X-071: Anton v. Werners Saarbrückner Rathauszyklus: Reichsgründung in der Historienmalerei, mit Prof. Dr. Tobias Arand

Shownotes

Verknüpfte Folgen

Der deutsch-französische Krieg (1870/71), mit Prof. Dr. Tobias Arand (23.10.2020)

Die Reichsgründung (1871), mit Dr. Jan Markert (22.04.2024)

Mythen um die deutsche Reichsgründung von 1871, mit Dr. Tobias Hirschmüller (01.07.2024)

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Die Episoden werden thematisch und nicht nach Erscheinungsdatum nummeriert. Für einen chronologischen Durchgang zur europäischen Geschichte sollten die Episoden nach Namen sortiert werden. Unten in den Shownotes findet ihr die Liste der einzelnen Kategorien!

schwarze0fm hatte als Hobbyprojekt begonnen - inzwischen habe ich aber durch Auftragsproduktionen und Crowdfunding die Möglichkeit gewonnen, mehr und bessere Folgen für Geschichte Europas zu produzieren. Das Prinzip "schwarze Null" bleibt - die Einnahmen werden verwendet, für mich Rahmenbedingungen zu schaffen, den Podcast zu betreiben und weiterzuentwickeln. In dieser Folge habe ich das ausführlich erklärt.

This episode of "Geschichte Europas" by schwarze0fm (Tobias Jakobi) first published 2026-09-28.

CC-BY 4.0: You are free to share and adapt this work even for commercial use as long as you attribute the original creator and indicate changes to the original.

Der Podcast ist Teil des Netzwerks #historytelling und von Wissenschaftspodcasts.de.

Kategorien

Die Namen der Podcast-Folgen beginnen mit dem Schema „Buchstabe-Dreistellige Zahl“. Der Buchstabe steht dabei für die thematische Kategorie (die auch im Untertitel der Folge zu finden ist). So kann, zumindest für die Buchstaben B bis U, durch alphabetische Sortierung ein chronologischer Ablauf der Folgen dargestellt werden.

Die Kategorien der Episoden sind wie folgt:

  • A = Epochenübergreifende Themen
  • B = Geologische Geschichte
  • C = Vorgeschichte und Altsteinzeit
  • D = Mittel- und Jungsteinzeit
  • E = Die Metallzeiten
  • F = Griechische Antike
  • G = Römische Antike
  • H = Das Frühmittelalter
  • I = Das Hochmittelalter
  • J = Das Spätmittelalter
  • K = Erste Europäische Expansion
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  • M = Reformation und Glaubenskriege
  • N = Absolutismus und Aufklärung
  • O = Zeitalter der Revolutionen
  • P = Nationalismus und Imperialismus
  • Q = Erster Weltkrieg
  • R = Zwischenkriegszeit
  • S = Zweiter Weltkrieg
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  • U = Nach dem Kalten Krieg
  • V = Europa aktuell
  • W = Epochenübergreifende Biographien
  • X = Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur
  • Y = Quellen
  • Z = Meta/ Podcast

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00:00:00: Meine These ist, dass die Anordnung eines großen Bildes flankiert von zwei Seitentafeln mit ganz Figuren drauf.

00:00:08: Dass das anschließt an Altarretabeln als gotische Kirchenbilder in denen wir sehr oft also als Triptichon das Mittelbild haben und links und rechts die Tafeln gerne mit Heiligen drauf.

00:00:22: hier haben wir keine Heiligen sondern halt Exponenten der preußischen Politik.

00:01:06: In dieser Folge von Geschichte Europas spreche ich mit Professor Dr.

00:01:09: Tobias Arand über Anton von Werners Rathauszyklus und die Darstellung der Reichsgründung in der Historienmalerei.

00:01:17: Herr Arand ordnet den in Saarbrücken ausgestellten Zyklus, in die nationale Historienmahlerei des XIX Jahrhundertes ein und erläutert, wie die verlustreiche Schlacht von Spichern in eine positive Erinnerung an die Reiseinigung eingebunden wurde.

00:01:34: Es geht aber nicht nur um die auf den Bildern dargestellten Personen und Ereignisse – auch die Anordnung der Bilder im Raum selbst lässt Rückschlüsse darauf zu was Anton von Werner und dieser Brückner mit diesen Bildern aussagen wollten!

00:01:48: In den Schonungserfolge findet ihr Kontaktmöglichkeiten für Fragen, Fieberkund Kommentare.

00:01:53: Diese Folge ist tatsächlich auch als Reaktion auf einen Kommentar bei PolyG entstanden, wo sich ein langjähriger Hörer mal wieder eine Folge mit Herrn Ahrand und der Reichsgründung wünschte.

00:02:04: Hier ist diese gewünschte Folge und ich hoffe sie gefällt dir und euch allen sehr gut!

00:02:08: Kurz allgemein zu kommentaren Wer bei Spotify in den letzten Tagen oder Wochen Kommentare hinterlassen hat und der wurde nicht freigeschaltet, das kann auch daran liegen dass da die Ansicht bei Spotify gerade irgendwie bei mir technische Probleme macht.

00:02:23: Und es nicht immer möglich ist, Kommentare frei zu schalten.

00:02:27: Manchmal funktioniert's auch nur bei einem Kommentar am Tag und dann ist die Schaltfläche irgendwie kaputt.

00:02:31: also nicht wundern ich versuche das irgendwie zu fixen aber da ist gerade eine Warteliste an noch nicht veröffentlichten Kommentaren.

00:02:38: Die sehe ich aber und ich freue mich bislang über alle Kommentare, die bei Spotify aufgeschlagen sind.

00:02:44: In den Shownotes findet ihr zu dem Möglichkeiten wie ihr diesen Podcast unterstützen könnt.

00:02:48: Etwa durch Benton via Paper und Kofi oder durch regelmäßige Beiträge über Steady und Koffee.

00:02:54: Es gibt theoretisch auch ein Patreon Aber da gibt es noch Probleme Und ja habe ich beim Support nachgefragt und hab jetzt über eine Woche lang keine Rückmeldung erhalten.

00:03:04: Also von daher, wenn ihr mich unterstützen wollt, nehmt im Moment noch bitte die Möglichkeiten über PayPal und Kofi.

00:03:09: Ich bin bei Patreon an einer Klärung dran!

00:03:13: Und hier der dritte Hinweis auf die Show Notes.

00:03:15: Dort gibt es auch eine Liste inhaltlich verkifft Erfolgen, die stets aktuell gehalten wird... ...und die Liste zum Thema Reißgründungen und Einigungskriege ist inzwischen sehr lang und auch viele davon sind mit Herrn Ahrand.

00:03:27: Und damit endlich genug der Vorrede.

00:03:29: Ich wünsche euch jetzt viele neue Erkenntnisse mit dieser Aufnahme aus dem September.

00:03:36: Mein erster Frage an Herrn Aran war gewesen, ob er Anton von Werner und die Historienmalerei des Jahrhunderts im Rahmen der Reichskründung einmal kurz erklären könnte?

00:03:46: Anton Von Werner ist der deutsche Historianmaler des Neunzehnten Jahrhunderts und vielleicht muss man so ein bisschen erklären was Historienmallerei eigentlich ist und was sie möchte.

00:03:56: Die Historienmalerei ist ein im neunzehnten Jahrhundert sehr populäre Genre der Kunst und wie der Name schon sagt, in der Regel werden historische Ereignisse dargestellt.

00:04:07: Und warum ist die Historienmallerei im Neunzehn-Jahrhundert zu populär?

00:04:11: Nun das Ninzejahrhunderte ist das Jahrhundertes Nationalismus.

00:04:14: Es entwickelt sich mit dem Nationalismus die Idee der Nationen und die Nation konstituiert sich als eine Ideengemeinschaft aus gemeinsamer Sprache, gemeinsamer Religion und auch einer gemeinsamen positiv aufgeladenen Geschichtsteutung.

00:04:31: Also zu gut Deutsch, wenn die Tschechien in Österreich-Ungarn einen eigenen Staat haben wollen, sie als Nation konstituieren wollen dann imaginieren Sie sich positive Ereignisse zum Beispiel Prager Fenstersturz Und solche Imagination müssen immer verbildlicht visualisiert werden damit man sie sozusagen auch unters Volk bringen kann.

00:04:50: also malen historienmaler diese positiven Erinnerungsbilder aus der positiv gedreuteten Geschichte, um ein Deutungsangebot für eine nationale Idee anzubieten.

00:05:03: Und darum ist die Historienmalerei im Jahrhundert in ganz Europa so beliebt vor allen Dingen dort wo es den Nationalstaat noch nicht gibt oder wo er noch relativ jung ist und aus solchen Bilder angewiesen ist.

00:05:14: Da ist Anton von Werner einer der prägenden Malern dieser Art von Kunst.

00:05:20: Und natürlich, das Deutsche Reich ist einer dieser ganz jungen Staaten die noch Bilder benötigen aus der Vergangenheit um sich als gemeinsame Nationen konstituieren zu können.

00:05:31: und da es kein Zufall dass ein ganz beliebtes Thema dieser Historienmalerei im Deutschen Kaiserreich natürlich die Einigungskriege sind.

00:05:39: Das deutsche Kaisereich als deutscher Nationalstaat, als kleinen deutschen Nationalstaats ist entstanden als Folge von drei Kriegen.

00:05:47: Das haben wir ja nun wirklich schon ausgiebig besprochen, wie beide.

00:05:50: und Kriege bedeutet Todverlust, Leid, Zerstörung.

00:05:55: Und diese Erfahrung muss aber umgedeutet werden in etwas Positives nämlich die Kriegewahrtvoraussetzung für die deutsche Einheit.

00:06:05: In dem größeren Kontext muss man die Bilder an Saarbrücken sehen.

00:06:08: Der konkrete Anlass warum es diese Bilder an saarbrücken gibt im sechsten August eine große Schlacht gab.

00:06:17: Das ist der Sturm des Spicherer Höhen, die Schlacht von Spichern wo preußische Soldaten einen Hügel stürmen und jeder der schon mal dort gewesen ist und diesen roten Berg kennt weiß dass man da unter Beschuss nicht gerne hochgehen möchte.

00:06:34: und diese Schlacht vom Spicheren ist ein deutscher Erfolg wenngleich mit hohen Verlusten erkauft.

00:06:40: oder ein taktisches Desaster ist er zugleich auch Denn man greift diese Spicherer-Höhlen in der falschen Annahme an, dort seien nur ein paar Franzosen.

00:06:48: Dort sind aber sehr viel mehr Franzosen als erwartet und die Deutschen müssen halt einen Hügel hoch das immer unangenehm ist unter Beschuss und vertreiben.

00:06:56: die Franzosen zwar bei Unterverlusten, die eigentlich kaum zu rechtfertigen sind Und der kommentierende General von Steinmet wird auch nicht allzu lange später seines Dienstes enthoben weil er schon der Aufgabe als Alter her nicht mehr so ganz gewachsen war.

00:07:10: Aber dieser Schlacht von Spichern Bei Saarbrücken, Spichern ist vom Saarbrucken mit dem Auto fünf Minuten entfernt.

00:07:19: Die ist der Anlass für diesen Saarbroecker Rathauszyklus, der im zehnten Jahrestag der Schlacht eröffnet wird.

00:07:29: Man baut dafür eigens ein kleines Anbau an das Saarbrycker Rathaus und hat dann einen Gedenkraum, der einmal den Sturm auf den Roten Berg zeigt, König Wilhelms, der späteren Kaisers in Saarbrücken zeigt und eine Allogorie eines süddeutschen oder norddeutschens Germanen die sich die Hand reichen und die deutsche Einheit sozusagen besiegeln.

00:07:54: Und dazwischen haben wir noch vier große ganz körperporträts wichtiger präussischer Generäle und Politiker.

00:08:02: da kommen wir sicherlich gleich noch drauf.

00:08:04: Und diese Brücker wollten einfach ein Gedenkraum der an das große Ereignis erinnert und sie verstanden sich dann sozusagen auch als Teil dieser Einigungskriegs-Erfolgsgeschichte.

00:08:17: Und der Rathaussaal wurde dann auch genutzt für Ratssitzungen?

00:08:22: Also die Gemälde, die dort hängen sind erstmal lokale Sachen.

00:08:27: Das ist nicht so etwas wie die ganz großen Momente der Reißgründung also da haben wir nicht die Schlacht von Siddar und auch nicht die ReißGründung sondern man hat sich schon darauf konzentriert sozusagen den saarländischen Bezug in diesem ganzen Projektreiseinigung herauszuheben.

00:08:43: Unbedingt, ganz unbedingt!

00:08:45: Saarland ist ja sowieso so eine etwas komplizierte, sage ich mal von der Identifikationsidee her komplicierte Gegend.

00:08:52: es gibt ja kein Saar-Land als historischem Raum der irgendwie eine einheitliche historische Kontinuität hätte.

00:08:58: anders als Brandenburg oder Preußen oder Württemberg oder Baden ist das Saarlands ja eher so zusammengestoppelt und das sollte einen Erinnerungsangebot sein, auch für die lokale Bevölkerung.

00:09:10: und richtig auf den großen Bildern.

00:09:13: Auf den beiden großen Bilden sehen wir lokale Ereignisse also tatsächlich wie der König Wilhelm von Preußen kurz ein zwei Tage nach der Schlacht in Saarbrücken einfährt und sich dort mit Bürgern trifft und von Bürgeremfangen wird.

00:09:27: und wir sehen auf dem Bild unter anderem Katharina Weisgerber die berühmt geworden Pflegerin, wir sehen Verwundete.

00:09:35: Wir sehen aber auch den Bürgermeister und also auch so einige Lokalprominenz auf dem Bild vertreten.

00:09:42: Und das andere Bild zeigt tatsächlich den Sturm, preußische Soldatenstürmen in Rotenberg.

00:09:48: der leitende preußischem Generalverort von Francois stirbt eine Sekunde später.

00:09:55: Also wie sehen ihn noch?

00:09:56: Wie er seine Leute nach vorne motiviert und ein Sekunder später weiß man kriegt er den tödlichen Schuss.

00:10:03: und von François Feldt.

00:10:05: Aber der Reisbezug ist schon auch da durch dieses Bild, diese Alligurie mit den beiden Gamanen.

00:10:12: Vor allen Dingen ist der Reisebezug dadurch die abgebildeten Personen auf den Ganzfiguren-Tafeln.

00:10:18: Denn da haben wir den Prinzen Karl Friedrich Da haben wir Moldke natürlich Wir haben den Kronenprinzen Und wir haben Bismarck.

00:10:29: Der Kronnenprinz ist dort abgebildet Also der Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere Friedrich

00:10:35: III.,

00:10:36: der populärste preußische Herrscher.

00:10:40: Ich sage immer das ist der Preuße den auch Süddeutsche mögen können.

00:10:44: Der führte die dritte deutsche Armee, die aber bei Spichern gar nicht im Kampf beteiligt war.

00:10:50: Rins Friedrich Karl ist dort als Befehlshaber einer der Armeen, die dort beteilicht waren und Moltke als Chef des Polischen Generalstabs.

00:10:59: Und sozusagen das Genie hinter den ganzen Planungen, wobei man sich jetzt alles mal so genauer anguckt die Deutschen in dem Krieg schon viele Fehler gemacht haben ist eine Überraschung ist dass sie ihn trotzdem gewonnen haben.

00:11:11: und natürlich Bismarck der Schmied des Reiches.

00:11:14: also da haben wir schon auch ein Reisbezug durch diese Personen.

00:11:18: Was Sie ja auch hervorgehoben haben in dem Vortrag, den Sie auf Brücken gehalten haben es geht nicht nur um Inhalte dieser Gemälde, sondern auch die Anordnung wie sie da gehangen haben hat eine ganz bestimmte Symbolik hinter sich.

00:11:33: Ja wir haben also wenn Sie in den Raum reinkamen haben Sie rechts eine Fensterfront und Sie laufen dann geradeaus zu auf das Bild mit dem Sturm des Roten Berges jeweils flankiert von zwei zu dem Bild guckenden Ganzfiguren.

00:11:52: Porträts Und linke Hand haben sie das Bild mit der Ankunft des Königs in Saarbrücken und das auch wieder frankiert von zwei Gemälden.

00:12:02: Und an der Wand, wo die Tür ist war dann noch die Allegorie mit den beiden Germanen.

00:12:09: Das Bild Sturm auf den roten... also auf die Spricherhöhen Auf dem Roten Berg wird flankiert von Moldkonn von Bismarck und die Ankunft In Saarbrucken wird flankert von Prinz Friedrich Karl und im Kronprinzen Friedrich Wilhelm.

00:12:22: Und meine These ist, dass die Anordnung eines großen Bildes flankiert von zwei Seitentafeln mit ganz Figuren drauf.

00:12:32: Dass das anschließt an Altarretabeln als gotische Kirchenbilder in denen wir sehr oft also als Triptichon das Mittelbild haben und links und rechts die Tafeln gerne mit Heiligen drauf.

00:12:45: hier haben wir keine Heiligen sondern halt Exponenten der preußischen Politik und des preußischem Militärs, die aber hier sozusagen die Rolle von Heiligen übernehmen.

00:12:56: Und so deute ich das Ganze als in der Tradition gotische Altarietabeln stehende Anringung der Bilder genau.

00:13:03: Den anderen von Werner haben Sie ja eben schon erwähnt.

00:13:05: Der ist ja auch vor allem bekannt durch diese berühmten Darstellungen des Moments im Spiegesaal in Versailles und bei der Recherche hat mich überrascht.

00:13:13: Der war ja damals noch gar nicht so alt gewesen, er war ja erst abends in dreiundvierzig geboren.

00:13:17: Wie kam der denn zu der Ehre einerseits die Reichsgründung und dann auch später noch diese Dekoration des Saarbrückner Rathauses in Angriff zu nehmen?

00:13:25: Der Mann hatte die richtigen Freunde, der war in Karlsruhe tätig und er war bekannt mit dem Großherzog Friedrich von Baden und die war doch gewisserweise ein bisschen befreundet.

00:13:38: Und der Großherzug verschafft dem von Werne einen Auftrag für ein Bild, das den Titel trug Moldke vor Paris.

00:13:47: Und das war ein Auftrag gegeben, irgendwo in Norddeutschland wollte einen Verein dieses Bild haben und hat es bestellt bei von Werner.

00:13:58: Von Werner musste aber dafür um dieses Bild Molde vor Paris also der bräuchste Generatschaftschef vor Paris steht auf einem Pferd hockt und die siegreichen bräuchsischen Truppen vorbei defilieren Richtung Paris.

00:14:11: Dafür musste von Werner aber nach Frankreich fahren, um Moldke zu treffen und Porträtstudien vor Ort vornehmen zu können.

00:14:19: Und das vermittelt ihm der Großherzog Friedrich, dass er da einfach nach Paris fahren kann – also nicht nach Paris, sondern nach Versailles.

00:14:27: Das präusische Militär ist ja im Schloss Ludwigs des Vierzehnten damals beheimatet während der Belagung vom Paris, die seit dem Neunzen September, Achtundsiebzig läuft.

00:14:37: Und dann fährt er dahin, trifft auch Moltke, portraitiert Moltke redet mit ihm.

00:14:41: Macht Skizzen auch von anderen Beteiligten dort vor Ort und es gibt ein sehr schönes, ein sehr lustiges Foto!

00:14:48: Wir sehen auf dem Originalbild Moltke für Paris.

00:14:51: Moltke ganz in seiner gewohnten Art stoisch gelassen gleichmütig, lässig auf einem Pferd sitzen und schaut so Richtung Paris.

00:15:01: Und das hat von Werner natürlich nicht so gemalt.

00:15:04: Also Moltke hat sich die Stunde auf ein Pferd gesetzt, um sich malen zu lassen, sondern Moltke hatte sich auf einen Holzpferdgesetzt und das wurde dann fotografiert und das Foto hat dann von Werna benutzt, um Moltke auf dieses Pferdd malen können.

00:15:19: Und dieser Moltke ist vor allem so lustig, wenn man genau sieht dass Moltke das eigentlich völlig zu blöd ist auf einem Holzpherd zu hocken.

00:15:27: Das ist eigentlich ganz interessant.

00:15:29: Dann macht er da ein paar Wochen auch Bekanntschaft mit anderen Leuten, Gustav Freitag dem Schriftsteller und aus ein paar anderen Schlachtenmalern und fährt wieder zurück nach Karlsruhe.

00:15:38: Und dann ist er im Januar, arzt von eislaufen, als er einen Telegramm bekommt und das Telegram schickt ihm kein Geringe als der Kronprinz Friedrich Wilhelm.

00:15:49: Da steht drin Er soll auch bitte gefällig sofort wieder nach Versaikommen.

00:15:52: Dort würde etwas stattfinden, dass seines Pinsels würdig sei wie es im Telegram steht.

00:15:57: Er sagt aber nicht worum's geht.

00:16:00: und da muss man wissen diese ganze Kaiser-Poklamation das ist eine Idee von Kronprinzen Friedrich Wilhelm.

00:16:06: Sein Vater der König will er mit der Villa gar nicht Kaiser sein sondern er möchte lieber König von Preußen werden und wehrt sich gegen die ganze Geschichte mit dem Kaiserreich.

00:16:15: Aber Bismarck und der Kronenprinz überreden ihn Und der Krohnprinze möchte unbedingt dass es so etwas gibt wie eine feierliche Ausrufung des Kaisereis.

00:16:26: Eigentlich ist das seit dem ersten Januar, da gibt's das Deutsche Reich und das sind die Novemberverträge.

00:16:32: Das so vorgesehen, da tritt die Verwassung in Kraft.

00:16:34: aber der Grundprinz möchte unbedingt noch so eine Feier haben obwohl sein Vater das nicht möchte.

00:16:40: und darum wird dann von Werner ohne nähere Absprache mit dem Vater daher beizutiert damit er dann dieses Ereignis, das dich der Grund prins wünscht auch feierlich in Szene setzt.

00:16:52: das berühmte Bild, dass wir alle kennen die Friedrichsruher Fassung.

00:16:56: Es gibt eines verschiedene Versionen dieses Ereignisses denn von Werner malt erst eine Fassung, dass diese sogenannte Zeughausfassung, die verloren gegangen ist wo die ganze Szenerie völlig anders aussieht und mal dann später nochmal die berühmt fassung in jedem Schulbuch drin ist als der Kaiser Bismarck zu seinem achtzehn, fünfundachzig zusammen siebzigsten Geburtstag dieses Bild schenken möchte.

00:17:22: und also dieses berühmte Bild das entsteht erst später.

00:17:26: Das Bild dass warum der von Werner nach Versaif wärt ist die Zeughausfassung die aber wie gesagt verloren gegangen ist.

00:17:34: und dann macht er da auch seines Skizzen.

00:17:36: er ist bei der bei der Kreisaprogrammation.

00:17:38: dabei ist sich auch einig mit allen anderen die dabei gewesen sind dass das Ereignis relativ unfeierlich gewesen ist Also relativ fräußig nüchtern.

00:17:46: Er beurchtet auch, dass der Kaiser dann so ein Podester absteigt und Bismarck keines Blickes würdigt.

00:17:52: aber das sind alles Dinge.

00:17:54: da konnte ich jetzt noch einen eigenen Podcast machen Und das ist dann sozusagen sein Durchbruch.

00:17:59: er ist jetzt dann sozusagen der Hofmaler von Friedrich Wilhelm und dann kriegt natürlich noch weitere Aufträge Teilweise Aufträge von Generälen, Konrad von Albens Lehm porträtierte und er macht dann in den nächsten Jahren sich einen Namen mit Sogenre-Zähnen aus dem Krieg.

00:18:17: Also in der Etappe zum Beispiel da sieht man Prussian Soldaten die Klavier spielen und sowas eher Sogenreszenen und genau damit wird er dann berühmt und auch sehr reich.

00:18:28: Heute hat die Stolkmalerei ja keinen guten Ruf unter den Kunstsinnigen, weil sie so plakativ erscheint und so affirmativ kriegsverherrlichend ist.

00:18:38: Aber natürlich für uns Stolker ist sie eine Quelle der vergangenen Mentalität mit der man auf das Ereignis geblickt

00:18:45: hat.

00:18:46: Wir haben eben immer wieder gesagt, man sah das – das war da so!

00:18:50: Dieses Original ist wie es war nicht mehr erhalten.

00:18:54: Also die Zeughausfassung?

00:18:56: hat eine völlig andere Perspektive.

00:18:58: Die Friedrichsruherfassung, da stehen wir seitlich vom Geschehen.

00:19:02: Wir sehen links auf dem Podest König Billemt I., wir sehen den Kronenprinzen und wir sehen Den Großherzog Friedrich von Baden wie er den Arm hebt und proklamiert und die anderen Anwesenden werfen ihre Pickelhauben hoch und freuen sich Das ist das berühmte Bild sehr preußisch.

00:19:22: Also wir sehen eigentlich nichts anderes als preußisches Militär und preußische Fürsten, und wir sehen in dem anderen Bild das ist mehr ein Wimmelbild da haben wir eine andere Perspektive mehr so von schräg hinten oder auch mehr so vom oben.

00:19:35: also wir schauen eher ins einer drei Viertelposition auf die Bühne und dort sehen wir auch jede Menge andere Personen die nicht nur preußig sind.

00:19:43: Und dieses Gemälde gibt es aber noch im Schwarz-Weiß-Foto weil es bei einem Bombenangriff im zweiten Weltkrieg verloren gegangen ist.

00:19:52: Das Gleiche ist ja generell auch dem Saarbrückener Rathaus und diesem Saal mit den Gemälden passiert, über die wir eben gesprochen haben.

00:20:00: Also auch die sind nicht mehr am originalen Ort aber sie haben den Zweiten Weltkrieg trotz Bombardierung überstanden.

00:20:06: was ist denn dann danach damit passiert?

00:20:08: Also da wo das der Anbau war für den Rathäuszyklos ist heute eine Rasenfläche die ziemlich präzise so groß ist wie das verlorene Gebäude.

00:20:19: Man hat, wie überall im deutschen Reich als die Luftangriffe stärker wurden wertvolle Kunstobjekte in Sicherheit gebracht.

00:20:27: In diesem Fall wurden sie zusammengerollt und versteckt.

00:20:32: Und dort liegen lagen Sie dann jahrzehntelange unbeachtet einfach um.

00:20:38: Also Historienmalerei, Preußischer Militarismus – all das waren natürlich Dinge, die nach dem zweiten Weltkrieg in völligen Misskredits standen.

00:20:45: Ja man hat ja sozusagen direkte Entwicklungslinien von Bismarck zu Hitler ziehen wollen und den preußischen Militarismus zum Schuldigen erklärt für den Nationalsozialismus, was natürlich Unfug ist.

00:20:56: Der Stadt Preußen wurde durch alliierten Kontrollratsbeschluss abgeschafft.

00:21:00: Da hatte man kein Interesse mehr an dieser Malerei.

00:21:02: Man hat noch nicht das Gefühl dafür entwickelt dass das Quellen sind sondern man hat an ihrer Oberfläche nur gesehen, aha!

00:21:09: Das bejubelt Krieg und bejobelt Preußen, das ist negativ aber in Wirklichkeit sind es ja Quellen, das habe ich eben schon ausgeführt.

00:21:16: Dann lagen die Unbeobachte drum und vergammelten natürlich, weil wenn man das nicht gescheit lagert dann vergammeln solche Sachen.

00:21:24: Und waren in einem schauderhaften Zustand als man sie dann wieder entdeckt hat.

00:21:30: Und dann wurde auf private Initiative hin wurden zwei ich sage mal nicht ganz seriöse russische Restauratoren herangezogen, die den Auftrag hatten diese Bilder wiederherzustellen und Sie haben die Bilder aber nicht wieder hergestellt sondern verschlimmen bessert Haarströmende restauratorische Fehler begangen, auch die Uniformen teilweise fehlerhaft rekonstruiert.

00:21:50: Und im Grunde waren die Bilder zerstört.

00:21:53: das Bild mit der Ankunft des Königs Wilhelm in Saarbrücken war praktisch ein Totalverlust.

00:21:59: aber dann hat das Saarland diese Bilder doch gekauft hat sie auch gescheit restaurieren lassen wobei die Restaurierung des einen großen Bildes also das Bild des Königs in Saarbrücken.

00:22:12: Das geschah während einer Ausstellung, die Ausstellung Inszenierung der Nationen, die von zwanzig, zwanzibens, einundzwanzig im Storischen Museum im Saarbrucken stattfand und den Deutsch-Fanzösischen Krieg zum Thema hatte.

00:22:26: Da wurde dieses Bild live restauriert – da quart man also beim Restaurieren zugucken!

00:22:30: Und dort wurden die Bilder dann auch zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder der Öffentlichkeit gezeigt.

00:22:37: Mittlerweile sind die Bilder fertig restauriert.

00:22:39: Sie gehören dem Historischen Museum in Saarbrücken, aber sie werden nicht gezeigt und man hat wohl auch nicht künftig vor sie zu zeigen.

00:22:48: Warum nicht?

00:22:50: Das ist eine gute Frage!

00:22:52: Das ist wahrscheinlich eine Mischung aus verschiedenen Gründen.

00:22:57: Erstmal ist es ja völlig unverständlich Geld auszugeben für Bilder, die man dann auch aufwendig restaurieren lässt, die der Öffentlichkeit präsentiert in einer großen Ausstellung, um dann zu sagen aber ja im in der Dauerausstellung des Museums werden wir sie nicht zeigen.

00:23:12: Einmal sind die Bilder sehr groß.

00:23:14: also Sie brauchen dafür natürlich auch die passenden Räumlichkeiten damit diese Bilder noch ihre Wirkung entfalten können.

00:23:19: das ist sicherlich da in dem Museum ein Problem.

00:23:24: ich könnte mir mal auch vorstellen dass es wieder die alten Berührungsängste sind vor klicksverherrlichender propreußischer Bildtradition.

00:23:33: Das könnt ihr eine Rolle spielen Aber da müsste man vielleicht mal mit den Leuten reden, die das Museum betreiben.

00:23:39: Der Simon Matzerath, der das Museum geleitet hat als die Bilder angekauft wurden und als die Ausstellung stattfand ist ja nicht mehr Leiter des Museums.

00:23:47: Und er kann da jetzt auch nicht so wahnsinnig viel zu sagen.

00:23:50: Man müsste mal die neue Leiterin – ich glaube es eine Frau – dazu mal befragen.

00:23:54: aber da fehlen mir auch nähere Informationen was sich sicher weiß, was kein Geheimnis ist dass man nicht daran denkt diese Bilder in der Dauerausstellung zeigen.

00:24:02: Was ich persönlich sehr schade finde weil sie wunderbare Beispiele sind für, ja dafür wie eine bürgerliche Gesellschaft im späten neunzehnten Jahrhundert sich vergewissert hat ihrer eigenen nationalen Identität und ihre nationalen in Anführungszeichen Helden.

00:24:20: Das ist ja ein ungeheurer Quellenwert der dahinter steckt Und ich persönlich bedauere das sehr.

00:24:25: Aber im Augenblick sieht es so aus als seien die Bilder für die Öffentlichkeit erst einmal verloren und vergammeln jetzt im Magazin.

00:24:31: naja da vergammelt's hoffen Sie nicht aber Da liegen sie halt im Magazin und niemand nimmt sie mehr zur Kenntnis.

00:24:37: Wer die Bilder sehen will, dem sei dann doch ganz dringend das Buch empfohlen in Szenierung der Nation herausgegeben von Simon Matzerath und Jessica Sieben-Eich – da habe ich auch zwei Aufsätze drin – und auch teilweise mitkuratiert von Kathrin Achtberger Pfaut.

00:24:54: Die kennen sie ja auch!

00:24:56: Und der kann dieses Buch erwerben... Und da sind die Bilder ein sehr guter Optik zu sehen.

00:25:01: Dort ist auch eine eindrucksvolle Computersimulation des verlorenen Rathaussaals zu

00:25:06: sehen.".

00:25:07: Sie hatten eben schon erwähnt, diese Schlacht von Spichern war glutig und die war strategisch unglug.

00:25:14: Diese Gemäldewannen waren wahrscheinlich dann auch dafür darum zu zeigen das war schlimm aber es hat sich ja gelohnt.

00:25:19: sie her was dafür ein tolles Kaiserreich daraus entstanden ist.

00:25:25: Sicherlich ist das auf der Oberfläche die Funktion dieser Bilder.

00:25:29: Aber wenn man so ein bisschen genauer hinguckt, dann verschweigen die Bilder gleichzeitig nicht ein paar Punkte, die schon auch den Zeitgenossen klar gewesen sind.

00:25:38: Also zum Beispiel auf dem Bild... also der Sturm auf die Sprichere Höhlen und auf den Roten Berg da ist im Hintergrund

00:25:45: z.B.,

00:25:48: ist der Industriestandort Stirring zu sehen?

00:25:50: Da sieht man so Schlote.

00:25:53: Das ist ein Verweis darauf, dass dieser Krieg in einem industrialisierten hoch technologisiertem Umfeld stattfindet.

00:26:00: Also wir finden uns im Industriezeitalter.

00:26:02: Das Industrie-Zeitalter heißt industriell gefertigte Massenwaffen die viele Menschen auf Anonymeweise töten können und diese Schlote verweisen schon oft den industriellen Charakter des Krieges.

00:26:15: Wir sehen auch Angst also wir sehen Soldaten Die haben so Schweißperlen die schreien laut und so ein bisschen unter Stress.

00:26:24: Wir sehen Verwundete, wir sehen auch Tod.

00:26:27: also wir sehen eine sehr unschöne grün gefärbte starre Leiche.

00:26:31: Wir seh'n aber auch im Wunder das auf der plakativen Ebene die Heroisierung von gewissen polsischen Tugenden.

00:26:40: Gerorsamen!

00:26:41: Der Offizier geht voran, der offiziert tut seine Pflicht man nimmt Todesgefahren in Kauf.

00:26:47: Das ist alles auf der Plakative Ebene sicherlich propagiert Aber das Bild zeigt gleichzeitig auch die Schattenseiten von Krieg.

00:26:54: Aber dafür muss man genau hingucken und sich nicht vor dem ersten Eindruck blenden lassen, den die Affirmation einem gibt.

00:27:01: Denn natürlich ist das Bild letztlich affirmativ gemeint.

00:27:03: Da haben Sie schon recht!

00:27:05: Aber es gibt ein paar Wiederhaken in diesem Bild, die auf die Realität schon zurückverweisen.

00:27:11: Kennen sie andere Beispiele wo solche Schlachten mit Lokalbezug dargestellt wurden?

00:27:17: um die lokale Verbindung zum Kaiserreich hochzuheben, wobei wer nicht?

00:27:21: ich fahre jetzt.

00:27:22: Das Ställe fällt mir auf... Der Deutsch-Französische Krieg wurde ja größtenteils außerhalb von Deutschland gekämpft.

00:27:28: also viele Beispiele wird's da wohl nicht geben ne?

00:27:31: Genau!

00:27:31: Also der Sturm auf Spichern ist der einzige Kampf den man tatsächlich irgendwie mit deutschen Bezug abbilden kann insofern schwierig.

00:27:41: es gibt natürlich jede Menge Bilder Sedan und Wirt.

00:27:44: was wird dann später auch Teil des Deutschen Reichs Aber in der Form, wie der Saarbrückner Rathaus Zyklus.

00:27:49: das ist schon ziemlich einmalig gewesen.

00:27:52: Natürlich gibt es auf beiden Seiten auch die Franzosen haben ihre Historienmaler eine Wille zum Beispielen, die ihre eigene Sicht auf den Krieg haben.

00:28:00: aber bei den Franzosen habe wir ein anderes Narrativ.

00:28:04: also wenn bei den Deutschen sozusagen der preußische Elan, der Angriffswille.

00:28:09: Der mutige Offizier die Preußischen Tugenden gefeiert werden gibt es bei den Franzosen andere Geschichten zu erzählen.

00:28:14: Die Franzose am Krieg verloren und sie haben ihn vor allen Dingen verloren in der ersten Phase.

00:28:19: das ist die Geschichte wegen unfähiger Offiziere Und darum feiern die französischen Bilder sehr gerne Den kleinen Soldaten der sich in der Niederlage noch erbittert wird.

00:28:30: ein ganz berühmtes Bild Ist das Haus der letzten Patrone.

00:28:34: Das ist ein Haus in Barset, das sein Vorort von Sedan bitter gekämpft wurde.

00:28:39: Da gibt es französischen Marineinfantristen die kämpfen halt bis zur letzten Patrone in diesem Haus, obwohl sie wissen dass sich sterben werden und das Haus nicht zu halten ist.

00:28:47: Und dieses Bild feiert also sozusagen den heroischem Widerstand In der Niederlage.

00:28:52: Das sind so die französischen Bildgeschichten.

00:28:55: Man könnte die sehr schön mit den deutschen auch vergleichen.

00:28:57: dort die Siegerbilder dort die Bilder des kleinen Soldaten der sich wehrt und der die Dummheit seiner Offiziere ausbaden muss.

00:29:05: Aber diese Allegorie, was Sie da gesagt haben, diese Darstellung von Meutke und Bismarck und Wilhelm und Friedrich als die Nationalheiligen, das wird es wahrscheinlich dann doch noch öfters geben oder?

00:29:18: Also dieser... also diese Deutung als nationalheilige entsteht ja vor allen Dingen dadurch dass die so angeordnet sind wie eine gotische Altaretabel Die stehen da Noch mal, Sie haben in der rotischen Kirche das große Bild mit einer biblischen Szene und links und rechts die Seitentafel.

00:29:37: Dort stehen ganz oft Heilige.

00:29:40: Und da stehen jetzt halt keine Heiligen, sondern Preußen.

00:29:43: Also sie übernehmen die Bildfunktion des Heiligen.

00:29:47: Ich habe das in meinem Aufsatz genannt, Heiligen-Fähigung auf Preußisch.

00:29:52: Das ist so in der Anordnung und Kombination schon ziemlich einzigartig.

00:29:56: Natürlich haben wir im Kaiserreich das geflastert mit Moltke und Bismarck-Darstellungen.

00:30:02: Also der Moltke, der sieht auch immer ganz ähnlich aus.

00:30:05: Der steht immer so ein bisschen lässig die Hände vom Schritt und so ein bischen ja stoisch.

00:30:11: Er steht ja auch in Berlin zum Beispiel im Tiergarten am Berliner Sternen.

00:30:15: Können Sie den sehen?

00:30:16: Bismark-Statuen haben sie ungezählte!

00:30:21: Ja also natürlich haben sich die Darstellung dieser Helden in Bild und in Skulptur sehr oft aber diese diese Anordnung als Bildheilige neben einem dann sozusagen sakralisierten Geschehen in der Wildmitte.

00:30:37: Das ist in Saarbrücken schon ziemlich speziell und einzigartig aus meiner

00:30:40: Sicht.".

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