X-062: Die Tagung "Das vergessene Revier?", mit Dr. Dagmar Hänel und Dr. Henning Türk {LVR geSCHICHTEN}
Shownotes
Dies ist eine Auftragsproduktion für den LVR geSCHICHTEN
Link zur Tagung "Das vergessene Revier?"
Hinweise
Initiator der Tagung war die Landeszentrale für politische Bildung NRW unter ihrem damaligen Leiter Dr. Guido Hitze. Veranstalter der Konferenz waren neben der Landeszentrale für politische Bildung auch das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, das LVR-geSCHICHTEN-Team und das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath, wo die Tagung auch stattfand.
Frau Dr. Dagmar Hänel ist Fachbereichsleiterin im LVR-Dezernat Kultur mit den Schwerpunkten zentrale Dienstleistungen und strategische Steuerungsunterstützung.
Herr PD Dr. Henning Türk ist wissenschaftlicher Referent am LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte.
Verknüpfte Folgen
Sonderreihe zur Tagung "Das vergessene Revier? Die Geschichte der Braunkohlenförderung im Rheinischen Revier" (30.06.2026)
Einladung zur Tagung "Das vergessene Revier?" (2026) (01.07.2026)
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Die Episoden werden thematisch und nicht nach Erscheinungsdatum nummeriert. Für einen chronologischen Durchgang zur europäischen Geschichte sollten die Episoden nach Namen sortiert werden. Unten in den Shownotes findet ihr die Liste der einzelnen Kategorien!
schwarze0fm hatte als Hobbyprojekt begonnen - inzwischen habe ich aber durch Auftragsproduktionen und Crowdfunding die Möglichkeit gewonnen, mehr und bessere Folgen für Geschichte Europas zu produzieren. Das Prinzip "schwarze Null" bleibt - die Einnahmen werden verwendet, für mich Rahmenbedingungen zu schaffen, den Podcast zu betreiben und weiterzuentwickeln. In dieser Folge habe ich das ausführlich erklärt.
This episode of "Geschichte Europas" by schwarze0fm (Tobias Jakobi) first published 2026-07-02
CC-BY 4.0: You are free to share and adapt this work even for commercial use as long as you attribute the original creator and indicate changes to the original.
Der Podcast ist Teil des Netzwerks #historytelling und von Wissenschaftspodcasts.de.
Kategorien
Die Namen der Podcast-Folgen beginnen mit dem Schema „Buchstabe-Dreistellige Zahl“. Der Buchstabe steht dabei für die thematische Kategorie (die auch im Untertitel der Folge zu finden ist). So kann, zumindest für die Buchstaben B bis U, durch alphabetische Sortierung ein chronologischer Ablauf der Folgen dargestellt werden.
Die Kategorien der Episoden sind wie folgt:
• A = Epochenübergreifende Themen
• B = Geologische Geschichte
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• D = Mittel- und Jungsteinzeit
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• J = Das Spätmittelalter
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• M = Reformation und Glaubenskriege
• N = Absolutismus und Aufklärung
• O = Zeitalter der Revolutionen
• P = Nationalismus und Imperialismus
• Q = Erster Weltkrieg
• R = Zwischenkriegszeit
• S = Zweiter Weltkrieg
• T = Kalter Krieg und Europäische Einigung
• U = Nach dem Kalten Krieg
• V = Europa aktuell
• W = Epochenübergreifende Biographien
• X = Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur
• Y = Quellen
• Z = Meta/ Podcast
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00:00:00: Also ich glaube tatsächlich, dass das Rohrgebiet einen großen Schatten auf das Braunkohlerevier geworfen hat.
00:00:06: Man kann zwar das Braun-Kohlerevir vom Weltraum aussehen aber nicht von der Erde aus.
00:00:11: Weil es ist eben nicht in irgendeiner großen Stadt präsent.
00:00:15: Das ist an der Autobahn dann, auf dem man vorbeirauscht an den Projekte sei denn man sieht dieses riesen Kraftwerk Weißweiler und dann fragt man sich schon ah so weit reicht das Rohregebiet?
00:00:25: Es ist verloren!
00:00:26: Es gibt diese Arbeitskultur Hochgebiet, diese Solidarität licht.
00:00:31: Es sind viele Bezirke die das Land aufteilen und es ist nicht einheitlich geografisch oder politisch.
00:00:39: Das macht die Sache
00:00:40: schwierig.".
00:01:15: Diese Folge von Geschichte Europas ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt Geschichten Reiniges Revier.
00:01:22: Heute verlassen wir einmal das klassische Interviewformat meines Podcasts und besuchen zusammen die Tagung Vergessenes Revier die im Frühjahr, dass es in den Jahren ist, stattfand.
00:01:33: Initiiert wurde die Tagung durch die Landeszentrale für politische Bildung NRW unter ihrem damaligen Leiter Dr.
00:01:40: Guido Hitze.
00:01:41: darüber hinaus wurde die Konferenz auch vom LVR-Institut für Landeskunden und Regionalgeschichte dem Team der LVR Geschichten Rheinches Revier und dem Nebbräuninghaus in Herzogengrat veranstaltet und organisiert.
00:01:54: Mit dieser heutigen Folge beginnt auch eine Reihe in der ausgewählte Vorträge dieser Tagung präsentiert werden.
00:02:02: Diese Folge bildet den Auftakt und am Schluss wird auch eine auf der Tagung stattgefundene Podiumsdiskussion hier ausgestrahlt werden, das ist aber noch Zukunftsmusik.
00:02:11: zurück ins Hier und Jetzt!
00:02:13: Einerseits hört ihr in dieser Folge schon Teile eines klassischen Interviews.
00:02:17: Mit Dagmar Hennel und Henning Türke habe ich über die Entstehung der Tagung gesprochen, über neue Perspektiven auf die Geschichte des Rheinischen Braunkohle-Riviers.
00:02:25: Und über die Frage warum diese Region trotz ihrer enormen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutungen bislang vergleichsweise wenig erforscht ist.
00:02:34: daher auch der mit einem Fragezeichen versehene Titel der Tagungsvergästenes Revier.
00:02:40: Aber neben dem Interview hört ihr in dieser Folge auch zahlreiche Statements von Referentinnen und Besuchenden der Tagungen Die zentrale Frage zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Rheinischen Braunkohle Reviers und seiner Erforschung beantwortet haben.
00:02:55: Die Folge bietet damit einen Überblick über die wichtigsten Themen- und Debatten der Tagung.
00:03:00: In den nächsten Wochen erscheinen zu dem weitere Interviews zu ausgewählten Vorträgen der Tagungen hier bei Geschichte Europas!
00:03:07: In den Schulungserfolge findet ihr Kontaktmöglichkeiten für Fragen, Feedback und Kommentare – und natürlich wurde es mich sehr interessieren wie er dieses neue oder andere Format Abseits vom normalen Interview findet.
00:03:19: In den Show-Notes findet ihr auch Wege, wie ihr mich und diesen Podcast unterstützen könnt – etwa durch Spenden via PayPal & Kofi oder durch regelmäßige Beiträge über Steady und Kofie.
00:03:30: Ebenso gibt es dort eine Liste in härtlich vergüpfter Folgen die stets aktuell gehalten wird und in der alle Folgen, die mit dieser Tagung zusammenhängen erschreinen werden.
00:03:39: Damit genug der Vorrede, los geht's.
00:03:41: Dagmar Hennel und Henning Turk machen den Auftakt, stellen sich die Tagung vor und dann geht es ab in das vergessene Revier.
00:03:48: Ich wünsche euch viele neue Erkenntnisse beim Zuhören!
00:03:51: Mein Name ist Dagmar Helnel.
00:03:53: ich bin eigentlich ja promovierte Kulturantropologin arbeite bei dem Landschaftsverband Rheinland.
00:04:01: dass die Initiative des Landschaftsverbandes Rheinland zur kulturellen in Wertsetzung des Strukturwandelprozesses im rheinischen Braunkohlerevier.
00:04:12: Das erkläre ich jetzt mal ganz kurz für die Zuhörerinnen und Zuhöhrer, die nicht aus dem Rhein-Land sind weil außerhalb ist diese Konstruktion immer etwas schwer zu verstehen.
00:04:21: LVR Ein regionaler Verband und das Rheinische Braunkohlenrevier, also die Region zwischen Aachen, Köln, Mönchengladbach ist sozusagen mitten unser Verbandsgebiet.
00:04:35: Kurz gesagt, all die Dinge für jede einzelne Kommune zu groß sind.
00:04:40: Die aber für das Land Nordrhein-Westfalen Anstiegchen so kleinteilig sind.
00:04:44: Das hat sehr viel zu tun mit Gesundheit, mit Psychiatrie, mit sozialen Aufgaben und Inklusion, Menschen mit Behinderung oder Einschränkungen und mit Kultur.
00:04:55: Also wir tragen mehrere Museen im Rheinland.
00:04:59: Museen, die nicht einfach Stadtmuseen sind sondern eher einen regionalen oder auch überregionalen Anspruch haben.
00:05:05: Wir haben mehrere Institutionen wie das LVR-Institut für Landeskundung und Regionalgeschichte, von denen mein Kollege Henning Türke hier heute auch mit bei uns ist.
00:05:16: Und in dem ich auch viele Jahre gearbeitet habe.
00:05:19: Ich bin quasi jetzt seit Jahr zwei Tausend neunzehn in diesem Projekt.
00:05:25: Wie machen wir aus diesen großen eigentlich wirtschaftlich orientierten und perspektivierten Umbruch in dieser Region, im Rheinischen Braunkohlerevier.
00:05:35: Wo steht da eigentlich die Kultur?
00:05:37: Welche Bedeutung hat Kultur für die Menschen dort?
00:05:40: und ich bin ein Kulturantropologin habe ja schon gesagt das heißt mir geht es weniger um den Erhalt oder die Etablierungen von Theatern oder Literaturfestivals oder Opern sondern mir geht zum Alltagskultur was macht diese Region mit den Menschen?
00:05:57: Was macht diese Veränderung mit den dass das Braunkohle, was ja fast hundert Jahre lang ein ganz prägender Wirtschaftsfaktor für die Menschen war.
00:06:07: Was macht das eigentlich mit denen?
00:06:09: Dass wir das heute so ganz anders bewerten oder aussteigen wollen aus der Verstromung der Braumpole und es hat ganz tiefe und viele kulturelle Ausprägung und Auswirkungen.
00:06:20: Und die sichtbar zu machen, um die Menschen mitzunehmen in diesem Strukturwandel-Projekt – das ist diese Aufgabe seit dem Proletischen Auftrag durch die Landschaftsversammlung des Landes Rheinland.
00:06:35: Da arbeiten wir in diesem Bereich sehr, Mit den Menschen, mit Akteuren vor Ort.
00:06:41: Mit Zivilgesellschaft aber auch mit den Kommunen und den kommunalen Verbänden in dieser Region um das Thema Kultur hier sichtbar und wahrnehmbar zu machen.
00:06:51: Und vom Thema Kultur kommt man dann ganz schnell auf das Thema Geschichte nämlich... zu wissen, um einen Wissensbestand zu haben über das kulturelle Erbe einer Region.
00:07:03: Über die kulturellen Bedeutung braucht man natürlich ein Wissen über historische Entwicklung und historische Herleitung.
00:07:10: Und jetzt hole ich mal ganz weit aus diese Region des Rheinischen Braunkohlerevier ist eine ganz alte Kulturregion.
00:07:19: Wir wissen es aus archäologischen Forschungen auch durch unser LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, eines der besterforschten Gebiete im Bezug auf die Archäologie dieser Regionen.
00:07:34: Ob das die Eisenzeit ist, die Steinzeit aber auch ganz stark die römische Zeit vor der Braunkohle wurde... Archäologie betrieben und gebargeutet, von daher ist es hervorragend dokumentiert.
00:07:46: Und wir sehen dass diese Region eine alte Börderegion, das heißt ne langwirtschaftlich ganz reichhaltige Region dass die seit fast zehntausend Jahren besiedelt ist, dass man hier ganz viele Elemente der Menschheitsgeschichte lesen und erkennen kann.
00:08:03: Und dass das kulturelle Erbe dieser Region bis heute prägt.
00:08:07: Das zu erhalten, zu erzählen, zu zeigen – das ist die Idee unseres Projektes!
00:08:13: Ja und der Blick, der Historiker auf diese Region ist einer das ja vielleicht.
00:08:19: also ich glaube dass kann der Henning Türb dann noch viel viel besser beschreiben als ich es kann.
00:08:23: Der ist davon geprägt und so sind wir auch zu dem Titel gekommen Das vergessene Revier, dass man auf diese Regionen vor allen Dingen auf das Thema Braunkohle bisher aus der Perspektive der Geschichtswissenschaft noch gar nicht so wahnsinnig intensiv drauf geguckt hat.
00:08:39: Henning, vielleicht magst du jetzt hier einsteigen?
00:08:43: Ja, kann ich gerne machen.
00:08:45: Mein Name ist Henin Thürk.
00:08:46: Ich bin wissenschaftlicher Referent im LVR Institut für Landeskundung Regionalgeschichte und das LVRA-Institut für Landeskundungsregionalgeschichte ist das Kompetenzzentrum des LVA Für Sprache, Alltagskultur und Geschichte in Rheinland Und hier bin ich ein Mitarbeiter In der Abteilung für Geschichten.
00:09:10: Wir haben das Thema Braumbaule eben aus der historischen Perspektive, vor allen Dingen auf dem Schirm.
00:09:18: Ich habe mich selbst in meiner wissenschaftlichen Forschung sehr viel mit Energiegeschichte aus einem Wanderer gesetzt – ja, er wolle die Energie in den Geschichten des Bundesrepublikes aber auch in der Geschichte der DDR und bin sozusagen persönlich diesem Thema sehr eng verbunden.
00:09:36: Und unsere Idee bei dieser Tagung war es eben sehr stark das was Dr.
00:09:41: Michael schon erläutert hat, dass wir im Moment ja schon sehr stark über Fragen diskutieren, was bleibt eigentlich wenn der Hulamersstieg vorzogen ist?
00:09:53: Wie gehen wir sozusagen mit dem Erbe um und wie gehen wir mit denen um, was von der Raunkohleförderung bleibt?
00:10:00: Und unsere Idee aus der extorschen Perspektive war es erst mal einen Schritt zurückzutreten und zu fragen – Was war eigentlich?
00:10:10: Wie können wir das, was sich vor allen Dingen in den letzten zwei Hundert Jahren in diesem reinigen Revier abgespielt hat aus wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher kultureller Perspektive?
00:10:23: Wie können mir das eigentlich historisch erforschen?
00:10:25: wie können wir es passen.
00:10:27: Was
00:10:28: gibt es eigentlich bisher schon für Forschung?
00:10:30: wo kann die Forschung zukünftig hingehen?
00:10:33: Das waren eben Fragen, die zu uns bei der Konzeption der Tardom sehr wichtig machen.
00:10:40: Die Titel, der Titel ist Vergessene Revier.
00:10:43: Der hat zwei Komponenten.
00:10:45: Das eine ist tatsächlich die Lage der Forschung, der ist Hauptschnittforschung.
00:10:52: Wenn man sich die Forschung zwischen der Di-Geschichte in der Bundesrepublik anschaut, da findet man sehr viel zur Steihohle zum Ruhrgebiet und zur Geschichte des Erdbühleinsatzes.
00:11:09: So eine Geschichte der Akformenergie gibt es mittlerweile an zahlreiche Berge, aber die Braunkohle ist bisher so ein bisschen hinten runtergefahren.
00:11:19: Das merkt man eben auch wenn man mit dem Rheinischen Regier beschäftigt.
00:11:23: also aus der übergreifenden energiegeschichtlichen Perspektive Deutschlands gibt es eigentlich relativ wenig Forschung zum Rheinische Regier zur Bedeutung des Rheinischer Regiers für die Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik und nach Deutschland insgesamt Und insofern ist unser Eindruck schon, dass das Ganze eher ein vergessenes Revier ist.
00:11:46: Das Frage zeichnet aber auch deswegen weil es eine Sache der Perspektive ist.
00:11:52: Also wenn man etwa aus der Perspective der Menschen in den Regionen auf das Thema schaut dann ist es natürlich ein Thema was die Menschen dort mit denen die Menschen sich tagtäglich auseinandersetzen und es gibt doch zahlreiche Vereine in der Region jetzt auch eigene Zeitschriften mit so weiter herausbringen und darin dann entsprechende Artikel aufsetzen, über das Rheinische Revier veröffentlichen.
00:12:19: Und aus der Perspektive erscheint es Rheinischer Revier dann gar nicht mehr zu vergessen.
00:12:25: Also dass auch in Ansatz der Tage eben ist zu fragen, Ist es wirklich ein vergessenes Revier?
00:12:32: Und ist das nicht eher eine Sache der Wahrnehmung?
00:12:37: auch diese lokalhistorischen, regionalhistorische Perspektiven im Pfiff der Hacker auf die allgemeine Energiegeschichte einschöpfeisen sollte.
00:12:49: Und um das zu erreichen und das zu gewährleisten haben wir bei der Konzeption der Tahrung zwei Aspekte mit berücksichtigt.
00:12:56: Das eine ist dass wir ein Meet and Greet integriert haben, d. h., wir haben lokalen regionalen Vereinen die Möglichkeit geboten, sich bei der Tagung zu präsentieren.
00:13:12: Und dadurch uns Gesprächen zu kommen mit Historikerinnen und Historikern die jetzt von Universitäten kommen vielleicht aus dem Ausland und sich da auszutauschen so dass man eben sieht vor Ort tut sich doch einiges und diese Forschung ist eben stärker integriert.
00:13:28: Das andere was wir dann bei der Konzeption der Tagungen mit eingebaut haben Rolle der Archive, weil wir eine sehr reichhaltige Archivlandschaft haben in der Region und aber auch darüber hinaus.
00:13:42: Und es ist uns eben auch ein Anliegen wahr zu zeigen hier gibt es immer noch sehr viele Bestände, sehr viel Material das genutzt werden kann dass für spannende Forschungen zur Verfügung steht.
00:13:55: Das Organisationsteam der Tagung hat dem Rheinischen Braunkohle-Rivier bewusst ein Fragezeichen mitgegeben.
00:14:01: Ist es wirklich ein vergessenes Revier?
00:14:03: Und wenn ja, warum?
00:14:05: Genau diese Frage wurde auch den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagungen gestellt.
00:14:09: Zunächst hören wir dazu Prof.
00:14:11: Dr.
00:14:11: Thomas Schlepper, der sich unter anderem in der Arbeitsgruppe Industriekultur des Rheinlichen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz engagiert sowie Professor Dr.
00:14:20: Boris Gehlen von der Universität Stuttgart.
00:14:23: Also ich glaube tatsächlich, dass das Rohrgebiet einen großen Schatten auf das Braunkohlerevier geworfen hat.
00:14:30: Man kann zwar das Braun-Kohlerevir vom Weltraum aussehen aber nicht von der Erde aus.
00:14:35: Weil es ist eben nicht irgendeiner großen Stadt präsent.
00:14:39: Das ist an der Autobahn dann, auf dem man vorbeirauscht an den Projekten sei, denn man sieht dieses riesen Kraftwerk Weißweiler.
00:14:45: und dann fragt man sich schon ah so weit reicht das Rohregebiet?
00:14:49: Es ist verloren!
00:14:50: Es gibt nicht diese Arbeitskultur wie im Hochgebiet.
00:14:54: Diese Solidarität licht, es sind diese vielen Bezirke die das Land aufteilen.
00:14:59: Es ist nicht einheitlich geografisch und politisch.
00:15:02: Ich glaube das macht die Sache schwierig.
00:15:04: Die Universitäten gibt's da auch nicht, die das diskutieren könnten.
00:15:07: Das gibt's im Ruhrgebiet oft!
00:15:09: relativ spät, aber es gibt es.
00:15:11: Und so gibt es dann auch nicht eine einheitliche Kultur und so eine Sozialgeschichte die das Ganze einbettet.
00:15:18: Sondern es wird hinterher entdeckt.
00:15:19: insofern lange vergessen deswegen die Tagung höst notwendig.
00:15:24: Für das Übersehen des Braunkohlenbergbaus in der Forschung gibt es sicherlich verschiedene Erklärungsansätze.
00:15:29: im Wesentlichen hat es wohl auch mit der deutschen Teilung zu tun die eben geschichtspolitisch andere Narrative gesetzt hat das in der bundesrepublik eben im wesentlichen die bedeutung des steinkohlenbergbaus reflektiert wurde und vielleicht auch der elektrizitätswirtschaft.
00:15:46: aber braunkohlen bergbar als primär energie hat tatsächlich kaum jemand interessiert.
00:15:51: Und
00:15:52: ja
00:15:52: durch schichtspieltes historischen materialismus in der ddr spielten Fragen nach einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Unternehmen oder eben auch einzelner Branchen nur eine sehr untergeordnete Rolle, weil der Sozialismus ja eben genau deren Anreizsysteme überwunden wissen wollte.
00:16:10: Also von daher ist es glaube ich ein wesentliches Ergebnis auch der deutschen Teilungsgeschichte das wir bis lang so wenig über im Bronkolenberg
00:16:17: bei
00:16:18: wissen.".
00:16:19: Thomas Schlipper und Boris Gehlen haben unterschiedliche Erklärungen dafür geliefert Warum die Geschichte des Rheinischen Braunkohle-Reviers lange vergleichsweise wenig Beachtung gefunden hat?
00:16:29: Im Interview habe ich deshalb bei Henning Turk nachgefragt, warum das Revier heute zwar regelmäßig im Mittelpunkt öffentlicher Debatten steht.
00:16:38: Sich diese Aufmerksamkeit bislang aber nur begrenzt in der historischen Forschung
00:16:41: widerspiegelt.".
00:16:43: Es ist ja schon spannend, Herr Turk, dass Sie dem Rheinichen Revier aus dieser historischen Perspektive ein bisschen das Vergessenen sein attestiert haben weil In den letzten Jahren, gerade vor dem Hintergrund der Thematik.
00:16:55: Der Klimakrise, den dort stattfindenden Protesten war ja zeitgenösslich sehr viel Aufmerksamkeit zumindest mediale Öffentliche auf dem reinigen Revier.
00:17:04: War das reinige Revier irgendwie so ein bisschen ein Fokuspunkt ohne dass man so genau wusste was da alles dahinter steckt?
00:17:11: Ja, ich denke schon, dass man sieht, dass da doch eine gewisse Unterschiede zu erkennen ist.
00:17:21: zeitgenössisch ist das reinste Revier sehr präsent, es ist immer wieder eine Medien.
00:17:27: Wir haben die Proteste erwähnt, die insbesondere und zusammen mit der Hambacher Forst natürlich sehr präsent in den Medien waren und immer noch zu sind.
00:17:37: Und wir haben jetzt auch immer wieder Berichte etwa über ja, über die Umwandlung des Tagebaus, haben aber einen großen Zehen, Freizeitmöglichkeiten usw.
00:17:51: gerade diese Pipeline eröffnet.
00:17:53: Also das reine Regier ist sozusagen in den Medien, in der Aufmerksamkeit und auch recht präsent, aber das spiegelt sich bisher noch nicht im historischen Forschung wieder.
00:18:05: Ich denke, dass wird sich in den nächsten Jahren ändern.
00:18:08: Wir haben ja bei der Tagung gesehen es laufen einige spannende Forschungsprojekte zur Zeit, aber gerade das Ende des Ankohlenbergbaus oder die Auseinandersetzung Befeuern ja auch wieder bestimmte Forschung, Stoßenfragestellungen an Geschichtswissenschaften.
00:18:26: Rehabiert ihr auch immer auf aktuelle Debatten und greift diese auf?
00:18:32: Insofern bin ich mir sicher dass wir in den nächsten Jahren Auch in der Geschichtswissenschaft dann einen stärkeren Fokus auf das meine Schöne haben können.
00:18:42: Frau Händel, dann nehmen Sie uns doch mal gerne auf diese Tagung mit Zeigen erst einmal, was waren denn so die großen Linien dieser Tagung?
00:18:52: Was waren so die wichtigsten Themen, die präsentiert wurden um eben das Revier weniger vergessen zu machen.
00:19:00: Ja!
00:19:01: Die großen Linie dieser Tagungen ist eine Tagung, die ich sage mal auf der einen Seite multiperspektivisch und sehr offen war.
00:19:11: Henning Türke hat es ja auch gerade schon gesagt.
00:19:13: Das waren beispielsweise auch Vertreter aus Zivilgesellschaften Mit eingeladen sich zu präsentieren, die das übrigens unglaublich interessiert und mit ganz viel Initiative aufgegriffen haben.
00:19:24: Auch diese Möglichkeit des Dialogs zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft.
00:19:29: Und die Linien waren also harte Forschungsrealität- und Forschungsarbeit historischer Wissenschaft.
00:19:38: Nämlich hier wirklich die Kerne Arbeit in den Archisen in die Quellen einzutauchen und damit halt auch wirklich neue Ergebnisse und neues Wissen herzustellen.
00:19:49: Also es sind viele Dinge dokumentiert, aber hier neue Schlüsse zu ziehen, neue Verbindungen aufzuzeigen – das ist glaube ich das was die Tagung auch geleistet hat.
00:20:00: Der eine rote Faden ist sozusagen so ein typischer Ansatz für Historiker, aber eben auch für viele andere Wissenschaften ist er chronologischer.
00:20:11: halt eben zu schauen, wo beginnt eigentlich diese Braunkohle-Industrie im neunzehnten Jahrhundert?
00:20:16: Was sind dafür Akteure dabei?
00:20:18: Wie hängen die zusammen?
00:20:19: Wie ist da die politische Situation?
00:20:21: und das im Prinzip ja fast bis heute nachzuvollziehen.
00:20:25: Diese historische Entwicklung der Braunkohlindustrie unter industriellen Förderungen und Veredelung und Verstromung von Braunk Kohlen.
00:20:36: Das zweite Thema was ich durchzogen war uns sozusagen in den Raum.
00:20:44: Das wissen wir auch aus dem Kohleausstiegsgesetzen, wir haben drei große braunkohle Regionen im Deutschland das reinischere wie es.
00:20:53: eins davon dass auch hier immer wieder der Blick in die anderen Regionen geworfen wurde und auch mal so geschaut wurde, ist es eigentlich im Mitteldeutschen Revier, im Ostdeutsch Revier.
00:21:04: Ist das da anders gelaufen?
00:21:05: Hat das anders funktioniert?
00:21:07: Also dass man über diese beiden großen Kategorien Raum und Zeit auf das Thema braunkohle, industrielle Braunkohlennutzung ich sage mal so ganz allgemein geschaut hat und die... Und ich finde das sind auch Ja, also die Ergebnisse, die hängen geblieben sind so ein Stück weit.
00:21:28: Dass wir genau das tun müssen nämlich Zeit und Raum hier über dieses Thema zu verbinden und zu verknüpfen weil das gibt uns nochmal... Also der Blick auf die ostdeutschen Reviere und das mitteldeutsche Revier oder auch mal einen Blick über die deutschen Grenzen hinaus in andere braunkohlere Viere Das gibt uns noch einmal eine ganz andere Perspektive auf das reinische Revier und was hier passiert.
00:21:51: Dagmar Hähnel hat gerade betont, wie wichtig der Blick über die Grenzen des Rheinischen Reviers hinaus ist und auch auf der Tagung Vergessenes Revier spielte diese Vergleichsperspektive eine zentrale Rolle.
00:22:03: Dazu üben wir noch einmal Professor Dr.
00:22:05: Boris Gehlen sowie Phil Kälzer Wissenschaftliche Hilfskraft an der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der TU Bergakademie Freiberg.
00:22:15: Die Entwicklung der drei großen Reviere ist historisch unterschiedlich verlaufen.
00:22:20: Dadurch haben sich unterschiedliche Verwertungsschwerpunkte sozusagen für die Braunkohle herausgearbeitet, die langfristig auch die Struktur der Region geprägt haben.
00:22:28: Also Mitteldeutschland ist vor allem der Einfluss der chemischen Industrie und auch der Erdölindustrie von großer Bedeutung in Rheinland deutlich eher die Nutzung vom Braunkohl zur Elektrizitätsgewinnung was dann eben sehr lange auch geschichtsmächtig geworden ist.
00:22:43: und insofern ist ein Vergleich dieser Reviere einerseits sehr wichtig, um eben die Unterschiede herausarbeiten zu können andererseits aber auch möglicherweise Erkenntnis verhindern weil man die spezifik der einzelnen Regionen vielleicht nicht in der Form erfasst wenn man es unter einer sehr allgemeinen Fragestellung betrachtet.
00:23:03: Die Frage nach den Zusammenhängen aber auch den Unterschieden zwischen den einzelnen Braunkohlenrevieren ist deswegen spannend weil natürlich die unterschiedlichen Revierer anderen Wettbewerbssituationen ausgesetzt waren.
00:23:18: Ja, das Rheinische Braunkohlenrevier steht im Wettbewerb mit der Rheinesches-Fällischer Steinkohle.
00:23:23: Das Mitteldeutsche mit Rheinsches Fällischer Steinkohle, Rheinischer Braunk Kohle und das Ostelbische vor allem mit der Böhmischen.
00:23:31: Was spannend dabei immer ist, dass diese Wett bewerbsverhältnisse natürlich auch
00:23:36: die
00:23:37: Produktions- und Absatzlogiken dieser jeweiligen Reviere nachhaltig bestimmen Und vor allem dadurch auch sich eine Annäherung daran verschafft werden kann, warum man überhaupt in diese Braunkohle einsteigt.
00:23:49: Weil das ja eine Ressource ist, die im Vergleich zu Steinkohleminderwertig ist und man muss erst mal auf die Idee kommen einen minderwertigen Rohstoff derart zu einer Marktreife zu bringen dass er sich dann auch rentiert.
00:24:02: Ich glaube da wird eine Perspektive zwischen den Revieren sehr fruchtbar sein.
00:24:07: Sowohl Boris Gehlen als auch Fikilzer haben betont dass sich viele Entwicklungen erst im Vergleich mit anderen Braunkohlerivieren richtig einordnen lassen und es wichtig ist, die richtigen Fragen zu stellen.
00:24:20: Im Gespräch mit Henning Türke geht es nun um die Frage, welche Rolle sollte Vergleichs- und Verflechtungsperspektiven für die Tagung insgesamt gespielt haben?
00:24:28: Die Vergleichsperspective und die Verschlechtungsperspektive mit dem Anlag umhebieren fand ich wirklich sehr interessant und das wurde dann mit den Vorträgen und den Diskussionen auch immer wieder aufgekürzt.
00:24:40: Und dass man hier zum Beispiel erkennen kann, dass das Rheimische Revier im neunzehnten Übergang zum zwanzigsten Jahrhundert im Vergleich zu den anderen Regieren eher ein Nachzügler von.
00:24:53: Dass aber gleichzeitig diese Positionen es ermöglicht hat Fehler wie andere Entwicklung und Fehlentwicklungen die sich in den anderen Revieren herausgestellt haben zu vermeiden und eben süßthematischer die Erschließung der Braunkohle im reinischen Revier voranzutragen.
00:25:15: In einer Respektive, die jetzt nicht nur vergleichen schaut, ist eben die Verflechtungsperspektive.
00:25:21: Also gab es entsprechende Transfers zwischen den verschiedenen Regionen, Distance-Transfers und Persons wie etwa im Mitteldeutschen Revier gearbeitet haben und dann ins reinische Revier gegangen sind und ihre Erkenntnisse... und sich zwei in der Milch gebracht haben, wir in der Region umgesetzt haben.
00:25:45: Das fand ich gerade tatsächlich sehr spannend und hatte auch den Eindruck, dass das ein Punkt ist, der bei vielen Vorträgen sich wiedergespiegelt hat und eben auch in den Diskussionen immer wieder aufgekriegt.
00:25:59: Der Blick auf andere Braunkohlereviere und neue Forschungsperspektiven zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung Vergessenes Revier.
00:26:07: Dazu hören wir nun den freischaffenden Künstler und Fotografen Janik Rohe, der sich intensiv mit den Umsiedlungen im Rheinischen Revier beschäftigt hat sowie Dr.
00:26:16: Michael Fahrenkopf, Leiter des Montatenhistorischen Dokumentationszentrum am Deutschen Bergbomuseum in Bochum.
00:26:23: Also einer der wesentlichen Unterschiede die mir jetzt in meiner Arbeit untergekommen sind im Rheinischen Braunkohlrevier aber auch mal an einer Exkursion ins Lausezerrevier ist das Gerade im Lausitzer Revier die Geschichte der Umsiedlungen, gerade im sorobischen Kulturraum, wesentlich besser erforschen aufgearbeitet wurde.
00:26:41: Also da gibt es einen Sammelband, da gibt's das archivverschwundene Ort, das in Horno war gegründet worden jetzt mittlerweile glaube ich im Textilmuseum umgezogen ist und sowas gibt's einfach im Rheinland bisher noch nicht.
00:26:55: Und gerade auch mit Sammelbändern und Büchern, die über Einzelpublikationen von Heimatsvereinen hinausgehen.
00:27:04: So was ist mir hier im Rheinschen Revier noch nicht untergekommen?
00:27:07: Ich glaube das da wirklich ein großes Potenzial noch liegt!
00:27:13: Das hat auf diese Tage sehr schön gezeigt aus meiner Perspektive dass wir sicherlich eine wirtschaftshistorische Perspektive, die relativ gut glaube ich schon da ist und auf der man irgendwie auch eine ganze Reihe von Erkenntnissen hat.
00:27:25: Dass man hier auf jeden Fall sozusagen weiter perspektivisch fokussieren sollte.
00:27:30: Und dann vor allen Dingen auch sicherlich immer in der Perspektives das es nicht nur rein um den Rheinischen Braunkohlenbergbau alleine gehen kann sondern dass es insbesondere natürlich auch Vergleiche geben muss, die wir ja historisch weit zurückführen können Und also Stichworte, Mitteldeutsches Revier heute der Lausitz und so weiter.
00:27:48: Das ist glaube ich sozusagen aus einem wirtschaftshistorischen Kontext weiterhin sehr wichtig.
00:27:53: was diese Tagung für mich auch ganz klar gemacht hat ist dass es natürlich einen umwelthistorischen Fokus geben muss den es auch schon gibt aber der sozusagen auch noch mal glaube ich in den Auswirkungen was gerade ein da wäre man spezifisch reinig ein Tief-Tagebau ab den fünftiger Jahren als Zäsur bedeutet.
00:28:11: Da sind natürlich mit den Dimensionen, die diese Tagebauer hier entstanden sind, einerseits Rekultivierungslogiken zu betrachten.
00:28:19: Das kann man heute auch landschaftsplanarisch ganz gut und so weiter, da gibt es überall Forschungen dazu.
00:28:25: Aber was das schon braucht ist noch mal ein Gefühl dafür, was Umweltgeschichte in den Dimentionen hier
00:28:31: bedeutet.".
00:28:33: Das ist nun schon exponential, was hier passiert ist in der Umstrukturierung der Landschaft.
00:28:39: In dem Einfluss auf Wasserhaushalte usw.
00:28:44: Und diese Rekultivierungsanforderungen sind natürlich immens und wenn wir so ein bisschen unter Anthropozänengesichtspunkten das betrachten dann geht es natürlich auch ganz stark darum was hat diese Deminsulierung von Braunkohlenbergbau natürlich langfristig auch ausgemacht?
00:28:57: Und insofern das wäre für mich auch noch ein starker Fokus den ich sehen würde Das war es alles am Ende.
00:29:03: Wenn ich das als letzter Satz Tief-Tage baue, hier sage dann hat das natürlich auch eine spezifisch technikhistorische Komponente die man natürlich braucht um das am ende auch erklären zu können was da jetzt passiert ist und warum das dann überhaupt ging usw.
00:29:16: Und auch diese riesen Maschinentechnik heute zu haben und so weiter.
00:29:19: Das hat natürlich spezifik technik historischen Perspektiven wo wir aber auch aufsetzen können.
00:29:25: Es ist nicht ganz neu aber das wäre auch noch mal wichtig glaube ich dass man das nicht aus dem Orbe findet.
00:29:31: Vergleiche mit anderen Revieren, neue Forschungsansätze und bislang wenig beachtete Themenfelder.
00:29:36: Die Tagung Vergessenes Revier hat zahlreiche Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschungen sichtbar gemacht.
00:29:43: Im Interview habe ich Dagmar Händel und Henning Turk deshalb gebeten die wichtigsten Erkenntnisse der Tagung noch einmal zusammenzufassen.
00:29:51: Können Sie die wichtigste Erkenntnisse Torx auch noch einmal kurz zusammenfassen.
00:29:58: Also Herr Thürk hat ja gerade geschildert, es hat sich gezeigt die Perspektive zu erweitern.
00:30:04: Verflechtungen und Verbindungen hervorzuheben ist eine Fundgrube.
00:30:08: an neuen Erkenntnissen gab es da noch mehr wo sie gesagt haben das hat sich durchgesetzt.
00:30:13: als Idee dafür hätte sich wirklich gelohnt auch diese Tagung auf die Beine zu stellen und durchzuführen.
00:30:20: Also es hat sich auf jeden Fall belohnt, diese Tagung durchzuführen und zu organisieren.
00:30:25: Denn das waren schon so vielfältige Augenöffner mit dabei.
00:30:31: Was mich ganz besonders beeindruckt hat war beispielsweise ein Vortrag über die Frage was ist eigentlich mit Kasta?
00:30:39: Kasta ist ein kleiner Ort im Rheinischen Braunkohle Revier der sozusagen mitten auf der Braunkuhle sitzt oder nicht abgebaggert wurde.
00:30:47: Der einzige Ort für den Die braunkohle Pschanung, das Abbackern geändert worden ist in den sechziger Jahren.
00:30:54: und wie konnte das eigentlich passieren?
00:30:57: Und wie sich da eine Verbindung sozusagen die Menschen ermächtigt haben gegen einen schon gesetzten Plan der ja auch politisch mit der Landesregierung abgestimmt gewesen ist.
00:31:11: dann trotzdem noch zu ändern, wie sich da Zivilgesellschaft, der lokale Bürgermeister und Landrat plötzlich miteinander verbunden haben.
00:31:20: Und eine Direktmächtigkeit erzeugt haben, die dazu geführt hat dass dieser Ort historisch wirklich eine Besonderheit ist, dass hier stehen geblieben ist und nicht abgebackert worden ist.
00:31:30: Ich glaube das freuen sich heute alle drüber denn es ist ein touristisch unglaublich attraktiver Ort für das Rheinische Revier sehr wichtig ist.
00:31:38: Das ist so ein Punkt, wo man sozusagen diese Einzelfallgeschichten sehen konnte wie Dinge funktionieren und umgesetzt werden können oder vielleicht mal gedreht werden können.
00:31:48: Auf der anderen Seite auch einen Vortrag von Guido Hitze die Tagung mit uns gemeinsam organisiert hat und der sich sehr, sehr stark mit den politischen Entscheidungen für das Thema Garzweiler.
00:32:03: Weiß nicht wer sich von den Zuhörerinnen und Zuhäuern noch daran erinnert diese großen Debatten in den achtziger, neunziger Jahren um Garzwaller II.
00:32:11: Die Erweiterung dieses Feldes wie auch von einer grünen Umweltministerin dann mitgestimmt worden ist, entschieden worden ist Wie sich da ja im Prinzip Durchgehen seit den fünftiger Jahren halt Konzernen, Interessen.
00:32:31: Man könnte vielleicht auch von Lobbyarbeit sprechen und politische Entscheidungsebenen auch miteinander verwogen haben da eine Verbindung hatten die dazu geführt haben dass wir mit Garzweiler heute eines der größten braun-pole Felder haben ganzen Dingen, die da drumherum sind.
00:32:50: Die ganzen Verstromungsindustrie, die Kraftwerke, die drum herum gebaut worden sind.
00:32:55: Aber das fand ich mit diesem wirklich ganz genauen Blick in sowas wie Protokolle aus Fraktionssitzungen, aus Landtags-Sitzungen da wirklich mal ganz genauer reinzugucken und das herzuleiten.
00:33:09: Das war auch ein wirklicher Augenöffner für
00:33:12: mich.".
00:33:13: Ja, es würde auch gerne noch ein paar Punkte ergänzen.
00:33:16: Also was ich sehr interessant fand war auch das gerade wenn wir uns jetzt mit der Zeit, im Jahrzehne und neunzelzwanziger Jahre beschäftigen, dass es einige Literatur gibt die in dieser Zeit entstanden ist, diese Situationen die in der Weimarlandentwicklung geschrieben wurden, die sich mit so einem Braukodenwerk auch auseinandersetzen.
00:33:37: Dass wir aber häufig in der Forschung diese Literatur quasi unkritisch übernähen oder als Grundprobe für gemeindliche Erkenntnisse.
00:33:47: Und das aber doch eine Diskussion auf den Vorträgen deutlich geworden ist, wir müssen hier nochmal genauer inschauen und können sich einfach auf diese Literaturen seit zwanziger Jahren verlassen, die es halt häufig auch unter bestimmten Blicklingen geschrieben worden.
00:34:02: Wir müssen eigentlich noch mal Unabhängig von dieser Literatur in die Archive gehen, diese Literaturen auch mal hinterfragen und schauen.
00:34:10: können wir nicht darüber hinaus Erkenntnisse gewinnen oder inwieweit können wir diese Literaturen überhaupt nutzen um Erkenntnisse dort herauszuziehen.
00:34:22: Das finde ich auch nochmal sehr wichtig.
00:34:26: Ein weiterer Punkt, den ich auch aus der interessanten Wand ist wie sich der Umgang mit Umwelt verändert habt.
00:34:34: Das sieht man vor allem an dem Thema der Rekultivio, wo eben in den fünftiger Jahren als dann die Entscheidung auch für den tiefen Tagebau viel und klar war.
00:34:46: hier werden wahnsinnig große Flächen für diesen braukohle Tagebau benutzt.
00:34:54: was man da eben mit überlegt hat wie können wir das ganze anschließend rekultivieren?
00:34:59: Und das ist vor allen Dingen eine Frage der Landwirtschaft, die nur zu einem Vordergrund steckt.
00:35:05: Man hat sich das in den Sechzigerjahren gewandelt und man hat sehr stark über den Freizeit bedanken nachgedacht, dass wir sozusagen im Anschluss, wenn die Tage raus und ausgebaggert sind, wie können wir das Gelände umso umgestalten?
00:35:24: Dass wir das Ganze dann für Freizeitelöffentlichkeit nutzen können.
00:35:28: Eigentlich hat die großen Folgen für die Umwelt- und Umweltschutzüberlegung später einsetzten.
00:35:36: Und sind dann erst ab den siebziger, achtziger Jahren eigentlich ein wichtiger Faktor geworden sind.
00:35:42: Das fand ich auch sehr interessant!
00:35:45: Ich würde das gerne nochmal aufkreißen an Henning, weil das sozusagen genau das eigentlich ist dieser... Was haben wir eigentlich aus der Vergangenheit dieser wissenschaftlichen Literatur, der zwanziger Jahre?
00:35:58: Die haben ein Narrativ erzeugt und dieses Narrativ ist bis heute wirksam.
00:36:04: Und dazu gehört beispielsweise der starke Fokus wenn wir an Kohle denken also wenn die Kohle sagen dann denken wir sofort einen Steinkohle und erst im zweiten oder dritten Schritt auch an die Braunkohle.
00:36:18: Und die Steinkohle, die immer diesen Nimbus hat ist, das ist viel effizienter und effektiver, die ist besser reiner, wichtiger in Gegensatz zur dreckigen verunreinigten mit soviel Wasserbehafteten Braunkohl.
00:36:32: Das ist ein Narrativ, das entsteht in dieser Zeit und ist vielleicht gar nicht so tatsächlich so.
00:36:39: aber das zieht sich bis heute durch Und das finde ich etwas, was total interessant ist wie diese Narrative entstehen.
00:36:47: Wie sie sich festsetzen und bis heute eine Wirkung entfalten.
00:36:51: Das finde ich extrem spannend da zu gucken und dann auch wieder zurückzugehen wo die eigentlich entstanden sind in was für einem Kontext hier auch entstanden sein.
00:37:00: Dazu gehört auch dieses Thema alles was du als zweites gesagt hast der Blick auf Umwelt.
00:37:06: Der Blick auf Natur also dass Natur natürliche Umwelt etwas ist, was erhaltenswert ist, verschützungswert ist.
00:37:15: Das beginnt auch schon Ende des neunzehnten Jahrhunderts aber mit einem ganz anderen Kontext und aus einer ganz anderen Perspektive als wir das wollte diskutieren.
00:37:24: Es ist so gar nicht so wahnsinnig vergleichbar.
00:37:27: da muss man auch wirklich mal wieder auf die Unterschiede schauen und auf die Kontexte schauen.
00:37:33: Aber auch da ist diese Narrative die entstanden sind, beispielsweise über die Umweltbewegung.
00:37:41: Ob das so bestimmte Begriffe und Bilder sind, die entstanden sind?
00:37:45: Hamburg bleibt also einfach ein Slogan der sich auch unglaublich gut durchgesetzt hat dass das Punkte sind die tatsächlich Realität schaffen und erzeugen und eine politische und gesellschaftliche Wirkung haben.
00:38:01: Also auch die Macht dieser Narrative, die da ist Ja, gesellschaftlichen Gruppen auch offensteht und nutzbar sind um bestimmte Interessen durchzusetzen in guten wie im schlechten.
00:38:15: Dagmar Hennel und Henning Türke haben gerade einige der wichtigsten Erkenntnisse der Tagung zusammengefasst welche konkreten Forschungsfelder dabei künftig stärker in den Blick genommen werden sollten.
00:38:25: dazu hören wir nun zwei weitere Einschätzungen von der tagung Vergessenes Revier und zwar von der Technik Historikerin Regina Weber vom LVR Industrie Museum Oberhausen Und Manfred Körper vom The Burning House in Herzogenrat.
00:38:40: Ja, es ging auch um die geschichtswissenschaftliche Perspektive und ich sehe ein Defizit in der Sozialgeschichte, die ich wirklich sehr wichtig finde, weil es da um Milieus, um Menschen geht, um Geschlechtergeschichte alter vielleicht auch.
00:38:58: wie setzt sich die Gesellschaft zusammen?
00:39:00: Und aber auch die Geschichte der Arbeit und der Arbeiter oder auch Mitarbeiter von Betrieben ist ja schon für das Wurgebiet sehr gut erforscht, aber leider nicht fürs Rheinische Revier.
00:39:14: Wir haben gestern auf der Tagung ein wunderbares Foto gesehen mit ganz kleinen Menschen, die im Tagebaum mit einer Spitzhacke die Kohle raushauen.
00:39:25: Und das fand ich sehr beeindruckend.
00:39:26: Das ist die Zeit vor neunzehnhundertfünfzig, die so gut wie gar nicht erforscht ist.
00:39:33: und dann könnte man natürlich gucken im Vergleich in fünftiger, sechziger Jahre bis heute.
00:39:38: und da kommt jetzt die Überleitung letztlich auch dass wir wissen eigentlich nichts wer lebt in dieser Region Wo kommen die Menschen her?
00:39:48: Pendeln sie zur Arbeit oder wohnen sie schon da, welchen Migrationshintergrund haben Sie.
00:39:55: Oder ist es eine Binnenwanderung gewesen aus anderen Teilen Deutschlands?
00:40:02: und das könnte man dann eben verknüpfen mit der Sozialgeschichte dass man sich auch ja mitten Visionen Die von dem Rheinischen Revier Kursieren, nenne ich das jetzt mal.
00:40:14: Dass man das mit Leben fühlt und sich überlegt für was und für wen mache ich das?
00:40:19: Also wie soll Kultur organisiert werden?
00:40:24: Welche Angebote soll es geben auch im touristischen Bereich?
00:40:28: Wen kann ich abholen will Ich nur den Tagestourismus bedienen oder auch längerfristige Reisen?
00:40:35: Und da muss man sich eben überlegen, wer kommt.
00:40:38: Wer bleibt?
00:40:40: Wer ist schon da?
00:40:41: Wer geht weg und wie sieht die Bevölkerung aus in Zukunft?
00:40:46: Da gibt es nichts also keine Statistiken, keine Untersuchungen.
00:40:51: Das historische Perspektive halte ich den Wirtschaftshistorischen Zugang für sehr interessant insbesondere auch die Unternehmensgeschichte und wie sozusagen die Verpflichtung von ABE, Rhein-Brauen mit der Region.
00:41:08: Zum Ja zusammenhängt wie tief hinein das in die demokratischen Strukturen auch geht und was das letzten Endes für den Braunkohle also für die braunkohletagebauer bedeutet hat.
00:41:20: Die Felser Öker hat ja auch darauf hingewiesen dass wir uns nicht zu früh in einer Konsensdenken hinein begeben dürfen sondern dass wir Macht und Interessen auch immer auch in der historischen Perspektive betrachten müssen.
00:41:34: Und ich glaube, das ist auch wichtig für dass wir Menschen dann in Zukunft im rheinischen Revier leben
00:41:39: wollen.".
00:41:40: Die Vielfalt dieser Perspektiven zeigt – die Forschung zum Rheinischen Baunkuhler Revier ist noch längst nicht abgeschlossen.
00:41:46: Je länger man sich mit dem Revier beschäftigt, desto mehr neue Fragen tun sich auf!
00:41:51: Die VielFalt der Perspektive zeigt sich auch durch die verschiedenen Kooperationspartner nach denen ich Tenning Turk und Dagmar Händel als Nächstes gefragt hatte….
00:42:01: Dann war auf jeden Fall die Landszentrale für politische Bildung, die von Anfang an sehr eng mit diesem Projekt verbunden war.
00:42:13: Das Thema auch teilweise nicht angestoßen hat und die Fragen der Konferenz Brunelaren auch mit eingebracht haben, wie es diskutiert hat und Gitarren natürlich auch sehr großzügig finanziert und unterstützt hat und davon daher ein sehr wertvoller... Kooperationsmarkten für unseren Austausch und von daher ganz ein wichtiger Partner.
00:42:41: Genau, ich ergänze es gerne eben.
00:42:43: Einmal die Landeszentrale für politische Bildung als Partner aber wir haben ja auch getagt im Nelbräuninghaus.
00:42:50: Es ist ein Ort für politischen Bildungen und für Demokratie-Bildungen, die mit der Landeszentrale eigene Projekte machen und eine enge Verbindung haben.
00:42:58: Aber ich glaube dass dadurch unseren Partner und diesen Ort nochmal die Bedeutung dieses Themas rausgekommen ist, da sozusagen dieser Kontext hergestellt worden ist.
00:43:09: Nämlich das ist nicht einfach nur in Anführungszeichen ein wirtschaftsgeschichtliches Thema sondern es ist ein Demokratie-Thema und ein politisches Thema.
00:43:21: Gerade wenn wir auf unsere Gegenwart schauen oder auf dieses Strukturwand geschauen und auf unsere Gesellschaft heute schauen dann ist schon diese Art und Weise wie diese große Veränderungen kommunizieren und gestalten, etwas was eine große Chance ist um demokratische Strukturen auch wieder zu stärken.
00:43:40: Und ja also dieser ganzen Tendenz der Demokratie ist uns alles egal und wir möchten lieber wie jemanden, der einfach bestimmt und das es alles so anstrengend und dauert viel zu lange dem auch wieder etwas entgegensetzt um zu zeigen.
00:43:55: Es geht uns alle an und wir alle haben auch die Möglichkeit hier mitzugestalten und Zukunft zu gestalten und zu entfersen.
00:44:02: Und ich glaube, das war auch das was für die Landeszentrale auch interessant war dass sie das mit einer wissenschaftlichen Einrichtung halt und einem ganz hart wissenschaftlichem Ansatz hier einmal mit also wirklich wirklich zum Leben bringen konnten.
00:44:18: Ich denke es ist ja auch ein sehr wichtiges langfristgeschichtliches Thema.
00:44:23: Und die Jahresgeschichte bei Spanens ist ja von der Steinkohle oder von der Geschichte des Ruhrgebietes und so weiter gedreht.
00:44:32: Und daher war es eigentlich auch aus Sicht der Landeszentrale hier ganz wichtig zu zahligen, dass in jedem den Ruhr-Gebieter und der Steuerkohle eben im Morgenkohl und das Rheimschild wir für die Landesgeschichte machen das Fasen ganz wichtiger ohne Spielen?
00:44:47: Ja genau weil wir denken immer nur wenn wir an die Geschichte Nordrhein-Westfalen denken, denken wir an das Ruhr Gebiet und an die Steink Kohle.
00:44:53: Aber der Wiederaufbau und das Wirtschaftswachstum, das fußt nicht nur auf der Steinkohle sondern in ganz großem Maß auf die Kohleverstromung der Braunkohle.
00:45:05: Denn hier ist ganz zuverlässig und sehr preiswert quasi der Energiebedarf dieses wachsenden Industrielandes befriedigt worden.
00:45:15: Das ist eine ganz wichtige Rolle, die die Braunkuhle für dieses Land spielt.
00:45:21: Jetzt zu sagen halt eben, dass solche Kraftwerke wie Frimhausdorf zum Beispiel das waren die größten Luftverschmutzern Europas über viele Jahre.
00:45:30: Ja, das waren sie aber Sie waren auch Impulsgeber und Motoren also Motoren im Bezug auf Umweltschutz auf Filteranlagen, die halt genau da auch sehr früh eingerichtet worden sind und vorgezeigt wurden ist es geht Und wir können das und Es war halt.
00:45:47: eben war auch der Motor oder die Grundlage unseres Wohlstandes in diesem Land, der technische Entwicklung.
00:45:53: Und das auch zusammenzudenken und diese Ambivalenz der brauen Polo zu sehen – ich glaube, dass ist etwas was uns heute gut tut in dieser gesamten auch aufgeladenen politischen Debatte.
00:46:04: Dagmar Hänel und Henning Türk haben gerade betont, dass die Geschichte des reinigen Reviers nicht nur ein Wirtschafts- oder Energiehistorisches Thema ist sondern auch Fragen von Demokratie, Beteiligung und politischer Bildung berührt.
00:46:17: Auf der Tagung Vergessenes Revier haben wir deshalb auch nach der gesellschaftlichen Bedeutung dieser Geschichte gefragt.
00:46:23: Dazu hören wir nun Antikrotos, Landtagsabgeordnete von Bündnis Neunzig die Grünen und Vorsitzende des Vereins Bührer für Bühr.
00:46:32: Was ja spannend ist das hier an dieser Tagung nicht nur Kulturantropologen und Historikerinnen... zusammen sind, sondern auch Vertreter der politischen Bildung.
00:46:42: Also Landeszentrale für politische Bildungen.
00:46:44: und genau deswegen finde ich auf dieses Thema Protest so wichtig weil es Menschen zeigen kann dass es sich lohnt sich zu engagieren und auch Empowert und Selbstwirksamkeit gibt.
00:46:53: Und ich glaube das ist gerade für junge Menschen heutzutage auch sehr sehr wichtig und führt auch zur Stärkung unserer Demokratie und Teilhabe.
00:47:01: Es ist klar geworden Auf der Tagung Vergessenes Revier wurde immer wieder deutlich wie viele offene Fragen noch auf Antworten warten.
00:47:08: Im Gespräch mit Agmar Heinehl und Herrn Dingtürk wollte ich deshalb wissen, welche Themen und Forschungsfelder künftig stärker in den Mittelpunkt rücken sollten.
00:47:17: Diese Debatte sowie die wissenschaftliche und auch die öffentliche, die gesellschaftliche geht weiter und nach so einer Tagung sind viele neue Ideen in Köpfe.
00:47:26: nicht alle Fragen sind beantwortet Und wir gehen jetzt einfach mal davon aus dass es irgendwann noch eine zweite Tagung zum dann vielleicht nicht mehr so vergessenen Revier gibt.
00:47:36: was
00:47:37: Wünschen Sie sich so als Impulse, als Forschungsvorhaben, als Ideen und Vorträge auf die man sich in ein paar Jahren freuen kann für diese neue Tage?
00:47:48: Ich werfe mal direkt zwei Punkte ein.
00:47:50: Was mich total spannend fände, was ich jetzt in diesen Tagen mitgenommen und gelernt habe ist nochmal einen genauer Blick auf das Thema Braunkohle im Nationalsozialismus und im System der DDR.
00:48:05: Also auch da nochmal, sozusagen die Wechselwirkung von politischen Systemen und bestimmten Grundlagen von Wirtschafts- und Wirtschaftsentwicklung.
00:48:14: Da noch mal genau hinzugucken und aufzuzeigen, das finde ich sehr spannend!
00:48:19: Ja, also ich denke, die Tage hat gezeigt dass einige Bereiche so ein bisschen blindspots sind.
00:48:29: Aber ich denke vor allen Dingen an Sozialgeschichte wie die Themen hier bisher Und ich denke auch, in dem was in den nächsten Jahren erforscht werden wird, noch keine große Rolle spielen.
00:48:45: Ich möchte mir zusammen auf eine tolle Quelle hinweisen die man für solche Fragestellungen sehr schön nutzen könnte, nämlich die Revierzeitschrift.
00:48:54: Revier und Werk, also ab den neunzigfünfziger Jahrhunderten von dem Rauchholunternehmen mit meiner Stelle hier rausgegeben wurde später dann nur noch sein Brauen und wenn man diese sich anschaut dann wird man wunderbar inspiriert zu zahlreichen Forschungsthemen, mit denen man sich noch beschäftigen könnte.
00:49:14: Also spannend finde ich zum Beispiel die Frage wer arbeitet eigentlich in diesem Bereich?
00:49:21: Was ist das für Arbeiter?
00:49:24: Man sieht an der Revier und Werkzeitschrift zum Beispiel dass in den siebziger Jahren ein Verein für türkische Mitarbeiter von Breitbrauen gegründet wird.
00:49:34: Also die Veranstaltung hier auch eine gewisse Arbeitsvekration, eine Rolle natürlich nicht so stark wie im Wohngebiet.
00:49:41: So steigrohlen Bergbau aber vielleicht doch in gewissen Maße das könnte man sich mal anschauen.
00:49:47: Aber zum Beispiel auf Fragen nach dem Selbstverständnis der Arbeiter als Bergleute und man sieht in der Zeitschrift ist auch die heilige Badere als sozusagen die Äquipartrone in den Bergleute verehrt wird und dann wieder thematisiert wird Auch Themen der Gesundheit und Erholung, also die Braunkoldunternehmen haben auch mal entsprechende Erholungsheime zum Betrieben um die Mitarbeiter dort hinzuschicken.
00:50:15: Insofern spielt das eine Rolle auf Aspekt wie Betriebssport usw.
00:50:19: Also diese Sachen, die haben glaube ich noch alle so der Entdenkung und da sind noch viele Schätze, wenn sie gehoben werden können.
00:50:28: Ich glaube auch, dass Themen aus diesem Bereich irgendwelchen Geschichten zukünftig noch mehr stärker Berücksichtigung werden finden und sich da neue Themen auftun können.
00:50:41: Also ich denke zum Beispiel an ein Thema wie Wasser-Lenationen, um diese Tieftagebau überhaupt durchführen zu können, um die Baupole abbauen zu können muss ja das Deckgebirge was über der Grauankohle liegt auch entsprechend Ja, abgebargert werden muss Entwässerung vorgenommen werden und damit das überhaupt funktionieren kann.
00:51:03: Und diese Entwesserungen, dieses Wassermanagement, das könnte man auch noch mal als Monografie also eigenstellige Arbeit untersuchen und schauen wie hat sich das einer entwickelt?
00:51:15: Wie ist man mit der Entwisserung und am Ende der Tage auch quasi wieder in die Rückführung des Wassers?
00:51:26: aus meiner Sicht möglichen Themen, die man nun zukünftig auch bearbeitet hat.
00:51:33: Und gerade in dieser Hinsicht hat es diese Archivsektion in der Tagung, wie ich finde, eine sehr wichtige Rolle gespielt ist.
00:51:41: Weil man hier gesehen hat, viele Archivstände sind überhaupt nicht ausgewertet.
00:51:48: Daher stand das Oberwerk Amtisbonn und das Zangestaatliche im Aufsicht über den Braunkohlenbergbau hat oder macht sie im Unternehmensarchiv von RWE.
00:52:02: Irgendwo sehe ich mittlerweile die gesamten Bestände von Drei Grauen befindet, dort lag an dem noch viele Bestände, die bisher von der Forschung noch nicht genutzt worden sind und die mein Haus werbe kann bzw.
00:52:15: die Forschung nutzen können.
00:52:18: Natürlich wurden auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tage gefragt, welche offenen Fragen sie noch besonders spannend finden.
00:52:25: Dazu hören wir noch einmal Phil Keltzer von der TU Berg Alkademie Freiberg und jetzt auch die Hisolkarin und Archivarin Inga Meladgarms aus Märzenich.
00:52:35: Die Frage was noch offen ist hängt unmittelbar mit den unterschiedlichen Revieren zusammen weil Das Rheinische, das Mitteldeutsche und Ostelbische Revier alle zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten mit der Braunkohle angefangen haben.
00:52:48: Und wir haben bei der Tagung sehr häufig den Blick ins zwanzigste Jahrhundert geworfen.
00:52:53: aber die Braunk Kohle fingen ja weiß Gott früher an und die Quellenlager vor allem auch die Forschungslage also was definitiv schon als gesichertes Wissen haben ist hinsichtlich der Anfänge der Braukohle unglaublich dünn.
00:53:06: Und ich denke, da liegt das große Potenzial herauszufinden.
00:53:10: Wer hat ein Interesse in die Braunkohle einzusteigen und diesen Rohstoff zu fördern?
00:53:17: Was mich interessieren würde, ist in Morschen nicht.
00:53:21: Heute Bürgerwald gab es ja den Versuchsschacht, den Versuchsabbau von Millionhundert drei und da ist halt noch keinerlei großartigen Forschung betrieben worden.
00:53:31: Und das würde mich halt interessieren auch im Brustkontext als Versusanlage, inwiefern vielleicht die dort gewonnenen Ergebnisse nachher in den Braunkohle-Abbau dann eingeflosser sind?
00:53:42: Wir springen noch ein letztes Mal in die Interview-Teil.
00:53:46: Ich stelle häufig am Ende des Interviews die Frage, habe ich irgendwas vergessen zu fragen?
00:53:51: Wollen Sie noch etwas sagen?
00:53:53: und sowohl Frau Hannel als auch Herr Türke sind einfach weitere Fragen eingefallen, die man in der Zukunft erforschen könnte.
00:54:01: Wir merken also das vergesstene Revier hat wirklich viele Fragen in sich.
00:54:07: Ich würde gerne noch ein Thema einbringen für zukünftige Forschungen nämlich das Thema der Protestkultur.
00:54:13: Das ist etwas, was Forschungsmäßig ja auch jetzt sozusagen gerade auf die Gegenwart gesetzt wird.
00:54:19: Wo geforscht und empirische Forschung gemacht werden.
00:54:22: Aber Protest ist kein Phänomen der Jetzzeit, sondern das hat es früher auch schon gegeben – auch gerade im Rheinischen Revier!
00:54:31: Und auch das ist in diesen Archiven durchaus als bisher noch überhaupt nicht erschlossenes und bearbeitetes wirklich sehr... Total interessantes Quellenmaterial zu sehen, beispielsweise frühe Bürgerinitiativen in den achtziger Jahren als die Zeit war.
00:54:46: Als quasi die Haltung zur zum Thema Umsiedlung ein Stückchen sich gewandert hat gekippt hat.
00:54:51: das war irgendwie im Prinzip nach dem zweiten Weltflieg bis in die achziger Jahre war es einen Konsens ist.
00:54:57: sozusagen fanden alle Leute vielleicht persönlich schrecklich dass sie umziehen mussten ihr Haus und ihren Garten und ihre Ländereien aufgeben ihr Land aufgeben.
00:55:06: aber Man hat das ohne großen Protest getan und das ändert sich in den späte siebziger, früher achtziger Jahre erst in kleinen Gruppen.
00:55:16: Und da auch nochmal genau hin zu gucken wo ist eigentlich der Kipppunkt?
00:55:19: Was hat denn ausgemacht was war der Tropfen der das fast zum Überlaufen gebracht hat dass man dann wahrscheinlich auch sehr schön bis heute noch weiter nachvollziehen kann und wurde dann auch wieder wo man wieder große Bogen schließen kann.
00:55:31: halt eben auch wieder zum Thema Wie gehen wir eigentlich um mit natürlichen Ressourcen, mit Umwelt?
00:55:37: Das Thema Kapitalismuskritik.
00:55:39: Was da eine Rolle spielt andere alternative Lebensentwürfe die in dieser Protestkultur eine Rolle spielen.
00:55:45: also auch da lässt sich ein ganzes Also sozusagen einen Kosmos an Gesellschaftsentwicklung aufmachen.
00:55:53: Ja das finde ich auch ein sehr spannendes Thema und vielleicht kann man auch bei diesem Thema Und tatsächlich ein bisschen über den Teller von Schauen, weil es ja mittlerweile zu den Anti-Atomkraft-Protesten zahlreiche Studien gibt.
00:56:07: Vielleicht kann man hier auch Schnittmengen sehen im Bereich des Protestes, vielleicht gibt es Akteure die in beiden Bereichen aktiv sind und vielleicht gibt das sozusagen gegenseitige Inspirationen, die man feststellen kann.
00:56:20: Vielleicht gibt's aber auch große Unterschläge.
00:56:22: also von daher würde ich hier eben auch sehr stark dafür plädieren auf eine gleichste Aspektive einzubringen.
00:56:31: Das letzte Wort in dieser Folge möchte ich jetzt aber nochmal den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung überlassen.
00:56:38: Als erstes hören wir Susanne Haag-Schmidt vom Verein Heimatfreunde der Stadt Kerpen, danach Hubert Persche Fotograf Publizist und Aktivist zum Thema Strukturwandel im Rheinland und im Ruhrgebiet den freischaffenden Künstler und Fotografen.
00:57:00: Allen drei wurde die Frage gestellt, wie sie sich das Revier in den nächsten zehn Jahren so vorstellen um welche Veränderungen Sie erwarten?
00:57:08: Ja wir sind ja alle sehr gespannt wie es bei uns weitergehen wird.
00:57:11: jetzt in den kommenden Jahren ist es einfach eine unglaublich spannende Zeit und wir sind in engem Austausch mit der Neuland-Hambach GmbH und da entwickeln sicher wirklich ganz viele neue Perspektiven was ich rund um diesen endenden Tagebau entwickeln wird, wobei es ja gerade in Mannheim was dann uns am meisten betrifft noch ewig dauern wird bis da vielleicht mal irgendwann Wasser zu sehen sein wird.
00:57:38: Insofern müssen wir auch für die Zwischenzeit da viele neue Perspektiven schaffen und da gibt es wirklich auch tolle Ideen von der Stadt Kerpen so ein Projekt zwischen Welten eventuell Ein archäologischen Kulturlandschaftspark.
00:57:52: Also wir hoffen, dass da sich ganz viele neue Perspektiven für uns und die Bürgerinnen und Bürger von Kerben aber eben auch für viele Menschen von außerhalb eröffnen werden.
00:58:03: Ja zehn Jahre weiter ist nicht sehr lang der Tagebauende dreißig so denn ist das sechs Jahre nach Ende.
00:58:11: Das heißt die Rekultivierung des Tagebaus wird immer noch im vollen Gange sein Das erste Rheinwasser wird eingeleitet werden und von daher werden sich dann auch Fragen stellen, wie sauber ist das Wasser?
00:58:25: Was bedeutet das auf Dauer gesehen für den Tagebau Hamburg.
00:58:29: Wird der Tagebau durch die Schwebeteilchen aus dem Rheinwasser, die sich in dem See befinden im stehenden See, wird dieses nicht einmal dem See selbst Und B, was viel wichtiger ist dem Grundwasserschaden.
00:58:46: Was bedeutet das für die Trinkwasserbrunnen?
00:58:49: Könnten wir das Wasser noch trinken?
00:58:52: So ich denke, dass werden so bestimmte existenzielle Fragen sein.
00:58:56: So das andere, die Rekultivierung wird, denke ich auch so ein Stück die Bürgermeister auf den Plan rufen oder hattest bereits auf den plan gerufen wie wird ihr kommunaler Bereich aussehen?
00:59:10: Und da stelle ich mir, so habe ich bestimmte Vorstellungen.
00:59:13: Wenn ich an Elstdorf denke und die Marina, dann geht es natürlich darum auch die Steuern der Stadt zu sichern, die ja durch den RWE wegfallen.
00:59:25: Und wenn ich zum Beispiel an Mannheim denke, die Kirche soll stehen bleiben, daneben soll ein großer Bagger kommen der wesentlich höher ist als die Kirche.
00:59:36: So und da habe ich so die Vorstellung, dass auf ein Dauer gesehen das durchaus ausgenutzt wird um dort nicht nur kleine Veranstaltungen große Veranstaltung zu machen und darüber den sein Stadtsäckel aufzubessern.
00:59:51: Das sind so Vorstellungen und wenn ich so um den See rumfahre werden die Radwege globt.
01:00:01: Aber ist es nicht ein bisschen eintönig, wenn man immer nur aufs Wasser den See sieht?
01:00:08: Ich war in der Lausitz.
01:00:10: In der Laositz wurde so'n kätzeres Satz gesagt.
01:00:14: Man benötigt die Aussichtstürme um zu wissen an welchem See man is'.
01:00:19: Und von daher bin ich natürlich auch kritisch, was so die Vorstellung angeht.
01:00:24: So und bin gespannt natürlich auch wie das Ganze umgesetzt wird.
01:00:28: Es werden auf Dinge zurückgegriffen, die im Ruhrgebiet oder jetzt mit der Veränderung des Ruhrgebiets Tradition bekommen haben Kunstwege zu gestalten.
01:00:38: Das werden wir auch bekommen Aber dass ist alles nur
01:00:42: Um
01:00:42: den Tourismus anzukurben.
01:00:45: Wie wird es aber für die Mitarbeiter aussehen?
01:00:48: Ich denke Ein Großteil wird in zehn Jahren in Rente sein, die wird es nicht mehr betreffen.
01:00:55: Ein anderer Teil wird mit der Rekultivierung beschäftigt sein und den wird das in dem Sinne auch nicht erst mal befassen.
01:01:04: Und
01:01:05: ich
01:01:06: denke
01:01:07: so, RE bietet eine gute Ausbildung.
01:01:10: Die Mitarbeiter sind gut qualifiziert und hochqualifiziert dass sie in den Industriebereichen in unserer Gegend gut unterkommen und ich aus der Perspektive keine große Sorge habe, was die Zukunft der arbeitende Bevölkerung angeht.
01:01:29: Also ich kann mir gerade noch gar nicht so richtig vorstellen wie das Rheinische Revier in zehn Jahren aussieht weil obwohl so viel es natürlich klar ist politisch beschlossen wurde aber trotzdem noch viel in Planung ist sich vieles noch entwickelt.
01:01:42: Ich hab erst vor ein paar Tagen für eine aktuelle Arbeit den Rahmenplan Hamburg nochmal durchgearbeitet und das sind ja natürlich erstmal Absichtserklärungen.
01:01:50: Und da entstehen jetzt Dinge schon konkret wie die Besucher-und Informationszentren, aber es gibt trotzdem noch viele Sachen, die auch ein bisschen abstrakt sind und habe mich gespannt drauf was daraus passiert vor allem natürlich die wesentliche Sache der Befüllung der Tagebau Restlöcher mit Wasser, dass daraus große sehen werden.
01:02:10: ich glaube einfach dass Rheinische Braunkohle, die auch in zehn Jahren noch eine sehr spannende Landschaft sein wird.
01:02:18: Eine Landschaft, in der Wohnungen geheilt sind oder am Heilen sind und wo man trotzdem noch vieles entdecken kann hoffentlich auch industriegeschichtliche Artefakte.
01:02:26: also das finde ich schon wichtig und richtig für alle Beteiligten wenn auch sage ich mal von der Seite jetzt den braunkohler Abbaus auch da noch relegter übrig sind dass man sich das anschauen kann ob es jetzt ein bugger ist Kraftwerk, eine Brickettfabrik.
01:02:42: Das fände ich sehr wichtig und das sehe ich auch wenn ich in der Rheinschirurgien zehn Jahre sehe.
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