T-027: Rekultivierung als politischer Entscheidungsraum während der Boomjahre, mit Dr. Philipp Kröger {LVR geSCHICHTEN}
Shownotes
Dies ist eine Auftragsproduktion für den LVR geSCHICHTEN
Link zur Tagung "Das vergessene Revier?"
Ressourcen
Interview mit Phillipp Kröger (Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte)
Hinweise
Initiator der Tagung war die Landeszentrale für politische Bildung NRW unter ihrem damaligen Leiter Dr. Guido Hitze. Veranstalter der Konferenz waren neben der Landeszentrale für politische Bildung auch das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte, das LVR-geSCHICHTEN-Team und das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath, wo die Tagung auch stattfand.
Verknüpfte Folgen
Das industrialisierte Rheinische Revier, mit Dr. Walter Hauser {LVR geSCHICHTEN} (29.10.2023)
Strukturwandel und Naturschutz im Rheinischen Revier, mit Linus Platzer {LVR geSCHICHTEN} (15.08.2024)
Rekultivierung im Rheinischen Revier, mit Dr. Michael Farrenkopf {LVR geSCHICHTEN} (12.09.2024)
Die Braunkohle und die Erft - Wasserwirtschaft im Rheinischen Revier, mit Dr. Victoria Huszka {LVR geSCHICHTEN} (02.01.2025)
Die Tagung "Das vergessene Revier?", mit Dr. Dagmar Hänel und Dr. Henning Türk {LVR geSCHICHTEN} (02.07.2026)
Auszug aus dem Umweltprogramm der Bundesregierung (1971) (05.08.2026)
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Die Episoden werden thematisch und nicht nach Erscheinungsdatum nummeriert. Für einen chronologischen Durchgang zur europäischen Geschichte sollten die Episoden nach Namen sortiert werden. Unten in den Shownotes findet ihr die Liste der einzelnen Kategorien!
schwarze0fm hatte als Hobbyprojekt begonnen - inzwischen habe ich aber durch Auftragsproduktionen und Crowdfunding die Möglichkeit gewonnen, mehr und bessere Folgen für Geschichte Europas zu produzieren. Das Prinzip "schwarze Null" bleibt - die Einnahmen werden verwendet, für mich Rahmenbedingungen zu schaffen, den Podcast zu betreiben und weiterzuentwickeln. In dieser Folge habe ich das ausführlich erklärt.
This episode of "Geschichte Europas" by schwarze0fm (Tobias Jakobi) first published 2026-08-06.
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Die Namen der Podcast-Folgen beginnen mit dem Schema „Buchstabe-Dreistellige Zahl“. Der Buchstabe steht dabei für die thematische Kategorie (die auch im Untertitel der Folge zu finden ist). So kann, zumindest für die Buchstaben B bis U, durch alphabetische Sortierung ein chronologischer Ablauf der Folgen dargestellt werden.
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00:00:00: Also viele Entwicklungen eigentlich, die vorher schon eingesetzt haben zum Beispiel auch gerade der Energieverbrauch nehmen nun seit den neunzehntfünfziger Jahren deutlich zu und das drückt sich eben im braunkohlen Bergbau dadurch aus dass eben ja die Fläche, die abgebaute Fläche immer größer wird.
00:00:50: Diese Folge von Geschichte Europas ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt Geschichten Rheiniges Revier.
00:00:59: Die Folge ist Teil der Berichterstattung zur Tagung Vergessenes Revier die gemeinsam von der Landessentrale für politische Bildung NRW, dem LVR-Institut für Landesgründe und Regionallgeschichte, dem Team der LVRA Geschichten und im Burning House in Herzogengrad veranstaltet wurde.
00:01:16: Heute spreche ich mit Philipp Krüger über politische Diskussionen und Entscheidungen zur Rekultivierung während der sogenannten Boomjahre – also den Neunzehnfünfzigern und Neunzensechzigern.
00:01:27: Philipp Kröger zeigt auf, dass der Braunkohletagebau in diesen Jahren immer größere Landschaftseingriffe hervorbrachte und die Rekordivierung dadurch zu einer drängenden Planungsfrage wurde.
00:01:39: Er erklärt, wie Bergbaubetreiber, Ministerien, Kommunen und Landwirtschaft um die künftige Nutzung dieser debassierten Flächen diskutierten und erschildert, wie sich die Vorstellung von Rekordevierung von landwirtschaftlicher Wiederherstellung über den Aufbau von Erholungslandschaften bis zur Rednaturierung der Neunzensebziger
00:01:59: veränderte.".
00:02:00: In den Show-Nots findet ihr Kontaktmöglichkeiten für Fragen, Feedback und Kommentare sowie Wege wie ihr mich in diesem Podcast unterstützen könnt.
00:02:07: Etwa durch Spenden via Paypal und Kofi oder durch regelmäßige Beiträge über Steady und Koffee.
00:02:14: In den show-nots gibt es auch eine Liste inhaltlich verkürfter Folgen die stets aktuell gehalten wird.
00:02:19: Zentral ist dabei die Ankündigungsfolge zur Tage um das vergesstene Revier auf der Herr Kröger dieses Thema vorgestellt hatte.
00:02:26: Aber auch die andere Folge zur Rekultivierung, wo es mehr um die ökologische Perspektive ging ist hier verlinkt.
00:02:33: Herr Kröger ist Neuzugast und stellt sich zunächst einmal selbst vor.
00:02:36: Und ich wünsche euch jetzt viele neue Erkenntnisse mit dieser Aufnahme aus dem Mai-Kröger.
00:02:42: Ja mein Name ist Philipp Kröga.
00:02:44: Ich bin Historiker.
00:02:46: Seit circa seit fünf Jahren an der Universität Siegen als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Geschichte der Gegenwartstätik.
00:02:57: Zuvor wurde ich an der Universität Augsburg promoviert, jedoch mit einem ganz anderen Thema als das über das wir heute sprechen nämlich habe ich eine Studie zur sogenannten deutschen Nationalitätenstatistik dort erarbeitet.
00:03:12: Nun aber seit geraumer Zeit arbeite ich an einer Geschichte der Umweltgestaltung unter dem Projekt Titel Natur machen und genau das ist ja auch genau das Thema heute sprechen wollen.
00:03:26: Genau, in dem Titel den ich gerade eben genannt habe, Rekrutivierung als politischer Entscheidungsraum, die an der Boomjahre sind erstmal glaube ich zwei Begriffe drin, die wir klären sollten und wir fangen mit dem hinteren anderen... mit dem Hinteren an!
00:03:39: Was ist die Boomjahr?
00:03:42: Ja, als Boomjhare bezeichnet man die Zeit seit den neunzehnhundertfünfziger Jahren oder die Zeit der Neunzehntfünftiger bis zum Beginn der neunzenhundertsiebziger Jahre und die waren eben durch einen in der Geschichte einmaligen Wirtschaftsaufschwung geprägt, also nicht nur in Deutschland wo man ja auch vom sogenannten Wirtschaftswunder spricht.
00:04:04: Wobei man das natürlich diesen Begriff hinterfragen muss sondern tatsächlich auch in Europa.
00:04:08: es gibt denn auch andere Begriffe dafür zum Beispiel im französischen Detraint Glorieus also eben diese dreißig Jahre des scheinbar unendlichen wirtschaftlichen Aufschwung der Europa der Nachtigszeit eben geherrscht hat.
00:04:26: Und der andere Begriff, der zu klären gilt ist die Rekultivierung.
00:04:30: das wurde in einer anderen Folge zwar auch schon mal angesprochen aber dies schon ein bisschen her.
00:04:34: also was bezeichnet dieser Begriff der Rekulivierung und wie hängt er auch mit dieser Phase der Boomjahre zusammen?
00:04:42: Der Begriff de RekULTIVIRUNG ist insofern gar nicht so einfach zu definieren da wir in den Quellen sehr unterschiedliche Definitionen ausmachen können bzw.
00:04:52: Wert zu verschiedenen Zeiten mit diesem Begriff ganz Unterschiedliches auch begriffen, zunächst ist natürlich zu denken also im tatsächlich eher wörtlichen Sinne auch an die Wiederherstellung von agrarisch genutzten Flächen.
00:05:09: aber relativ bald versteht man unter Rekultivierung eben auch die Gestaltung sogenannte Erholungslandschaften zum Beispiel Und die sind ja eben gerade nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.
00:05:23: Das heißt, wir haben uns mit einem sehr weiten Begriff, wenn wir ihn als Quellenbegriff fassen zu tun.
00:05:28: aber grundsätzlich könnte man eben sagen dass er da grundsätzlich könnte man ihm so fassen das er auf die Wiederherstellung von devastierten Flächen jetzt am Beispiel eben des Braunkohlenbergbaus zielt.
00:05:43: Dass die Menschen mit ihrer Tätigkeit der wirtschaftlichen, der landwirtschaftlichen die Welt verändert haben das ist ja nichts Neues.
00:05:51: Wo liegt da nochmal der Unterschied in diesen Boomjahren zu dem was wir vor neunzighundertfünfzig in diesen vielen hundert oder tausend Jahren gesehen haben wo der Mensch Dinge aus dem Boden raushaben will?
00:06:03: Der Unterricht in den Boomjagen liegt erst einmal darin dass der Bergbau deutlich großflächiger wird.
00:06:10: Also die neunzehntfünfziger Jahre sind im Bezug auf den braunkohlen Bergbau dadurch kennzeichnet, dass sich der sogenannte Tief-Tagebau nun endgültig durchsetzt.
00:06:19: Der hat zwar schon seine Entstehung früher auch an der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts aber letztendlich der Übergang zum Tieftagebau findet nun in den neunzentfünftiger Jahren statt und es gibt eben eine ständige Zunahme der Abbauleistungen.
00:06:35: also auch die technischen Geräte Sehr bekannte Schaufelrad-Bagger, ja der wird immer größer und größer.
00:06:43: Das heißt auch das was dann auch als Löcher in der Landschaft zeitgenössisch beschrieben wird, wird stetig größer & umfänglicher.
00:06:53: Und vielleicht könnte man da zum Hintergrund nochmal einfach darauf hinweisen dass diese Boomjahre zugleich gerade auch an jüngerer Zeit mit diesem Begriff der großen Beschleunigung beschrieben werden.
00:07:06: Also viele Entwicklungen eigentlich, die vorher schon eingesetzt haben zum Beispiel auch gerade der Energieverbrauch nehmen nun seit den neunzehntfünfziger Jahren deutlich zu und das drückt sich eben im braunkohlen Bergbau dadurch aus dass eben ja die Fläche die abgebaute Fläche immer größer wird.
00:07:25: Genau ein zweiter Unterschied in Bezug auf die Rekultivierung besteht darin dass der Gedanke sogenannte Erholungslandschaften zugestalten nun tatsächlich immer präsenter wird und sich nach und nach eben auch durchsetzt.
00:07:43: Auch das ist eine Entwicklung, die wir natürlich deutlich früher schon beobachten können.
00:07:48: also die ersten Ideen einer Braunkohlengrube als Erholungslandschaft zu gestalten lassen sie sich auch schon in den neunzehnten dreißiger Jahren ausmachen.
00:07:58: Aber dass sich dieser Gedanke tatsächlich durchsetzt, dass man eben Flächen nicht mehr primär als nicht mehr premier forstwirtschaftlich oder überhaupt mit diesem unmittelbaren ökonomischen Nutzen wieder herstellt und eben zur Erholung der Bevölkerung.
00:08:13: Das ist etwas was ich meines Erachtens in den fünftiger Jahren eben auch nach und nach durchzusetzen beginnt muss man sagen.
00:08:20: ja also das ist eine Entwicklung die da stattfindet.
00:08:23: Für mich stecken da jetzt zwei Sachen drin.
00:08:26: erst mal wenn man eine postmontare Landschaft hat, sagt man erstmal das sieht nicht schön aus.
00:08:32: Das wollen wir anders haben.
00:08:33: also man sieht schon dass es irgendwie ein Problem ist und aber sie haben ja auch gerade das gesagt mit dem Erholungsraum.
00:08:39: Das heißt man will das nicht in diesen alten natürlichen Zustand zurückversetzen sondern man will es sogar besser machen.
00:08:45: Man will jetzt auch noch einer weiteren Nutzung hinzuführen als das was vorher war
00:08:52: Genau.
00:08:52: Und das Spannende, also was Sie jetzt gerade gesagt haben, dass dieser Gedanke eine Postmontane oder eine devastierte Fläche des Bergbaus sei nicht schön, da muss man einerseits natürlich... Also wenn man sich die Quellen anschaut zustimmen, also es kursiert dann natürlich Begriffe wie jene der Mondlandschaft schon auch vor den fünftiger Jahren natürlich.
00:09:13: und auch in den neunzehntfünfziger Jahren wurde zum Beispiel über das Rheinische Revier auch in höchsten Kreisen der Landesregierung Nordrhein-Westfalens von einer Kraterlehre gesprochen, also dieses Bild der Mondlandschaft kursierte durchaus.
00:09:28: Andererseits und das ist ganz interessant finden wir auch schon vorher in der Zwischenkriegszeit so beim Beginn der forstlichen Rekultivierung oder auch bei so Ideen man könne daraus neue Landschaften gestalten aus den divastierten Flächen des Bergbaus durchaus schon auch Aussagen dass ja der Bergbau Zwar die bestehende Landschaft erst mal zerstört, aber das durch diese Zerstörung eben neue Formen entstehen.
00:09:55: Also es entstehen ja Hügel, also Abraumhügel zum Beispiel und diese neue Form könnten... Das war tatsächlich schon zeitgenössisch so, wurde so gedacht.
00:10:09: Und diese neuen Hügel könnten durchaus auch das Landschaftsbild verschönern, also insgesamt eben zu einer neuen Landschaft führen Genau.
00:10:18: Das ist das durchaus ambivalent, also diese Zerstörung.
00:10:21: Da schwangen relativ bald schon so auch immer ein gestalterischer Möglichkeitenraum mit der sich darin auftat.
00:10:30: und vielleicht noch eine Sache zu diesem Begriff der Mondlandschaft, den ich tatsächlich auch sehr interessant finde wenn man sich den mal näher betrachtet, denn es ist ja eine etwas merkwürdige Metapher Insofern, als das der Mond ja zumindest... Also wenn man es etwas zuspitzt.
00:10:49: Eines der letzten unberührten, zumindest von der Erde sichtbaren Flecken Natur ist könnte man sagen und dieses Unberührte war eigentlich stets im klassischen Naturschutz so ein Idealbild also man wollte irgendwie die unberührte Natur vor dem technischen Zugriff bewahren.
00:11:11: Das ist zumindest das, was der klassische Naturschutz so im Sinne hatte wenn man es ideal typisch verdichtet.
00:11:18: und nun wird sozusagen diese Mondlandschaft als Negativbild als Metapher genutzt um die Zerstörung in braunkohlen Bergbau zu beschreiben.
00:11:29: und zugleich tut sich aber in dieser Mondlandsschaft denn ein Möglichkeitenraum auf weil man schon diesen neuen Formen durchaus Ansätze sieht auch Landschaft zugestalten zu verbessern.
00:11:41: Genau, also das ist natürlich auch ein zentraler Gedanke, dass man aus diesem vom Bergbau geschaffenen Form neue Landschaften herstellt die dann noch viel besser der Erholung dienen könnten als die vorherige Landschaft.
00:11:58: und es interessant ist eigentlich wenn man da mal auf die Akteurebene schaut wer Wer seit den fünftiger Jahren oder in diesen sogenannten Bubenjahren, also in der Zeit zwischen den Fünfzigern und dem Frühjahr, diesen Gedanken eigentlich vertreten hat.
00:12:14: Und da ist es eben nicht nur so, dass dieser Gedanke die Landschaft durch den Bergbau zu verbessern... Also man könnte ja noch mal anders gedreht, man könnte davon ausgehen, dass das etwas ist was ein Bergbauunternehmen als Formel ausgibt, wir wollen quasi Die Ressourcen extrahieren.
00:12:34: Wir wollen die Kohlevorkommen ausbeuten und als Argument dafür das zu tun, versprechen wir eine bessere Landschaft.
00:12:44: Und durchaus kann man sehen dass die Bergbaubetreibenden oder wenn man es konkret macht eben Rhein-Brauen oder die rheinischen Braunkohlenwerke AG also das sozusagen kurz Rhein Braun, dass sie tatsächlich ab den neunzehntsechziger Jahren so einer Unternehmenskommunikation eingesetzt haben, in der sie versprachen mit Erholungs... also durch die Gestaltung von Erholungslandschaften in ehemaligen Bergbaufflächen eine bessere Landschaft auch der Bevölkerung zurückzugeben und haben diese Erholungenlandschaft dann auch als Vehikel der Unternehmenskommunikation entdeckt.
00:13:19: Aber das ist tatsächlich nur ein Teil der Geschichte denn Diese Idee, man könnte Landschaft verbessern war zur selben Zeit.
00:13:26: Also in den fünftiger bis insbesondere in den Boomjahren durchaus im großen Teilen des Naturschutzes aber insbesondere auch das institutionalisierten Naturschutz eine durchaus nicht nur vertretende sondern auch propagierte Position.
00:13:47: Sie haben ja eben herausgestellt dass diese Boomjahre eine besondere Zeit waren mit einem besonders starken Wachstum eines Eingreifen des Menschen in seinen eigenen Lebensraum.
00:13:59: Und diese Idee, die mit den Naherholungsgebieten dieser verbesserten Natur, die finde ich von daher spannend weil das war ja allein wahrscheinlich dadurch notwendig, weil man jetzt so viel Industrie und so viele Städte hatte dass man fast schon vielleicht verzweifelt nach Orten gesucht hat wo sich die Leute mal ein bisschen ins Grüne begeben konnten.
00:14:16: Genau, dass du durchaus ein Gedanke und das auch gerade in diesen Boomjahren mit dem was ich vorhin als große Beschleunigung beschrieben habe.
00:14:24: Also eben den steigenden des Energieverbrauchs und dadurch natürlich auch des Landschaftsverbrauches aber auch unter anderem durch Infrastruktur, Suborganisierung
00:14:33: usw.,
00:14:35: immer schneller Voranschritt war natürlich in der zeitgenössischen Wahrnehmung ein Bild entstanden, das ich als schwindende Fläche beschreiben würde.
00:14:46: Also man tatsächlich sah, dass die letzten Residuen der freien Landschaft oder auch der Natur immer verschwinden würden.
00:14:55: und tatsächlich so diese Vorstellung Die Landschaft wird zerstört war sehr prägnant in den fünftigern und fortfolgenden Jahrzehnten.
00:15:05: Und genau da kam natürlich dieses Argument auf, auch es gäbe eben gar keine naturhaften Räume mehr die der Mensch als Ausgleich zu den technisierten überbauten Räumen der Industriegesellschaft finden könnte.
00:15:19: Das spielt natürlich genau da rein.
00:15:21: dann die defastierten Flächen unter anderem des Braunkuhlenbergbaus aber muss auch sagen das kleinflächigen Tagebaus insbesondere Sand und Kiesgruben dafür zu nutzen neue Landschaften zugestalten vielleicht noch In dem Zuge.
00:15:36: ein ganz kurzer Blick nochmal auch zurück.
00:15:39: Also das ist tatsächlich auch was, was nicht erst in den neunzehntfünfziger Jahren beginnt sondern man könnte eigentlich sagen dass diese Gestaltung von naturhaften Landschaften insbesondere zur Erholung der Bevölkerung auch etwas ist was sich in den fünftiger jahren beschleunigt oder wenn man es anders ausdrücken möchte etwas das sich nun tatsächlich als ein wahrnehmbares Phänomen formiert und so als ersten tatsächlichen.
00:16:03: Dort, zumindest in der deutschen Geschichte, an dem es erstmalig zu einer großflächigen instituzionalisierten Zusammenarbeit von Landschaftsarchitekten und einer staatlichen Behörde kamen war die Reichsautobahn im Nationalsozialismus.
00:16:19: Also seit ungefähr Mitte der dreißiger, neunzehntnachdreißiger Jahre.
00:16:24: Und an der Reichsauto-Bahn ist das immer etwas skurril weil wenn man heute ein Autobahn denkt ist das letzte, was einem einfällt eigentlich schöne Natur.
00:16:32: Aber an der Reisautobahn tatsächlich war ein Ort, an dem sich diese Idee festigte, dass man durch Eingriffe in Natur und Landschaft die Landschaft oder auch die Natur, die die Autobahnen umgibt verbessern könnte.
00:16:47: Weil man eben gedachtet tatsächlich – da kommt dann wieder die nationalsozialistische oder völkische Ideologie zum Tragen – man gedachte tatsächlich über diesen technischen Eingriff und die anschließende Landschaftsgestaltung die Spuren einer falschen Moderne, also zum Beispiel einer industrialisierten Landwirtschaft eben gestalterisch aus der Landschaft tilgen könnte und vermeintlich ursprüngliche Wälder wiederherstellen könnte.
00:17:12: Was man aber auch schon an der Reichsautobahn sehen kann ist das insbesondere an Rast- und Parkplätzen aus Kiesgruben und Sand und Kiesgruppen Badesen gestaltet werden, die dann als Erholungsorte auch gelten.
00:17:30: Man baute dann eben ein Gasthaus daneben zum Teil mit Übernachtungsmöglichkeits, gestaltete eben diesen Badesee, pflanzte ihn und das ist so der Ort eigentlich wo sich eine zumindest den Ansätzen diese landschaftliche Erholungplanung dann auch zumindest im großen Umfang beobachten lässt.
00:17:50: Solche Eintriffe in die Natur?
00:17:51: Das kam anderen Rekrutivierungsfolger auf sind ja immer sehr aufwendig, sie sind sehr teuer und Sie sind auch oft langfristig.
00:18:00: Und da kommt dann der dritte wichtige Begriff aus Ihrem Folgentitel dazu nämlich der politische Entscheidungsraum.
00:18:07: weil all diese Maßnahmen die müssen ja irgendwo eingebracht diskutiert und dann auch letztlich beschlossen werden.
00:18:13: wie lief das in dieser Zeit ab?
00:18:17: Ja es ist eine große Frage.
00:18:18: tatsächlich die einfache Antwort wäre auf den Braunkohlen-Ausschuss zu verweisen.
00:18:24: Also, der wurde in nineteenhundertfünfzig als zentrales Planungs- und Entscheidungsgremium eben gesetzlich eingeführt.
00:18:33: Und dort waren unter anderem die Bergbaubetreibenden aber auch Ministerien, Agrarlobby, Städte und Kommunen beteiligt.
00:18:43: Und dieser Braunkohlenausschuss sollte eben als demokratisch legitimiertes Entscheidungsgremium dann zu einer Konsensentscheidung über diese Landschaftsgestaltung und auch die vorherigen Eingriffe führen.
00:19:01: Der hat, also dieser Braunkohlenausschuss den Gartbüßern gibt es ja auch und der funktioniert natürlich auch könnte man sich jetzt nochmal genau anschauen wer da eigentlich zu welcher Zeit drin saß?
00:19:11: Also lange Zeit waren eben keine Akteure der Naturschutzverbände vertreten.
00:19:16: Also erst deutlich später nach seiner Gründung erhielten denn auch Umweltverbände innerhalb des braunkohlen Ausschusses eine Stimme, genau das ist so wie gesagt das zentrale Gremium auf das ich verweisen würde.
00:19:31: aber wenn man sich jetzt gerade die fünftiger Jahre anschaut dann zeigt sich eigentlich dass in diesem braunkohlen ausschuss gar nichts.
00:19:38: also da passiert schon ne Menge.
00:19:40: Die Entscheidung über die Landschaft fällt eigentlich auch außerhalb des Ausschusses oder durch eine ganze Reihe von Zufällen.
00:19:49: Also der Braunkohlenausschuss ist angetreten, um eine Generalplanung für das gesamte Rheinische Revier aufzustellen.
00:19:56: aber man stellte relativ bald innerhalb des Ausschlusses also schon zu Beginn der neunzehntfünfziger Jahre fest dass man diese Generalplanungen in der erhofften Form gar nicht entwerfen Könne.
00:20:08: und erst zum Beispiel im Jahr neunzehntzig lag der erste Teilplan des Gesamt, also das Gesamplans dann für ein Teil eben des Rheinischen Reviers vor.
00:20:21: Was wir gleichzeitig noch beobachten kann, also in den neunzentfünfziger Jahren haben wir eine Situation erstmal, in der vieles was in diesem Revier passiert ist eben nicht planvoll geschah.
00:20:32: Das heißt es ist Teile oder große Teile des Reviers sind zumindest die Abbauflächen sind devastiert, was auch unter anderem eine Folge der NS Autarkie-Politik war.
00:20:43: Wo eben der Braunkuhlenbergbau intensiviert wurde aber nicht die Rekultivierungsbemühungen.
00:20:48: also es gab ja durchaus schon erste Rekulturungsbemührung in der Zwischenkriegszeit also insbesondere der forstlichen Rekulterierung.
00:20:54: Wir haben einen nicht planvoll ablaufenden Abbau der dann in den fünftiger Jahren dazu führt dass man sich das eben beschließt dass man das in einer Gesamtplanung überführen muss die allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht möglich ist.
00:21:08: und gleichzeitig ist eben dieses Gebiet aber durchaus oder entsteht eben durch Zufälle, durch Praktiken der Rekultivierung die zum Teil ungeplant sind oder nicht in der Form geplant sind wie man sich dann später vorstellt.
00:21:22: Was man auch schon sehen kann ist dass die liegen gelassenen Bergbaugruben laufen schon mit Wasser voll werden zum teil auch schon von der Bevölkerung angeeignet.
00:21:33: also es gibt in den Quellen, eine ganz interessante Überlieferung darüber wie sich unter anderem Bergbau betreibende oder auch die angrenzenden Kommunen darüber beschweren und auch darüber Sorgen machen das eben trotz Gefahr in diesen Sehen gebadet wird.
00:21:50: Und das produziert eben auch so ein Handlungsbedarf in den neunzehntfünfziger Jahren.
00:21:56: Politik ist ja da auch immer Ausgleich und Politik ist auch Vernetzung.
00:22:01: Wie fand denn da das Gespräch, dass vielleicht innerhalb von den tatsächlich betroffenen Kommunen in deren Nähe diese Tagebau-Mondlandschaften lagen?
00:22:10: Sie haben eben gesagt, das war ja erst mal auf Landesebene mit diesen Ausschüssen unterwegs und hat man sich auch nach außen hin mit anderen Gebieten vernetzt.
00:22:18: In denen es diese Mondlandschafte gab.
00:22:20: ich denke erstmal sowas wie das Hessische weil sie im gleichen Land lag.
00:22:23: allerdings auch können ja auch über die deutsch-deutsche Grenze schauen, die es damals gab.
00:22:29: Hat man sich auch irgendwie angeschaut wie das denn im Mitteldeutschen im Lausitzer Revier zum Beispiel gemacht wird?
00:22:34: Wie man damit umgeht dass irgendwann der Bagger wieder weg ist und ein großes Loch ist.
00:22:40: Also ich würde sowieso diesen Impuls aufnehmen und immer sagen, dass es interessant ist nicht nur das Rheinisch Revier anzuschauen oder insgesamt Westdeutschland sondern auch den deutschen Vergleich vorzunehmen weil vielleicht sollte man das nochmal betonen, dass gerade also eines der führenden Länder des Braunkohlenbergbaus war eben die DDR, das heißt gerade dort sind große Abbaugebiete insbesondere im Bezirk Cottbus.
00:23:06: Und es gab natürlich durchaus auch Transferprozesse.
00:23:09: Es gab weniger... Also es gab durchaus natürlich Austausch innerhalb dieser Akteure der Rekultivierung wobei der eigentliche Transfer vor allem stattgefunden hat zumindest meiner Meinung nach durch Republikflüchtlinge, also durch eben Akteure die insbesondere in der Rekultivierungsforschung und DDR tätig waren in den fünftiger Jahren.
00:23:33: Und dann ja noch vor dem Mauerbau gegen Ende der Fünfziger Jahre in die Bundesrepublik geflohen sind.
00:23:39: Also da gibt es zwei sehr prominente Beispiele.
00:23:43: unter anderem Gerhard Dahmer hat in Leipzig an der Universität Leipzig geforst zur Rekulterierung im Braunkohlen Bergbau Ab den sechziger Jahren an einem Hannover Hanover Rana Institut für Landschaftsplanung tätig und wird eben da eine ganz wichtige Figur in der Rekultivierungsforschung beeinflusst natürlich dann auch die nicht nur die Forschung, sondern natürlich auch die Planungen in Westdeutschland.
00:24:10: Und wenn man sich zu Schriften von dem GH Dharma anguckt, erkennt man durchaus hin- und wieder auch den Einfluss noch der fünftiger Jahre, die er in der DDR verbracht hat.
00:24:20: Also das passiert durchaus dass es da Transferprozesse gab.
00:24:23: aber was es meines Erachtens weniger gab ist dass jetzt einzelne Kommunen die betroffen waren vom Bergbau geblickt haben darauf wie sie in der DDR oder wie man in der ddr rekultiviert hat.
00:24:36: Da gab's dann eher einen Austausch eben vor Ort also dass sich eben Kommunen vernetzt haben in Fragen der Erholungsplanung.
00:24:45: Genau weil das muss man vielleicht nochmal auch betonen, dass dieser Gedanke eine Erholungslandschaft zu gestalten eben nicht nur auf Gegenliebe dies insbesondere in den fünftiger Jahren.
00:24:56: Also das war durchaus ein Anspruch an den Raum der auch gegen andere Ansprüche an diesen Raum verteidigt werden musste.
00:25:05: also gerade gegenüber einer Agrar Lobby die forderte, dass die devastierten Flächen wieder... Das heißt wieder.. Zu landwirtschaftlichen Gebiet rekultiviert werden sollen, genau musste eben dieser Gedanke der Erholung erstmal auch politisch gefestigt werden.
00:25:23: und das geschah unter anderem eben darin dass auch Kommunen tatsächlich sich zusammengeschlossen haben.
00:25:28: Auch gemeinsam im braunkohlen Ausschuss Anträge gestellt haben zum Beispiel darauf das bestimmte vom braunkohlen Bergbau hinterlassene Krugen nicht zugeschüttet werden, eben nicht landwirtschaftlich rekultiviert werden sondern eben als Badesen ausgebaut werden.
00:25:45: Und das hat tatsächlich ein bisschen auch gedauert und eigentlich so.
00:25:48: erst vor allem in den sechziger Jahren hat sich dieser Gedanke der Erholungslandschaft dann gefestigt.
00:25:57: Vielleicht kann man da nochmal kurz auch ein paar Jahre zurückblicken.
00:26:00: also eine ganz zentrale Figur Für die Rekultivierung im rheinischen Revier, zumindest in den fünftiger und sechziger Jahren war der Landschaftsarchitekt Viktor Kalles.
00:26:12: Eben deshalb weil der Victor Kalles schon im Wintag die Forderung erhoben hat ein Generalplan für das rheinische Revier aufzustellen also noch bevor eben der Braunkohlenausschuss dann auch gegründet wurde mit genau diesem Ziel einer Gesamtplanung.
00:26:33: Und Kalles war eben jemand, der sehr stark auch für die Idee einer Erholungslandschaft eintrat.
00:26:40: Also er benutzte schnell den Begriff dass man ein Erholunggebiet des kleinen Mannes schaffen sollte.
00:26:47: Das ist so ein Schlagwort das er schon Ende der vierziger auf jeden Fall in den fünftiger Jahren benutzt.
00:26:53: und was eben der Kalles macht ist, dass er eine Flugschrift entwirft Oder eine Denkschrift entwirft wenige Seiten und einen kleinen Plan auch vom Rheinischen Revier.
00:27:04: Und den verschickt er eben an politische Entscheidungsträger, aber auch an die Bergbau betreibenden unter anderem und weitere einflussreiche Akteure vor allem in Nordrhein-Westfalen.
00:27:17: Und da kann man eben ziemlich deutlich sehen, dass es durchaus Interesse gibt an diesen Plänen.
00:27:21: Aber insbesondere auch von Seiten der Bergbaubetreibenden zu diesem Zeitpunkt noch eine deutliche Ablehnung gegenüber der Rekultivierung aber auch gegenüber dieser Idee eine Erholungslandschaft zu schaffen.
00:27:33: Also zu dem Zeitpunkt sahen die Bergbaubetreibende noch keinen Nutzen für sich darin.
00:27:41: Genau und da kann ich ganz gut sehen... Ziele verschiedene Ansprüche an diesen Raum, also gerade dadurch eben dass er abgebargert, das er zerstört wurde.
00:27:53: Und genau diese Ansprüchen konkurrierten auch stets.
00:27:56: und auch wenn dann zum Beispiel der Gedanke der Erholungslandschaft sich in den sechziger Jahren verstärkt setzte und die Bergbaubetreibenden also dann insbesondere reinbrauen genuines Interesse daran entwickelte Erholungslandschaften selbst zu gestalten Konkurrierte dieser Gedanke auch stets mit anderen Ansprüchen, insbesondere der eben auch der Landwirtschaft.
00:28:17: Im zwanzigsten Jahrhundert war ja das Verhältnis von Mensch und Natur immer so ein Ambivalentes gewesen.
00:28:23: Er hat das ja eigentlich schon gesehen im neunzehnten Jahrhundert nach dieser ersten großen Industrialisierungsfälle dass sich dann vor allem nach dem ersten Weltkrieg diesen mechanisierten Kriege auch sowas wie die Wandervögel usw.
00:28:34: entwickeln.
00:28:34: also man hat zu irgendwann diesen Tragen zurück zur Natur gefunden.
00:28:38: Wie ist das denn jetzt in dieser Zeit, in den Boomjahren?
00:28:41: Wie schaut man denn da auf die Natur an sich.
00:28:44: Wir haben ja schon ein bisschen das angesprochen aber ich glaube sie können dann nochmal so eine große Überblick zu einer großen Linie zeichnen.
00:28:52: Ja und da würde ich tatsächlich wenn es mir gestattet ist ein wenig ausholen wollen weil ich tatsächlich davon ausgeht dass sich im zwanzigsten Jahrhundert man davon sprechen kann, dass sich ein dritter Zugriff auf Natur entwickelt.
00:29:07: Der sich dann auch ganz zentral meines Erachtens nach in den Braunkohlenrevieren eben spiegelt, insbesondere auch seit den neunzehnfünfziger Jahren.
00:29:16: und wenn wir so auf die großen Linien des zwanzissten Jahrhunters schauen aber vielleicht auch nochmal das letzte Drittel des neunzen Jahrhunders mit hinzunehmen Sehen das letzten Drittel eben des neunzehnten Jahrhunderts oder auch man könnte sagen, mit dem Beginn der Hochmoderne.
00:29:33: Das ist so ein Begriff von Ulrich Herbert, der Naturschutz jetzt zwar nicht als Idee entsteht aber sich eben als Bewegung formiert.
00:29:45: und dieser Naturschutz um nineteen Hundert war eben ein primär konservierender Naturs Schutz, der eben gedachte eine als unberührt imaginierte Natur gegenüber den ja stets sich beschleunigen, denn ja insbesondere dann mit der Hochindustrialisierung zuspitzenen technischen Eingriften zu bewahren.
00:30:08: Und was dann eben im zwanzigsten Jahrhundert passiert ist das zunehmend so die Idee des Naturgestaltens auftritt.
00:30:16: also das ist nichts was eben um neunzehntundhundhundertfünfzig dann ad hoc einsetzt.
00:30:20: Also die neunzentfünfziger Jahre sind hier eben keinen Bruch, sondern es formiert sich eher eben etwas was wir schon in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts an ganz verschiedenen Orten beobachten können.
00:30:32: und auch im sogenannten Heimatschutz also ja so eine parallele Bewegung des Naturschutzes gibt es eben ja schon auch gestalterische Ansätze die sich auf diese sogenannte Kulturlandschaft bezogen haben.
00:30:45: Und das Interessante ist eigentlich dass sich im Verlauf des Zwanzigste Jahrhunderte dieser Gedanke nach und nach durchsetzt die Natur eben nicht mehr nur vor dem technischen Zugriff zu bewahren, sondern eben zugleich im Natur mit den selben Mitteln der Industrialisierung technisch herzustellen.
00:31:07: Und das Interessante ist, dass es eben nicht nur der Gedanke besteht, nicht nur darin Natur mit denselben Mittel in der Industrialisierung herzustelle, Antwort auf die Verwerfung der Industrie Moderne.
00:31:21: Also ich spreche jetzt so aus den seinerzeitigen Ideen heraus und da ist nämlich dieser Vorstellung von der Natur als Ausgleich zur Industriegesellschaft, die natürlich im konservierenden Torschutz auch schon vorhanden ist ganz zentral also dass man eben der Bevölkerung gerade auch der Großstädtischen Bevölkerung einen Ausgleichsraum, ein Erholungsraum zur Verfügung stellt.
00:31:48: Das ist eigentlich so der eines der tragenden Gedanken dieser Naturgestaltung zumindest bis eben in die neunzehnt siebziger Jahre hinein.
00:31:58: und vielleicht noch so ein Gedanke.
00:32:00: also wenn man das zuspitzen möchte dann zeigt sich eben in den Nachholungslandschaften die gestaltet werden oder auch in den Instrumentarien und gestalterischen Praktiken dieses Naturmachens, wie ich es gerne nenne, zeigt sich eben darin dass diese ja nicht nur eine Antwort waren auf die Herausforderungen oder auch auf die Verwerfung der Industriegesellschaften sondern das sich in der Natur tatsächlich dieses Industriesystem bis zu einem gewissen Grad spiegelt.
00:32:29: Also was wir können tatsächlich beobachten wie an verschiedenen Orten eine durchaus rationalisierte und standardisierte Planung einsetzt.
00:32:39: Also man hat es relativ bald dabei, dass die Böschungswinkel von gestalteten Badeseen aus Kies- und Braunkohlen-Guben gleichgestaltet werden.
00:32:50: Man ist relativ schnell dabei, das man Pflanzungspläne entwickelt, die vermeintlich an verschiedenen Orten angewendet werden können.
00:32:59: Das heißt, es gibt schon so eine Idee der Verwissenschaftlichung und auch ihrer rationalisierten Gestaltung.
00:33:06: Und es gibt durchaus dann auch so, es führt auch durchaus zu einem Ansatz von standardisierten naturhaften Landschaften zur Erholung dienen.
00:33:15: Wenn man das eben zu Ende denkt könnte man durchaus sagen eben also das was man als ja so als Vordismus bezeichnet um eben dieses Produktionsregime auch der Hochmoderne zu kennzeichnen was ja dann aus der Fabrik auf die Gesellschaft übergreift in dieser Planungsäuphorie unter anderem dieser Planungseuforie und auch diesem Gedanken eben des Social Engineerings, dass der sich eben auch in den, in der gestalteten Natur spiegelt was dann zu einem sehr widersprüchlichen Befund eigentlich führt.
00:33:47: Dass man die Natur als Gegenteil der Industriegesellschaft gestaltete indem man Die Natur eben genau diese Industrie Gesellschaft angelegt Und das wiederum spiegeln sich durchaus auch in den Boomjahren im Braunkohlenbergbau wieder.
00:34:02: Also gerade bei dem Landschaftsarchitekt Victor Kalles, den ich vorhin erwähnt hatte, da findet man ganz viele Elemente von dem was sich aufgezählt hat also diese Vorstellung Natur als Ausgleich zur Industriegesellschaft, zur Reproduktion der Arbeitskraft, Natur als Heilung von den jeglichen Problemen die industrielisierte Großstadt mit sich bringen würde.
00:34:27: Wobei man zugleich sagen muss, dass das bei Victor Kalles eben keine anti-moderne Großstadtfeindschaft ist sondern es geht eher bei ihm darum tatsächlich diese Idee des Ausgleichs zu integrieren in die Moderne.
00:34:43: Ich hatte das Glück, dass ich den Begriff der Boomjahre nicht nachgucken musste weil ich an der Uni Trier war wo Lutz Raphael war der mit dem Begriff von Nachdemboom geprägt hatte.
00:34:56: Genau, und dann war für mich halt klar jetzt auch noch zu fragen um Richtung Abschluss zu kommen diese dreißig glorreichen Jahre wie sie es eben auf Französisch gesagt haben die gehen Mitte der siebziger zu Ende.
00:35:08: wir erleben Ölkrisen Wir haben auch das Aufkommen von Umwelt- und Naturschutzbewegungen Die auch am Anfang global zu denken.
00:35:17: Was macht das mit dem Gedanken der Rekultivierung?
00:35:20: Und den politischen Entscheidungen die dahinter stecken?
00:35:24: Es ist insofern eine große Frage, weil sie auf verschiedenen Ebenen natürlich ansetzt.
00:35:30: Und die erste Ebene, auf der man ansetzen würde, ist natürlich dass die neunzehntsiebziger Jahre ja nicht nur die Zeit nach dem Boom sind also eben nicht nur Die zeit indem dieser scheinbar nie endende Aufschwung nun doch Endet sondern es ist eben zugleich auch die zeit in der die ökologischen Begleiterscheinungen der Hochmoderne deutlich ins Bewusstsein treten.
00:35:55: Das ist eben die Zeit, wo eine globale Umweltpolitik, eine globala Umweltsbewegung entsteht und das natürlich auch in Westdeutschland.
00:36:03: Es ist interessant allerdings dass die Umweltbewegungen den Braunkohlenbergbau vergleichsweise spät entdeckt.
00:36:11: also die erste oder einer der ersten Gruppen Gründet sich Ende der siebziger Jahre.
00:36:16: Neunundsiebzig meine ich also die sogenannte Hambach Gruppe, das war ein Studierende Der TWA Aachen Also der technischen Hochschule in Aachen.
00:36:28: Genau und es waren eben in der Umweltbewegung andere Themen Zentralen also Anti-Akw Bewegungen Startbahn West Frankfurt.
00:36:35: So dass waren so die Themen der Umweltbewegungen aber eben noch nicht der Braunkohlenbergbau Noch nicht in dem Maße wir eben heute im Zentrum des Umweltaktivismus steht, was vor allem auch daran liegt.
00:36:46: Das ist natürlich der Klimawandel in den Siebzigerjahren noch kein Thema war sondern andere Themen insbesondere Atomkraft zum Beispiel bestimmt waren.
00:36:55: Was allerdings passiert?
00:36:57: Ist in der Rekrutivierung das Der Begriff der Renaturierung In den neunzehnt siebzigern nach und nach auftritt und zwar zum Teil bewusst als Gegenbegriff zur Rekultivierung.
00:37:10: Man muss dazu sagen, dass Renaturierung ein ebenso weit definierter Begriff in den Quellen ist wie Rekulturierung.
00:37:18: aber dennoch zeigt sich eben so im Groh der Quellen das man in den siebziger Jahren unter Renaturirung eine Form der Herstellung von naturhaften Landschaften versteht die sich eben nicht auf die Erholung des Menschen richtet, sondern darauf, insbesondere auch Biotope für bedrohte Tierarten zu der Zeit zumeist bedrohten Vogelarten zu schaffen.
00:37:44: Das hängt vor allem oder hängt damit zusammen, dass in den Siebzigerjahren eben der Artenrückgang verstärkt sichtbar wird – also das was wir heute als Verlust von Biodiversität beschreiben wird durch die sogenannten roten Listen sichtbar.
00:38:02: also Anfang der siebziger Jahre werden zum Beispiel auch in deutschland dann oder in westdeutschland muss man ja korrekt sagen, die ersten roten Listen z.B.
00:38:11: bedrohter Vogelarten veröffentlicht.
00:38:14: das wiederum also der Artenrückgang ist verknüpft mit einer weiteren Entwicklung und zwar der Wiederentdeckung des Konzetts der Biosphäre.
00:38:26: Also das ist eigentlich ein Konzept, dass deutlich älter ist aber Ende ins Besondere seit Ende der sechziger Jahre ganz prominent zum Beispiel mit der sogenannten Pariser Biospherenkonferenz, also in den Eighthsundsechzig wieder entdeckt wird und zu diesem Zeitpunkt über die sich zugleich formierende Ökosystem Theorie reformuliert wird.
00:38:48: Das heißt, die Biosphäre wird zu diesem Zeitpunkt als ein globales Ökosystem verstanden und wenn man es herunterbricht war eben der Gedanke alles ist mit allem vernetzt.
00:38:58: Ja also eben da zeigt sich deutlich dieser systemwissenschaftliche Charakter in dieser Idee der Vernetzung.
00:39:07: Genau das ist sozusagen erstmal einmal die Entwicklung.
00:39:10: aber Zu dieser zeit War eben eine gängige Lehrmeinung dass eine hohe Artenvielfalt oder anders gesagt, eine gängige Lehrmeinung war die sogenannte Diversitäts-Stabilitätshypothese.
00:39:26: Das heißt, hohe Diversität führt zu einem stabilen Ökosystem.
00:39:31: Respektive wenn man es auf die Biosphäre überträgt War zeitgenössisch Eine Bedrohungslage entstanden Dass sich die BioSphäre destabilisiere Wenn eben die Anzahl an Arten zurückgehen würden.
00:39:48: Das heißt, dass dieser Gedanke der Renaturierung auch nicht ausschließlich aber eben auch darauf zielte mittels Biotopgestaltung die Artenvielfalt zu erhöhen um eben die Biosphäre als eben ja wie es eben sagt im Lebensraum jeglichen jeglichen Lebens auf der Erde zu schützen.
00:40:09: das heißt wenn man's zuspitzt könnte man sagen das als bedroht seit den siebzigerjahren nicht mehr allein der menschgeil durch das industrie system also der tatsächlich in den boom jahren in der rekrutivierung zumindest in diesen erholungslandschaften im mittelpunkt stand sondern nun war eben das leben auf dem planeten in gänze bedroht und Das führte eben tatsächlich dazu dass mehr und mehr gefordert wurde eben nicht mehr erholung landschaft zu schaffen.
00:40:34: Also heruntergebrochen, es ging nicht mehr darum ein badesee zu gestalten der einen Schön Strand hatte, der zum Schwimm-Einloot und der weitestgehend begrünt war also mit Pflanzen umrandet.
00:40:48: Sondern dass die sogenannten Ansprüche von Tierarten an eben den Raum beziehungsweise auch anders an das Habitat befriedigt werden.
00:41:02: Also genau das ist so ein tatsächlich wichtiger oder ja doch einen Bruch, der in den siebziger Jahren erkennbar wird.
00:41:11: Ein zweiter Punkt in dem Zusammenhang ist, dass in den tatsächlich gestalteten Erholungslandschaften also eben jenen Landschaften die man auch im Rheinischen Revier insbesondere am Südrevier zuvor als Erholungslandschaft der Bevölkerung zur Verfügung gestellt hat.
00:41:27: Das dort sich eben zeigt das die Natur nicht so leicht machbar ist wie man es in der Planungseuforie der Boomjahre dachte.
00:41:36: Es zeigt sich an verschiedenen zeigt sich an verschiedenen Punkten doch in einem relativ zentral.
00:41:43: und zwar begann zum Teile, also oder manche der Seen dieser Landschaften begannen eben einen Nährstoffüberschuss aufzuweisen.
00:41:51: Also das nennt man eben auch Ultrophierung so als Fachbegriff was eben dazu führte dass manche dieser Seen umkippten ja und dann nicht mehr als Badesehen nutzbar waren musste eben, musste man eben diese Ultrafierung oder diesen Nährstoffüberschuss dann mit weiteren technischen Interventionen bekämpfen.
00:42:14: Das heißt es war eben nicht so dass man einfach eine Landschaft gestaltete und herstellte Und dann regulierte sie sich von selbst wie es zum Teil angedacht war Sondern es zeigte sich eben das man mit steter technische Intervention Diese Sehen als Natur intakt halten musste.
00:42:30: also zb an manchen sehnen im rheinischen im südlichen teil des Rheinischen Reviers musste ein zwölf Meter langes, glaube ich, zwölfe Meter langen Gefährnis.
00:42:39: Ungefähr zwölftmeterlanges Algenmehboot des öfteren Folgen dieser Ultrafierungen eben nicht heben.
00:42:46: Wir sind jetzt ein paar Jahre vor dem Ende des Braunkohlenbergbaus im Rheinischen Revier und das was sie jetzt gesagt haben widerspricht finde ich zumindest so ein bisschen der dem Titel der Tagung wo Sie dieses Thema vorgestellt haben weil zumindest etwas das Thema Rekultivierung angeht, scheint es so als ob das reinische Revier nicht vergessen gewesen war?
00:43:11: Ja also ganz und gar nichts.
00:43:13: Also im Hinblick auf die Rekullivierung ist es definitiv kein vergesenes Revier.
00:43:18: und auch wenn man sich so die vielleicht nochmal ein ganz interessanter Gedanke, wenn man diesen Stellenwert des reinischen Reviers in der Geschichte des bundesdeutschen Naturschutzes, der bundesdurchschen Landschaftsplanung anschaut dann ist es durchaus ein recht wichtiger Ort.
00:43:35: Also zum Beispiel stellt der Direktor der Bundesanstalt für Vegetationsgründe, Naturschutz und Landschaftsplanung also die das eben kurz gesagt des bundesdeutschen staatlichen Naturschutzinstitutes.
00:43:48: Der stellt auf der Umweltkonferenz twond neunzeiztzehn siebziger Stolkholm Das Rheinische Revier als Fallstudie vor, also eben weil der Direktor selbst eine wichtige Figur der Rekultivierung gewesen ist.
00:44:00: Aber auch weil gerade diese rekultivierte Landschaft für ihn so ein recht zentrales Beispiel eben für den von ihm propagierten Umgang mit Natur und Landschaft darstellt ja?
00:44:12: Und die UN-Umweltkonferenz in Stockholm ist denn auch keine unbedeutende gewesen.
00:44:19: Also nicht nur im Hinblick auf die Rekulitivierung kein vergessenes Revier sondern gerade auch so finde ich meines Erachtens nach in der Geschichte eben bundesdeutschen Naturschutzes.
00:44:29: und das ist natürlich tatsächlich, also wo sie es ansprechen interessant dass die historische Forschung sowohl die wirtschafthistorische aber auch die insbesondere auch die umwelthistorische Forschungen sich eigentlich bislang sehr wenig mit dem reinischen Revier beschäftigt hat.
00:44:48: Also dieser Titel des vergessenen Reviers bezieht sich ja vor allem eben auch auf die historisch Forschung Und da könnte man natürlich ein paar Thesen aufstellen, warum das eigentlich so ist.
00:45:01: Also ich hatte ja vorhin schon erwähnt dass der Braunkühlenbergbau auch seitens der Umweltbewegung recht spät und auch nie so zentral zumindest in den späten siebzigern auch achtziger jahren betrachtet wurde Dass sich vielleicht auch langfristig auf die umwelthistorische Forschung ausgewirkt hat.
00:45:21: also wir werden deutlich mehr arbeiten eben zur Anti-AKW Bewegungen natürlich finden als genau zu Fragen des Braunkohlenbergbaus, wobei sich das jetzt nach und nach verändert.
00:45:32: Genau interessant ist aber vielleicht in dem Zusammenhang noch dass während der Rheinische Revier tatsächlich in der historischen Forschung wenn nicht vergessen so zumindest vernachlässigt wurde gilt es gerade nicht für die braunkohlen reviere in der DDR also insbesondere dort zum Bezirk Cottbus der ja dann Kohl- und Energiebezirk, also zum zentralen Braunkohlennäferanten ausgebaut wurde.
00:45:58: Also das ist vergleichsweise gut erforscht, gerade im Vergleich zum Rheinischen
00:46:04: Revier.".
00:46:05: Und dann als letztes noch ein Blick in die aktuelle Planung, den aktuellen politischen Entscheidungsraum eben auch dahin nochmal mit dem Blick darauf – da sind einige Jahre der braunkohlen Bergbau im Rheinland-Württemberg geschlossen sein soll.
00:46:22: Kleine.
00:46:23: welche Vorhaben, welche Ideen für die Rekrutivierung gibt es da und wie schätzen Sie die als jemand der sich damit viel beschäftigt hat ein im Blick darauf?
00:46:32: Wie umsetzbar sinnvoll die vielleicht auch wirken.
00:46:37: Ja, vielleicht sollten wir uns zunächst dieses Mega-Projekt des Hambacher Sees anschauen, der ja zum Teil als dann in Zukunft zweitgrößter See je nachdem welcher welche Bezugsgröße man wählt angepriesen wird.
00:46:55: Und das ist natürlich schon ein fragliches Projekt, insbesondere also gerade jetzt.
00:47:01: in den letzten Wochen ist ja nochmal das Thema auch des Wassermangels aufgetreten.
00:47:06: Also dass es schon ... Ja, ist ein sehr fragliches Projekt.
00:47:11: aber vielleicht noch ein ganz anderer Punkt oder nochmal so einen übergreifender Punkt zu diesen Rekultivierungsplanung.
00:47:20: Das Interessante ist ja eigentlich, dass wenn man das nochmal so im Zeitschnitt betrachtet und ich komme dann gleich noch mal auch in die Gegenwart zurück.
00:47:28: Wenn man das so im Zeitschritt betracht, stellt man eigentlich in den Wumenjahren was zumindest was diese naturhaften Landschaften angeht, den Menschen in dem Mittelpunkt?
00:47:36: Das erfährt dann im Zuge der ökologischen Wende Kritik.
00:47:44: also es soll dann wieder die Natur in dem Mittelpunkt der Planung gestellt werden.
00:47:49: Und wenn man es etwas zuspricht, könnte man sagen, da wird der Mensch ein wenig vergessen und heute versucht man sich an seinem Ausgleich von Beidem beziehungsweise.
00:48:00: was heute noch auch dazu kommt ist dass eben verstärkt versucht wird beides zugleich also eine ökologisch intakte Natur auch zu vermarkten.
00:48:10: Also das kann man ganz gut zum Beispiel sehen an manchen Rekultivierungsprojekten in ostdeutschen Bundesländern, vielleicht sollte man dort ja nochmal einen kritischen Blick drauf werfen.
00:48:25: Sie haben sich jetzt mit dieser Rekulierung und dem politischen Entscheidungsraum während der Wohnjahre wissenschaftlich auseinandergesetzt.
00:48:31: sie haben ein Vortrag darüber gehalten.
00:48:34: Wobei beschäftigen Sie sich denn jetzt thematisch, was ist denn jetzt so das aktuelle Thema mit dem sie dann weitermachen?
00:48:43: Das aktuellste Thema, mit dem ich weitermache.
00:48:46: Also tatsächlich ist diese Landschaftsplanung der Boomjahre nach wie vor ein Thema an dem ich sitze.
00:48:52: Vielleicht muss man eben dazu sagen dass dieses Projekt einer Geschichte der Umweltgestaltung irgendwann einmal hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft als Buch erscheinen soll Und da beleuchte ich schon nochmal deutlich mehr Fassetten, auch dieses Naturmachens eben in den Boomjahren.
00:49:16: Also insbesondere auch noch mal die Frage welcher Ideengehalt schreibt sich eigentlich dort in die Landschaft ein?
00:49:22: Wie werden bestimmte Erforderungen an die Landsschaft umgesetzt?
00:49:26: zum Beispiel einen Punkt über den wir heute gar nicht gesprochen haben der aber durchaus im Rheinischen Revier auftaucht ist so die Vorstellung von Landschaften die zur Bewegung anregen, weil das auch noch mal so zusammenspielt mit dem Aspekt der Gesundheit.
00:49:43: Der tatsächlich eine Rolle spielt in dieser Landschaft.
00:49:45: gestaltung also diese Vorstellung eben eines Ausgleichs zur Industriegesellschaft eben auch immer mit Fragen von Bevölkerungspolitik und Gesundheit zusammenhängt.
00:49:55: Das sind schon auch Punkte mit denen ich mich beschäftige.
00:49:59: tatsächlich genau und warum es dann tatsächlich Auch gehen wird ist nochmal auch diese ökologische Wende deutlich stärker zu beleuchten und sich zu fragen, was dort eigentlich seit den Siebzigerjahren passiert.
00:50:13: Wie sich die Gestaltungsansprüche an den Raum ändert?
00:50:15: Wie das umgesetzt wird?
00:50:18: Genau also dieser Aushandlungsprozess sich eigentlich noch mal ab den Siebtzigerjanen verändert nicht nur im Rheinischen Revier sondern auch in anderen Orten.
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