseltal südlich von Halle welche Erfahrung aus der Lausitzmann für den Tieftagebau im Rheinland fruchtbar machen kann.

00:45:09: Also zum Beispiel der Ingenieur Erwin Gärtner, der später eine sehr wichtige Rolle bei Rhein-Brauen beziehungsweise RWE spielt.

00:45:16: Die bringen alle ihre Erfahrungen aus dem Tag, aus den ungleich größeren Tagebauen des Mitteldeutschen bzw.

00:45:22: des Lausitzer Reviers mit und bringen das ein in die dann politisch gefällte Entscheidung den Tagebau im rheinischen Revier im Tieftargebau vorzusetzen.

00:45:35: In diesem Sinne ist die Entscheidung für den Tieftagebau in Nordrhein-Westfalen auch eine Entscheidung, die eben über den Debrif und diesen Eliten und Wissenspersonentransfer organisiert wurde.

00:45:49: Und das wiederum ist eben eine Geschichte, wie ich argumentiere nur verstehen lässt wenn man die Geschichte des Braunkullenbergbos aus der Perspektive der Revierverflechtung erzählt.

00:46:03: Diese Regierverpflichtung, die haben wir jetzt sehr chronologisch, sehr pragmatisch besprochen.

00:46:09: In Ihrem Vortrag hatten Sie da noch einen kleinen Anekdote?

00:46:12: Das Beispiel einer kleinen Kröte.

00:46:14: können Sie diese Anekdate zum Abschluss noch einmal schildern!

00:46:17: Sehr gerne also.

00:46:18: ich beschäftige mich viel neben der Verbandspolitik, die bei diesem Vortrage mit dem Aufsatz der da entstehen wird im Mittelpunktstand steht.

00:46:28: Beschäftige ich nicht viel mit der Geschichte geologischen Businesses.

00:46:31: Ich erwähnte auch Martin Schwarzbach den später dann in Köln lehrenden Geologien, der auch aus der Braunkohlengeologie kommt.

00:46:38: Ich beschäftige mich viel mit der Geschichte von geologischen Wissen im Braunkohlenbergbau und ein wesentliches Phänomen des Braunkohlbergbaus ist es dass überall dort wo Braunkohle gewonnen wird dauert das nicht lange und tauchen Fossilien auf einerseits zur Belehrung und Unterhaltung in Fragen der Naturgeschichte, zur Aneignung... ...der Region und zur Bildung von Regionen, also sozusagen es geht um die Herstellung von regionaler Identität durch Naturgeschichte.

00:47:15: Und auch in dieser Geschichte muss man unter der Perspektive der Revierverpflichtungen erzählen Denn Ausgangspunkt dieser Fossilienfunde.

00:47:27: Also es gibt natürlich eine sehr lange Geschichte der Naturgeschichtsschreibung, aber die ist eben auch sehr stark verbunden mit grünen Braunkohlekruben.

00:47:36: Nämlich etwa der Grube-Rotz.

00:47:39: Das ist eine braunkohle Schiefergrube im Bergischen Land also bei in der Nähe von Sieben, in der schon im neunzehnten Jahrhunderts Fusilien gefunden werden.

00:47:51: und so steht dann... Ich denke, die sinnbildlich für diese Perspektive, die ich vorschlage und die mir weiterführend scheint.

00:48:00: So steht dann in den letzten Jahren ein Hallescher Paleontologe nämlich Christian Gottfried Giebel vor dem Naturwissenschaftlichen Verein in Halle und bestimmt – das funktioniert im Jahrhundert noch sehr als soziales Ereignis – also er bestimmt einen Fossil eine Kröte, den Paleofrinus Giudi.

00:48:20: dem bestimmt er vor den anwesenden Vereinsmitgliedern.

00:48:23: Er beschreibt dieses Fossil und geht auf bisherige Versuche der Taxonomie, also der Einordnung dieser Krötenart in bestehende Gattungs- und Artenstrukturen ein.

00:48:37: Und diese Kröte die er präsentiert ist nämlich eine Kröta aus der schiefrigen Braunkohle des Siebengebirges.

00:48:44: und Christian Giebel, Christian Gottfried Giebl bestimmt diese Kräute eben in Dialog mit oder also so darauf bezieht er sich sehr intensiv, diskutiert sehr intensif die Überlegung des kurz zuvor verstorbenen Rektors der Universität Bonn.

00:49:00: Nämlich August Goldfuß.

00:49:02: und das ist natürlich einer des dient, dient einerseits als Anekdote, die irgendwie diese Verflechtungen, die schon offensichtlich um eighteen hundertfünfzig auf der Ebene des geologischen Wissens überdeutlich waren.

00:49:16: Also man sitzt im Halle diskutiert eine Kröte aus der Raumkohle des später dann reinischen Reviers, um sozusagen in der Welt und dieser dieser Ressource Braunkohle irgendwie einen naturhistorischen Sinn zu geben.

00:49:34: Und das zeigt eben die tiefe Verflechtung, die sich auch neben der Verbandspolitik eben auch so würde ich argumentieren auf der Ebene des geologischen Wissens Natur und Regionalgeschichte zeigen.

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