X-057: Bundesverband Industriekultur: Aufgaben & Zukunft, mit Dr. J. Ackerschott und Dr. K. Baumann {LVR geSCHICHTEN}
Shownotes
Dies ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt geSCHICHTEN Rheinisches Revier
Hinweise
Der Bundesverband Industriekultur erhält in gleichen Anteil Förderung durch den LVR, die LWL-Kulturstiftung und den RVR.
Kooperation
Die Expertinnen sind Dr. Julia Ackerschott und Dr. Kirsten Baumann.
Verknüpfte Folgen
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Die Episoden werden thematisch und nicht nach Erscheinungsdatum nummeriert. Für einen chronologischen Durchgang zur europäischen Geschichte sollten die Episoden nach Namen sortiert werden. Unten in den Shownotes findet ihr die Liste der einzelnen Kategorien!
schwarze0fm hatte als Hobbyprojekt begonnen - inzwischen habe ich aber durch Auftragsproduktionen und Crowdfunding die Möglichkeit gewonnen, mehr und bessere Folgen für Geschichte Europas zu produzieren. Das Prinzip "schwarze Null" bleibt - die Einnahmen werden verwendet, für mich Rahmenbedingungen zu schaffen, den Podcast zu betreiben und weiterzuentwickeln. In dieser Folge habe ich das ausführlich erklärt.
This episode of "Geschichte Europas" by schwarze0fm (Tobias Jakobi) first published 2026-05-21.
CC-BY 4.0: You are free to share and adapt this work even for commercial use as long as you attribute the original creator and indicate changes to the original.
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Kategorien
Die Namen der Podcast-Folgen beginnen mit dem Schema „Buchstabe-Dreistellige Zahl“. Der Buchstabe steht dabei für die thematische Kategorie (die auch im Untertitel der Folge zu finden ist). So kann, zumindest für die Buchstaben B bis U, durch alphabetische Sortierung ein chronologischer Ablauf der Folgen dargestellt werden.
Die Kategorien der Episoden sind wie folgt:
• A = Epochenübergreifende Themen
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• E = Die Metallzeiten
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• G = Römische Antike
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• I = Das Hochmittelalter
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• K = Erste Europäische Expansion
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• N = Absolutismus und Aufklärung
• O = Zeitalter der Revolutionen
• P = Nationalismus und Imperialismus
• Q = Erster Weltkrieg
• R = Zwischenkriegszeit
• S = Zweiter Weltkrieg
• T = Kalter Krieg und Europäische Einigung
• U = Nach dem Kalten Krieg
• V = Europa aktuell
• W = Epochenübergreifende Biographien
• X = Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur
• Y = Quellen
• Z = Meta/ Podcast
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00:00:00: Wir wissen oft gar nicht, wie die Dinge zu uns kommen.
00:00:03: Also ich bestelle im Internet und ein-, zwei-, drei Tage später klingelt der Paketbote... Und dann ist es da!
00:00:09: Aber welche Lieferkette steckt dahinter?
00:00:12: Was sind die Wege dorthin?
00:00:14: Ein Mitglied unserer Fachgruppe beispielsweise, ein Leiter eines Museums, ist in Kooperation mit einem Wirtschaftsunternehmen gegangen um einfach zu sagen okay hinter diesem kleinen Klingeln und diesen paar Euro, die's bei uns nur gekostet hat steht all dieser Aufwand.
00:00:29: Wir reden über wirklich globale Wege, die natürlich auch wieder mit Energie und Personal, mit ganz unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und Ressourcen in Zusammenhang stehen.
00:00:38: Also Industriekultur und Wirtschaft ist ein vielfältiges Thema von dem wir uns sehr viel versprechen weil wir glauben dass wir da ganz unterschiedliche Aspekte die eine wahnsinnige Relevanz heute und mit Sicherheit noch morgen und in der Zukunft haben werden für die Gesellschaft bearbeiten können.
00:01:27: Diese Folge von Geschichte Europas ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt Geschichten Reinches Revier.
00:01:35: Heute schauen wir mit Dr.
00:01:36: Julia Ackerschott und Dr.
00:01:38: Kirsten Baumann auf die Arbeit des Bundesverbandes Industriekultur.
00:01:43: Nachdem wir in der letzten Folge über dessen Ursprünge gesprochen hatten, reden wir heute über Industrie-Kultur und industriekulturelles Erbe, über Themenfelder und Aufgaben derer sich der Bundesverbannt annimmt und schauen auf dessen Pläne und zukünftige Vorhaben.
00:02:00: In den Schollennotzerfolge findet ihr Kontaktmöglichkeiten für Fragen, Feedback oder Kommentare sowie Wege wie ihr mich und diesen Podcast unterstützen könnt – etwa durch Spenden via Paper und Kofi oder durch regelmäßige Beiträge über Steady & Kofie.
00:02:15: In dem Schallennotz gibt es auch eine Liste inhaltlich vergriffener Folgen die stets aktuell gehalten wird und da findet ihr inzwischen schon so einiges zum Thema Industriekultur.
00:02:24: Sowohl Frau Ackerschott als auch Frau Baumann sind neue Gäste und stellen sich in dieser Reihenfolge zunächst selbst vor.
00:02:31: Ich wünsche euch viele neue Erkenntnisse mit dieser Aufnahme aus dem April,
00:02:42: Und mein Werdegang ist, glaube ich geprägt seit über zehn Jahren von Kunst und Kultur.
00:02:50: In meiner letzten beruflichen Station war das Thema Industriekultur immer wieder eins was sehr relevant war.
00:02:56: aus dieser berufliche Pflicht hat sich eine auch persönliche Liebe entwickelt und so war es für mich naheliegend mich auf die Position der Geschäftsführung als diese ausgeschrieben wurde bei dem jungen Verband zu bewerben.
00:03:07: Mein Name ist Dr.
00:03:08: Kirsten Baumann In der Position heute hier als Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Industriekultur Deutschland TV.
00:03:17: Im richtigen Leben, wenn ich das so sagen darf, bin ich Direktorin der Acht LWL-Museum für Industrie Kultur.
00:03:22: Als Kunsthistorikerinnen und Historikerin bin ich eine in der Wolle gewaschene Museumsfrau mit langen Stationen an der Stiftung Bauhaus Dessau.
00:03:31: Im Museum der Arbeit war ich Direktorin Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gotthoff in Schleswig.
00:03:38: Und jetzt eben hier, in diesem sehr großen eigentlich Europas größter Museumsverbund für Industriekultur.
00:03:46: Industrie-Kultur das haben wir in anderen Gesprächen schon gehört ist ein weiter Begriff und ich war überrascht auch von Ihnen zu hören dass wir unterscheiden werden zwischen Industrie Kultur und Industrie kulturell im Erbe.
00:03:58: Wir fangen mal an mit Frau Baumann mit dem ersten Begriff was isst?
00:04:01: Industriekultur.
00:04:02: Das ist wirklich eine allumfassende Frage, denn Industrie-Kultur beschäftigt oder umgibt uns ja im Alltag sozusagen gestern heute und morgen.
00:04:12: Industrie Kultur ist überhaupt nichts von gestern sondern es Teil unserer kulturellen Gedächtnis ist.
00:04:17: und vor allen Dingen sind wir komplett von Industrie Kultur umgeben, denn wir sind nach wie vor auch wenn wir schon teilweise in Zeiten der Deindustrialisierung leben, sind wir natürlich seit über zweihundert Jahren sehr stark geprägt von der Industrialisierung.
00:04:35: So gehört zur Industriekultur einerseits das materielle und imaterielle Erbe auch der Industrialisierung in unserer Gesellschaft.
00:04:42: dazu gehören die Gebäude, Fabriken, Zechen- und Werkhalenmaschinen aber auch Infrastrukturen also die physischen Orte an denen die industrielle Produktion stattgefunden hat.
00:04:53: Aber Industriekultur ist natürlich sehr viel mehr, jedenfalls in unserer heutigen Definition.
00:04:59: Denn sie umfasst auch die Lebensweisen und die Arbeitskulturen, auch die sozialen Bewegungen im Übrigen und auch die Erinnerungen, die gerade für uns als Museen auch sehr wichtig sind.
00:05:10: Erinnerung von Menschen, die in der Industrie gearbeitet haben oder drumherum.
00:05:16: Und man kann insgesamt sagen, die Industrie-Kultur erzählt die Geschichte davon wie die Industrialisierung unsere Gesellschaft nicht nur geprägt hat, sondern auf jeden Fall auch immer noch prägt.
00:05:27: Und zwar wirtschaftlich, sozial, kulturell und auch räumlich.
00:05:32: Wenn ich nochmal einen kleinen Exkurs in unser eigenes Museum machen darf wenn wir hier im Museum uns mit der Industriekultur und der Industrialisierung befassen dann tun wir das auf jeden fall auch in einem größeren Rahmen als das vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war wo wir als Industriemuseen sehr technikorientiert waren.
00:05:52: Wir haben heute darüber hinaus auch ganz andere Themen, zum Beispiel unsere Ausstellung das ist Kolonial Westphalens unsichtbares Erbe die im letzten und vorletzten Jahr lief.
00:06:04: Zum Beispiel die globalen Auswirkungen des Imperialismus und Kolonionalismus untersucht die Ganz direkt mit der Industrialisierung auch hier in Westphalen zusammenhängen.
00:06:14: Aber Industrialisierung zeigt sich natürlich auch für uns jeden Tag.
00:06:18: Wir leben ja heute nach der Uhr und nicht mehr nach der Natur, so ist auch unser aller tägliche Zeiterfassung eine Auswirkung der Industrialisierung.
00:06:26: Das sind so kleine Dinge die wir uns überhaupt nicht mehr richtig klar machen jeden Tag weil es einfach zu unserem Alltag gehört.
00:06:33: aber das ist alles Industriekultur
00:06:36: Vorker-Shot, dann der nächste Begriff die das industriekulturelle Erbe wo sie gemeint haben.
00:06:41: Das ist ein Unterschied von Industriekultur oder Industrie kulturellem Erbe sprechen?
00:06:47: Ja ich würde es vielleicht konkretisieren dass erbe ist eine Teilmenge der Industrie Kultur oder Industri.
00:06:52: Kultur ist damals aber auch wirklich etwas was hier und jetzt stattfindet unser ganzes Leben prägt und bestimmt Und oftmals sind wir uns darüber gar nicht so im klaren.
00:07:01: Vielleicht liegt es an dem begriff Kultur und Ich meine mit Kultur Jetzt Nicht Speziell Kunst und Kultur die Kombination, sondern Kultur wirklich in Abgrenzung zu allem was von Natur aus da ist.
00:07:12: Also Kultur als alles was menschlich gemacht ist.
00:07:15: dazu gehören auch Gebräuche Gewohnheiten also auch die immateriellen Dinge die wir pflegen.
00:07:20: Und das industrielle Erbe ist wirklich das was wir aus der Vergangenheit betrachten können.
00:07:25: Das sind die Zechen Die Stahlwerke Textil Fabriken Technische Anlagen Maschinen etc.
00:07:30: Pp aber auch Arbeiter Siedlung soziale Einrichtungen.
00:07:33: auf Fotografien wird es dokumentiert in Archiven, aber natürlich werden auch Erinnerungen von damaligen Beschäftigten aufgezeichnet.
00:07:41: Also erbe wirklich ganz klassisch etwas was wir von heute mit Blick auf die Vergangenheit betrachten und Industriekultur etwas das wirklich eine Kontinuität hat und was sich teilweise sehr schwer abgrenzen lässt.
00:07:55: Sie haben gerade eben schon gesagt oder Frau Ackerschwartz hat es ergänzt Ganz, ganz viel ist Industriekultur und industriekulturelles Erbe.
00:08:02: Das heißt wir können gar nicht alles was damit zu tun hat auf einmal erfassen.
00:08:07: Deswegen die Frage wie setzen Sie da Prioritäten?
00:08:09: Was soll bewahrt werden?
00:08:10: Was sollen überhaupt gezeigt werden?
00:08:12: Wie treffen sie der Auswahl?
00:08:14: Was jetzt in den Fokus gerückt wird?
00:08:17: Sie sprechen jetzt unsere Arbeit als Bundesverband an also warum wollen wir eigentlich Industrie-Kultur bewahren und was kann man eigentlich überhaupt bewahren?
00:08:25: Sie stellen da die richtige Frage.
00:08:27: Es geht uns als Bundesverband Industriekultur auf gar keinen Fall darum, jetzt alle Industriedenkmale zu musealisieren oder auch Arbeit zu musealisieren.
00:08:37: Wir schauen eigentlich sehr viel weiter nach vorne.
00:08:40: wir wissen sehr zu schätzen ich meine nun bin ich selber Direktoren von Industriemuseen was diese seit Jahrzehnten leisten und für die Rezeption der Geschichte und auch der Denkmäler getan
00:08:50: haben.
00:08:51: aber als Bundesverband gucken wir sehr viel weiter in die Jetztzeit und vor allen Dingen auch in die Zukunft.
00:08:59: Also, wir sehen auf ganz verschiedenen Ebenen gute Gründe sich mit Industriekultur zu befassen – das ist zum Beispiel der Bildungs- und auch der Erinnerungsaspekt, der ganz wichtig ist für die Menschen auch, die in solchen Anlagen gearbeitet haben.
00:09:13: Da können wir später noch mal darauf zurückkommen.
00:09:16: Die Wertschätzung der Architektur ist natürlich ein ganz wichtiger Punkt.
00:09:19: wenn wir hier Umfragen machen, warum uns Leute besuchen an unseren ehemaligen Industriestandorten, dann ist immer das Gelände und die Architektur steht immer an erster Stelle.
00:09:29: Ich glaube, dass es ganz wichtig.
00:09:32: Aber man kann soll und muss natürlich nicht jede stellgelichte Fabrik unter Denkmalschutzstellen und Museum nutzen.
00:09:38: Das ist ehrlich gesagt auch unsere allergrößte Herausforderung, die die Denkmatschutzstatus haben sollen natürlich weiterhin gehächt und bepflichtet werden.
00:09:47: Das is überhaupt gar keine Frage!
00:09:49: Aber darüber hinaus werden wir uns auch mit Stichworten wie grauer Energie und Nachnutzung befassen, nicht nur müssen sondern auch wollen.
00:09:58: Und wir tun das auch schon?
00:10:00: Wir werden später noch über die Fachgruppen sprechen und das ist also ein Thema dass uns sehr beschäftigt.
00:10:06: Also Industriekultur ist eben schon angeklungen ist natürlich nicht nur die Vergangenheit Sondern es ist eine wichtige Ressource für die Zukunft von Städten und Regionen.
00:10:16: Das ist ein Aspekt der bisher noch nicht so richtig im Vordergrund steht, also es sind wichtige Orte für Kulturbildung und Begegnung aber auch diese Ressource zu sehen.
00:10:27: Das ist uns ein Anliegen das auch weiterhin sehr starkzumachen.
00:10:32: Ich habe auch daraus dass dieser Epitus den Sie eben erzählt haben noch nicht allgemein verbreitet ist.
00:10:39: Die Leute erwarten bei Industriekultur erst mal oder sie freuen sich erstmal auf das Gelände.
00:10:45: Was machen Sie denn auch im Bundesverband, um eben diese anderen, dieses Immaterielle, dieses sozialgeschichtliche in die Idee der Industriekultur reinzubringen?
00:10:56: Da greifen wir vielleicht schon ein bisschen vor.
00:10:57: Das ist ja die Grundidee des Bundesverbands Industrie-Kulturs, dass wir verschiedene Perspektiven aufmachen und eine weitere Perspektive als das bisher der Fall war.
00:11:09: Vielleicht darf ich einfach zu diesem Thema etwas sagen an dieser Stelle Als Bundesverband betrachten wir uns, definieren wir uns als Netzwerk der Netzwerke.
00:11:20: Das ist sozusagen unser Hauptziel also die Sichtbarkeit von Industriekultur generell zu erhöhen und genau diesen manchmal kommt es ja sogar als Vorwurf rüber.
00:11:32: Ach ihr wollt ja alles musealisieren?
00:11:34: Nee!
00:11:34: Wir wollen gar nicht alles musealisieren das ist überhaupt nicht unser Anliegen.
00:11:41: Architektonischen Wert, aber auch den Identifikationswert und den gesellschaftlichen Wert der Industriekultur sozusagen nach vorne schieben.
00:11:50: Und vor allen Dingen wollen wir diese sehr disparate Szene der Industrikultur in Deutschland das geht ja vom ganz kleinen ehrenamtlichen Verein über eben große Museumsverbünde bis zu Best Practice Beispielen von Unternehmen ist es eine riesige Bandbreite von Playern die sich hier in Deutschland befinden und die schließen wir jetzt erstmals mit dem Bundesverband zusammen.
00:12:14: Das heißt, wir erlauben damit eine Sichtbarkeit oder schaffen eine Sichtigkeit für die Industriekultur auf ganz unterschiedlichen Ebenen.
00:12:22: Wir empowern glaube ich das ist die Idee unsere Mitglieder.
00:12:27: Wir vernetzen diese vorhandene Schwarmintelligenz, die bisher aber nur so an einzelnen Punkten in Deutschland verstreut war und wir haben jetzt die Möglichkeit einfach dies sagen unter einem Dach Nicht nur zu vereinen, sondern eben auch miteinander ins Gespräch zu bringen.
00:12:43: Man kann andere Perspektiven kennenlernen und eine Kollegin sagte jetzt die Tage noch gemeinsam einen langen Atem haben.
00:12:50: Das fand ich irgendwie ein ganz schöner Begriff.
00:12:52: das ist glaube ich das was unsere Arbeit prägt.
00:12:56: Ihre Frage warum sagen Industriekultur vor allen Dingen so bisschen als Ja, auch so ein bisschen als Atmo und Deko betrachtet wird.
00:13:06: Das ist glaube ich vor allen Dingen an Robots Spezifikum das sind die tollen Veranstaltungen, die wir machen mit der Extraschicht
00:13:13: usw.,
00:13:14: Illumination von Industriegebäuden.
00:13:16: Das hat absolut seinen Stellenwert.
00:13:19: Das sind tolle Veranstaltung.
00:13:21: Das soll auch so bleiben.
00:13:22: da habe ich gar keine Kritik dran zu üben.
00:13:25: Als Bundesverband gucken wir aber auf jeden Fall sehr viel weiter Und vielleicht kann einfach Frau Kaschott gleich noch, wenn wir über die Fachgruppen sprechen das auch vertiefen.
00:13:37: Die Fachgruppe werden wir uns auf jeden Fall gleich anschauen.
00:13:39: eine Frage vorher noch.
00:13:41: in der anderen Folge haben Herr Hoppe und Herr Feucht dargestellt wie es zur Gründung des Bundesverbandes Industriekultur kam.
00:13:50: jetzt ist Frage, was das Ganze ist passiert bei Ihnen in der Zeche Zoller tatsächlich im April vergangenen Jahres.
00:13:56: Sie haben geschildert sie wollen sozusagen der große Regenschirm sein, der alle industriekulturellen Akteure unter sich vereint und unterstützt und verbindet.
00:14:05: Was haben Sie denn in dem so ziemlich genau einem Jahr, was seitdem vergangen ist?
00:14:09: Denn alles in diese Richtung schon gemacht und erreicht?
00:14:12: Wir haben angefangen Infrastruktur zu schaffen.
00:14:15: Es gab eine Mitgliederversammlung, wo wir nochmal mit den Mitgliedern ins Gespräch gegangen sind.
00:14:19: Was erwartet ihr von uns?
00:14:21: Von der Geschäftsstelle vom Vorstand?
00:14:24: welche Zielstellung sollen gemacht werden?
00:14:26: was sind die nächsten Schritte?
00:14:27: und Wir gehen das jetzt schrittweise an.
00:14:30: beispielsweise haben wir eine neue homepage.
00:14:32: Die ersten Fachgruppen haben sich gegründet Und es wird auch noch gleich Thema werden.
00:14:37: es geht uns insbesondere auch um Austausch und Vernetzung um Wissenstransfer und gegenseitige Unterstützung.
00:14:44: Dann gehen wir doch jetzt auf diese Fachgruppen ein, welche Fachgruppe haben Sie?
00:14:48: Warum diese und was sind da die einzelnen Aufgaben, die dort erledigt und bearbeitet werden.
00:14:53: Also vielleicht mal zum Ansatz wie gründet sich überhaupt eine Fachgrupp?
00:14:57: für uns war sehr wichtig zu versuchen keine Doppelstrukturen zu schaffen.
00:15:01: das heißt Die Überlegung war immer gibt es schon andere Verbände Organisationen, die das Thema sehr stark und sehr gut bespielen.
00:15:07: dann versuchen wir Das nicht bei uns auf die Agenda zu setzen so dass wir nach Lücken suchen, wo das Thema bisher noch nicht besetzt ist.
00:15:18: Eine Fachgruppe die wir haben ist das Thema Industriekultur und Wirtschaft.
00:15:22: Das ist eine Gruppe, die von einem Mitglied initiiert wurde was selbst Industrie-Kultur aus der Perspektive der Wirtschaftsförderung betreibt.
00:15:31: ich glaube dass gibt es schon einen guten Hinweis wohin der Hase läuft.
00:15:34: Es geht also nicht nur um den Wirtschaftsweis Tourismus, wie er hier ganz stark im Ruhrgebiet vertreten ist.
00:15:39: Sondern es geht wirklich auch um einen Zusammenwirken mit der Wirtschaft.
00:15:43: Das kann auf unterschiedliche Weise gehen.
00:15:45: Also wie kann alte Fläche und alte Infrastruktur genutzt werden?
00:15:50: Es geht um Standortentwicklung, es geht um Quartiersentwicklungen.
00:15:55: Wir haben ja unglaublich viel graue Energie in alten Gebäuden.
00:15:59: Wie kann man damit umgehen?
00:16:01: Wie kann ich Bevölkerung einbeziehen, dass sich hier wieder Identifikationsorte findet.
00:16:04: Nicht nur Arbeitsorte sondern auch Plätze der Ideenverkehrtion?
00:16:08: Es geht aber auch an anderen Stellen darum zu sagen wie können wir von der Wirtschaft Dinge lernen und begreifen?
00:16:15: Ich glaube das Stichwort wirtschaftliche Bildung ist da ein ganz großes.
00:16:18: Das ist relativ unterbesetzt im deutschen Schulsystem Aber wir wissen oft gar nicht wie die Dinge zu uns kommen.
00:16:25: also Bestelle im Internet und ein, zwei, drei Tage später klingelt der Paketboote.
00:16:30: Und dann ist es da.
00:16:31: aber welche Lieferkette steckt dahinter?
00:16:34: Was sind die Wege dorthin?
00:16:35: also einen mitgeht unserer Fachgruppe beispielsweise ein Leiter eines Museums ist in Kooperation mit einem Wirtschaftsunternehmen gegangen um einfach zu sagen okay hinter diesem kleinen Klingeln und diesen paar Euro dies bei uns nur gekostet hat steht all dieser Aufwand.
00:16:51: Wir reden über wirklich globale Wege, die natürlich auch wieder mit Energie und Personal, mit ganz unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und Ressourcen in Zusammenhang stehen.
00:17:00: Also Industriekultur und Wirtschaft ist ein vielfältiges Thema von dem wir uns sehr viel versprechen weil wir glauben dass wir da ganz unterschiedliche Aspekte die eine wahnsinnige Relevanz heute und mit Sicherheit noch morgen und in der Zukunft haben werden für die Gesellschaft bearbeiten können.
00:17:16: Eine zweite Gruppe betrifft das Thema Betrieb historischer Technik.
00:17:20: Hier sind wir natürlich in einem rückwärtsgewandten Blick auf Maschinen, die heute so nicht mehr im Betrieb sind.
00:17:26: Warum ist es trotzdem wichtig?
00:17:28: Die Maschine instand zu halten und zu bedienen vorzuführen – also ein analoges tatsächliches Erlebnis zu schaffen erzeugt ein anderes Verstehen als wenn wir es nur verbal tun digital oder auf andere Weisen.
00:17:44: Die Besucher, und das ist wirklich losgelöst von den Altersgruppen haben die Möglichkeit Zugänge zu bekommen.
00:17:50: Und Entwicklungen zu verstehen, die sie anders nur schwer fassen können.
00:17:54: also dass Analoge das sehen hören riechen und in allen Sinnen wahrnehmbare aktiviert einfach ganz andere Synapsen bei uns im Kopf als wenn wir immer nur in einer Spur unsere Kommunikation fortführen.
00:18:06: deswegen ist es etwas sehr sehr wichtiges.
00:18:09: Und die dritte Fachgruppe ist die Fachgruppen Industriedenkmalpflege.
00:18:14: Hier kann man jetzt mit Blick auf meine Eingangsworte sicherlich berechtigt sagen, aber Industriedenkmalgruppe da gibt es auch andere Verbände, die sich damit beschäftigen.
00:18:23: das sind aber meist sehr geschlossene Zirkel Und wir haben hier sozusagen die einmalige Möglichkeit, dass sobald Sie Mitglied bei uns sind können sie sich hier beteiligen.
00:18:32: Also wir haben in dieser Gruppe eine Schnittmenge aus ganz unterschiedlichen Akteuren, die auch Informationen aus anderen Verbänden zusammentragen, auswerten und zusammenwirken können.
00:18:41: Deswegen war es uns sehr wichtig an dieser Stelle zu sagen losgelöst vom Titel den wir möglicherweise auch woanders eins zu eins zu finden haben jedoch haben wir jedoch eine neue Möglichkeit von Austausch- und Wissenstransfer.
00:18:53: Ich glaube für uns ein ganz besonderer Moment war wirklich diese Mitgliederversammlung, aber die Arbeit in einem groß getakteten Sinne hat zum ersten achten also mit Beginn meiner Beschäftigung angefangen.
00:19:05: Von Anfang an war der Vorstand aktiv.
00:19:07: es gab immer wieder Austausch mit der Politik.
00:19:10: andere Sachen macht das größtenteils ehrenamtlich konnten erst in die Hand genommen werden nach meinem Staat sozusagen und ist sehr viel was Zeit braucht.
00:19:21: Also es gibt einen starken Austausch mit der Politik, es gibt ein starker Austausche mit unseren Mitgliedern die ja auch der Heterogen ausgerichtet sind.
00:19:30: wir haben sehr viel Abstimmung und sehr viel Kommunikation intern.
00:19:35: ich finde dass wir nach diesem ersten Jahr wirklich ein gutes Ergebnis haben weil die Dinge wirklich ein Fundament haben Und wir glauben, dass es diese stabile Basis und dieses Vertrauensverhältnis braucht um dauerhaft wirksam agieren zu können.
00:19:54: Dann bin ich aber sicher das auf diesem Fundament was Sie gerade beschrieben haben dann auch große Ideen für die nächsten Jahre sind.
00:20:01: also was hat denn der Bundesverband Industriekultur Jesus in den nächsten Jahren als Priorität ausgesucht?
00:20:08: Was sind Projekte und Aspekte die besonders hervorheben wollen?
00:20:13: Das eine ist Es werden sich mit Sicherheit noch zwei, drei weitere Fachgruppen bilden.
00:20:17: Wo wir wirklich eine explizit Expertise entwickeln, die eine große Sichtbarkeit hat und ein großes NAHAU-Kompetenzzentrum sozusagen bilden werden.
00:20:27: Das andere ist, dass wir in den nächsten Jahren eine große Tagung veranstalten
00:20:32: werden.
00:20:32: Und
00:20:33: dann gibt es auch noch Formate, da sind wir aber einfach nur in Abstimmung, die die Möglichkeit zum Diskurs geben werden.
00:20:39: Also, wo wir beispielsweise mit Politik und Wirtschaft in den Austausch treten wollen.
00:20:44: Wo wir aktuelle Themen aufgreifen und in einem etwas kleineren Rahmen mit ganz unterschiedlichen Akteuren die sonst nicht zusammentreffen besprechen wollen.
00:20:53: Des Weiteren werden wir voraussichtlich im Herbst ein digitales Format an den Staat bringen das nicht nur Mitgliedern offen steht sondern auch einen weiteren Teilnehmerkreis wo das Thema Baumanagement setze ich ein solches industriekulturelles Areal, eine solche Liegenschaften für heutige Ansprüche in Stand.
00:21:15: Es soll einen Diskurs geben zwischen allen Akteuren die da mitwirken und das sind wirklich unterschiedliche Sphären, unterschiedliche Welten, die aufeinandertreffen.
00:21:23: Das kann der Investor sein, das kann der Banker sein, dass kann der Architekt sein, der Planer oder der Generalübernehmer.
00:21:30: Das können aber auch Künstler sein.
00:21:32: Sozikulturelle Gruppen etc.
00:21:34: pp.
00:21:34: Und dort gibt es oft Noch kein ausreichenden Austausch.
00:21:39: Wie gehe ich das an?
00:21:40: Wie führe ich die Kommunikation und vor allem, wie führe Ich die kommunikation?
00:21:45: dass alle unterschiedlichen share and stakeholder in einem Konsens bleiben.
00:21:50: Das spricht ja auch etwas an.
00:21:51: was ich auch noch nächstes fragen wollte Die Industriekultur selber haben sie ihm geschildert ist unglaublich divers als ganz viel drin das heißt Auch die aktöre die netzwerke sind unglaublich groß Und hier ist sie eben auch schon, Sie wollen keine Doppelstrukturen bilden.
00:22:09: Ganz platt gefragt!
00:22:10: Wie stellen Sie sicher, dass Sie alle mit an Bord nehmen und dass Sie Kaib immer auf die Füße treten?
00:22:15: Ja dazu könnten ich an der Stelle vielleicht was sagen.
00:22:18: Ich wüsste jetzt im Moment gar nicht wem wir damit auf die füße träten sollten.
00:22:21: Wir sind vor einem guten Jahr mit fast zweihundert Anwesenden hier auf Zeche Zollern an den Start gegangen.
00:22:28: Das waren völlig überrascht von der großen Resonanz.
00:22:31: das macht sich jetzt vielleicht erstmal wenig anhören.
00:22:33: es war aber für uns doch eine überraschend große Resonanz.
00:22:38: Es waren Kolleginnen und Kollegen aus vierzehnt Bundesländern immerhin da, das heißt wir hatten fast die ganze Bundesrepublik zu Gast hier.
00:22:45: auch das gehört natürlich zur Vielfalt und Disparität denn sie können sich vorstellen dass es in Bayern unter Umständen andere Industrien gibt als im Nordrhein-Westfalen oder in Sachsen.
00:22:57: Wir sind thematisch sehr breit aufgestellt in diesem Verband.
00:23:03: Die Industriekultur ist vielfältig, darauf haben wir schon hingewiesen weil natürlich auch die Regionen so unterschiedlich sind mit ihren gewachsenen Industrien.
00:23:11: Wir haben ja nicht nur Bergbau, wir sitzen in Dortmund immer sehr stark ins Ruhrgebiet aber das ist natürlich nur ein kleiner Teil der deutschen Industrie.
00:23:20: Wir habe große Textilregion war im Übrigen das Ruhr-Gebiet auch mal, das fällt nur meistens unter den Tisch.
00:23:27: Wir haben Stahl- und Maschinenbauzentren, wir haben Hafen- und Handelsstandortes.
00:23:31: Es gibt ja Elektro- und Chemische Industrie natürlich ganz stark in Deutschland.
00:23:36: also es gibt die unterschiedlichsten Richtungen der Industrie und das zeigt natürlich schon dass es kein einheitliches Bild von Industriekultur geben kann ebenso wie die industrielle Landschaft in Deutschland eben auch keine Einheitliche ist.
00:23:52: Gleichzeitig, das kommt noch dazu gibt es auch Unterschiede in der Wahrnehmung von Industriekultur und ihre Ausstattung.
00:23:59: Also es gibt Regionen und dazu zählt sicherlich im Moment auch noch das Wohlgebiet die relativ viele Ressourcen für den Erhalt ihrer Gebäude- und Standorte hat und auch für die Bespielung.
00:24:10: In anderen Regionen wird damit ganz anderen sehr viel begrenzteren Mitteln gearbeitet.
00:24:17: aber Gemeinsame Verständnis ist natürlich, dass die Industrialisierung und damit die Industrie die Grundlage unseres heutigen Lebens in Deutschland ist.
00:24:27: Das ist die gemeinsame Wahrnehmung und wichtig ist uns allen auch das es eine hohe Identifikation gibt bei den ehemaligen Beschäftigten dieser Industrien Und das führte eben ja auch zur Gründung zum Beispiel in den späten siebziger Jahren von den Industriemuseen.
00:24:45: Die sind ja nicht Staatlicherseits erst mal initiiert worden, gegründet am Ende schon.
00:24:50: Aber initiiert wurden sind sie durch die Bevölkerung.
00:24:54: das waren Initiativen, die auf die Straße gegangen sind nicht nur im Ruhrgebiet und darum gekämpft haben dass diese jetzt leer stehenden Industrieanlagen aber doch gerettet werden und auch weiter zugänglich gemacht werden der Bildung und der Identifikation der Bevölkerung dienen.
00:25:13: Und das kann man sagen, ist in Ost- und West-, Nord- und Südgleichermaßen der Fall gewesen.
00:25:19: Allein wenn wir uns angucken wie viel UNESCO Welterbestätten wir in Deutschland haben die sich mit Industrialisierung beschäftigen und diese sind wirklich quer über die ganze Republik verteilt also dass es eine sehr breite Streuung Also da war die lokale Bevölkerung und Industrikultur immer etwas regionales, lokales weil es eben so breit gefächert ist und unterschiedliche Schwerpunkte hat.
00:25:43: Ist durch diese lokale Bevölkerung in vielen Fällen gerettet worden?
00:25:48: Ich habe schon darauf hingewiesen wie disperat die Krägerschaften sind und ja was einfach für eine Vielfalt der Themen auch da ist.
00:25:56: Es geht ja vom Klimawandel über Nachhaltigkeit, graue Energie ist schon angesprochen worden Das ist ganz breit gestreut bis zu politischen Themen wie Kolonialismus und Imperialismus, aber auch natürlich die Arbeitswelten.
00:26:13: Insofern sind wir ein sehr weit gefächerter Bundesverband und wenn sie ansprechen dass sozusagen die Erwartungshaltung eine andere sein könnte.
00:26:25: Wir sind halt kein Bundesverban mit den Hochglanzbroschüren.
00:26:28: Wir sind nicht vergleichbar mit einem Bundesverbot der deutschen Industrie.
00:26:32: Julia Ackerschott hat eben schon darauf hingewiesen, außer der Geschäftsführung ist halt der Vorstand komplett ehrenamtlich unterwegs.
00:26:39: Wir machen das alle on top mit sehr viel Freude muss ich sagen aber es ist eben nicht unser Hauptjob.
00:26:45: wir sind jetzt keinen Laden mit fünfzehn Büros und dreißig Angestellten die sich da bundesweit aufstellen und trotzdem würde ich sagen Wir sind in diesem Einjahr wirklich weit gekommen.
00:26:56: Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit der Entwicklung, gerade auch mit den Fachgruppen, denn es ist ja eine Bottom-Abgründung.
00:27:05: Es ist von unten gegründet worden dieser Bundesverband und es ist uns auch wichtig dass sich in der ganzen Diversität die wir haben unsere Mitglieder einbringen können und da sind.
00:27:22: Das ist gut, dass sie das nochmal so hervorheben.
00:27:24: In dem Ausmaß hatte ich es jetzt auch nicht auf dem Schirm gehabt, dass Sie so viel von dieser Arbeit ehrenamtlich und on-top machen was ja wirklich ein bisschen im Widerspruch steht mit dem, was Sie eben geschildert haben, dass die Industriekultur für die Menschen, für das Land, für unsere Geschichte Gegenwarten vielleicht auch zukunftsbrägend ist.
00:27:43: also Herr Hoppe und Herr Feucht hatten in den anderen Gesprächen geschilderdet was die Probleme waren beim Hinweg die Gründung einer eventuellen Stiftung für Industriekultur.
00:27:55: Haben Sie denn Hoffnungen, dass sich diese Situation ändert?
00:27:57: Dass sie, wenn Sie sozusagen Ihre ehrenamtliche Arbeit bewiesen haben und das alles jetzt noch mal in bessere Strukturen kommt, die Sie auch befähigt, noch mehr Dinge zu tun?
00:28:07: Ja natürlich haben wir die Hoffnung!
00:28:09: Also im Moment stehen die politischen Zeichen wahrscheinlich aufgrund der weltweiten Krisenlagen nicht so rosig für uns aber Wir sind ganz fest davon überzeugt, dass wir die richtigen Ansprechpartnerinnen in der Politik finden werden.
00:28:47: der Webseite, das wird nämlich auch ein ganz wichtiges Tool sein für uns.
00:28:50: Weil es gibt auf dieser Webseit einen geschützten Mitgliederbereich, auf dem sich eben unsere Mitglieder austauschen können.
00:28:57: Das wird eine ganz wichtige Plattform nochmal des fachlichen Austauschs werden und das ist wirklich einzigartig!
00:29:04: Das hat es bisher eben überhaupt nicht gegeben in diesem Bereich der Industriekultur.
00:29:09: da sind wir einzig artig.
00:29:10: deswegen stehen wir auch in keinerlei Konkurrenz zu anderen Verbänden oder Vereinen.
00:29:17: Wir haben uns auch zum Beispiel dagegen entschieden, jetzt eine Fachgruppe Bildung und Vermittlung einzurichten weil sowas gibt es z.B.
00:29:24: beim Deutschen Museumspunkt auch und weil wir eben nicht Doppelstrukturen bedienen wollen und eigentlich nur vor allen Dingen einen Mehrwert schaffen möchten.
00:29:33: mit den Fachgruppen die wir haben legen sehr viel Wert darauf dass wir uns da auch sehr fokussieren auf ganz bestimmte Themen die für unsere Mitglieder ein Mehrwert haben.
00:29:44: Und ich glaube sehr, dass die Politik das anerkennen wird und die Arbeit hier geleistet wird in der ganzen Bundesrepublik für dieses Thema.
00:29:53: Ich bin da eigentlich sehr guter Dinger, das muss ich sagen.
00:29:56: Da Sie eben die Bedeutung der Industriekultur und der Arbeitsindustrie für die Identität für ganz viele Menschen hervorgewoben haben – das Ruhrgebiet ist ja wirklich eines Primären Beispiele dafür, wie sehr sich eine Region und die Menschen darin mit der Industrie und der Arbeit verbinden können.
00:30:14: Und sich darüber identifizieren sind denn auch Zeitzeugen und Aktive, die in der industriegearbeitet haben, die jetzt eben die Industriekultur ebenso verkörpern.
00:30:25: Sie haben ja immer noch erwähnt, Museen sind ja auch teilweise Ausgründungen aus solchen Initiativen heraus.
00:30:32: Welche Rolle spielen also die ehemaligen Beschäftigten oder immer noch Beschäftigkeiten in der Industrie, in ihrem Verband?
00:30:38: Zum Teil haben wir sie natürlich als Mitglieder dabei.
00:30:41: auf der anderen Seite glaube ich betrachten wir das etwas mehr aus der Metaebene heraus.
00:30:45: Also Industrie-, Industrialisierung-Industrikultur ist immer eine Frage von Transformation und Strukturwandel.
00:30:53: Es ist immer im Werden Innovationen kommen Techniken werden abgelöst es gibt einen Fortschreiten.
00:30:58: Und hier haben wir natürlich in der Mitgliederschaft viele Akteure, die das entweder selbst bereits erlebt haben oder in derartigen Prozessen stecken.
00:31:06: Es ist glaube ich ganz wichtig an dieser Stelle immer zu sehen was macht das mit den Menschen?
00:31:12: Wird es gewürdigt?
00:31:13: wie werden Industrie-Zweige eingestellt?
00:31:17: Wie wird der Übergang vermittelt?
00:31:19: wenn ich jetzt mal zwei regionale Punkte gegenüberstelle wird das glaube ich sehr deutlich.
00:31:24: auf der einen Seite Das Ruhrgebiet, wo dann die Schwerindustrie abgewickelt wurde.
00:31:31: Das ist über einen längeren Zeitraum geschehen und man hat versucht den Menschen vor Ort ihre Würde zu lassen.
00:31:40: Also es gab bei der Schlüsselung der letzten Zeche kam der Bundespräsident das Steigerlied wurde gesungen.
00:31:46: Das Steigerlied wird bis heute bei manchen Fußballvereinen noch gespielt.
00:31:50: also Es gibt eine Wertschätzung der Lebensleistung eines Einzelnen Und das ist glaube ich sehr, sehr wichtig.
00:31:58: In anderen Regionen – wenn man jetzt einen Osten denkt insbesondere die Zeit der Wiedervereinigung – gab es auch ein Strukturwandel, der war aber nicht mit Wertschätzung begleitet, er war auch nicht mit Zeit begleitet.
00:32:09: Es wurde im Prinzip abgewickelt und man sieht es ja, wenn man heute sich es anschaut, wenn Man dort Zeitzeugen hört von damals.
00:32:17: wir haben sehr viele Menschen wie Bruch ihrer Lebenswirklichkeit, sondern auch als Bruch Ihrer Würde dessen was sie geleistet haben erfahren haben und das hat
00:32:28: vielen
00:32:29: Schaden viele Wunden angerichtet.
00:32:31: Insofern sind die Themen von Industriekultur immer sehr aktuell.
00:32:36: Das heißt nicht dass sich Föchenbecken die gleiche Bedeutung haben.
00:32:40: also im Ruhrgebiet schauen wir auf eine wie ich denke sehr gut gelaufener Transformation zurück.
00:32:47: In Ostdeutschland haben wir auf der einen Seite diese wahnsinnige Erfahrung des Bruchs mit der Lebenswirklichkeit aus Zeiten der Wiedervereinigung.
00:32:56: Aber auch jetzt haben wir in Ostdeutstand, aber auch hier im Rheinischen Revier ja wieder eine Transformation, indem wir uns vom Braunkohlebergbau verabschieden.
00:33:05: Wir haben eben die Vielfalt innerhalb Deutschlands dargestellt.
00:33:10: Ostwest ist natürlich am Grund unserer Geschichte das ganz große Thema.
00:33:14: Und eben dieser Widerspruch zwischen der irgendwie gemeldeten Transformation im Ruhrgebiet und dann diesem Strukturbruch bei der Biedervereinigung gibt es da besondere Herausforderungen, andere Aspekte in ihrer Arbeit im Bundesverband die sie da speziell was das Thema Ost-West angeht beachten müssen.
00:33:34: Also ich glaube wichtig ist einfach eine Kommunikation mit den Akteuren Und ich finde das jetzt sehr spannend, weil der Baumkuhlebergbau ist ja nicht nur Ost.
00:33:42: Es betrifft auch das Rheinische Revier also auch West.
00:33:44: Das heißt wir haben hier eine thematische Klammer wo erstmalig wirklich Ost und West zusammenwirken.
00:33:51: Und es gibt zwischen den Regionen einen intensiven Austausch.
00:33:54: Also das ist nicht jeder seine Blase und irgendwie wird versucht der Strukturwandel in den Griff zu bekommen sondern es gibt wirklich Kommunikation zwischen den einzelnen Akteuren Und gleichzeitig haben wir natürlich auch immer regionale Besonderheiten losgelöst von dem übergeordneten Thema.
00:34:13: Also, wir haben hier jetzt wirklich erstmalig die Chance im Osten auch zu erleben das Strukturwandel eben auch mit Zeit, mit Formaten, die Menschen würde geben und Sichtbarkeit verleihen in ihrem Tun und auch mit Geld.
00:34:28: Auch das gehört natürlich dazu zu begleiten.
00:34:32: Förderungen, die kommen selbstverständlich nicht von uns.
00:34:35: Wir sind ja kein fördermittelvergebender Verband aber wo eben einfach Projekte aufgesetzt werden können um die Gesellschaft mitzunehmen und zu beteiligen.
00:34:44: Und das ist vielleicht auch ganz interessant immer dort wo ein solches abwickeln und verändern stattfindet wo die Belegschaft die Bevölkerung mitgenommen wurde Geht es den Regionen langfristig besser.
00:34:57: also jetzt bleibe ich mal im Westen, wir haben auf der einen Seite die Geschichte des Ruhrgebiets und auf der anderen Seite haben wir aber auch die Schuh- und Textilindustrie.
00:35:05: Dort hat sich der Abschied ganz schleichend entwickelt.
00:35:11: das wurde überhaupt nicht laut kommuniziert während das Ruhrgebiet permanent über viele Jahre hinweg die Medien beschäftigt hat.
00:35:19: Diese Regionen, wenn man zum Beispiel an die FALZ denkt sind bis heute strukturschwache Regionen.
00:35:25: Also ein Investieren in diese Strukturprozesse, in die Achtung und Würde der Menschen, ein Unterstützen mit Geld – das ist etwas was wirklich eine Investition für die Zukunft von Regionen
00:35:43: ist.".
00:35:47: Stadtbild, das durch industrielle Bauten geprägt ist.
00:35:51: Es wurden aber jetzt auch schon einige Themen angesprochen die nicht allgemein wissen sind was ich allein festmache dass ich das Wort nicht kannte.
00:35:58: Sie haben es auch schon mehrmals erwähnt.
00:36:00: Die graue Energie!
00:36:01: Was ist graue energie?
00:36:04: Das ist ja quasi heute wo wir viel über die Verteuerungen von Neubauten sprechen eigentlich schon in aller Munde.
00:36:14: viele Industriegebäude...die sind ja aus Die älteren sind aus Backsteinen, aus Klinker gebaut.
00:36:20: Hier unsere Zechengelände.
00:36:22: aber viele andere sind aus Beton gebaut.
00:36:24: in diesen Materialien steckt ja Energie.
00:36:28: Das ist sozusagen die Energie, die bereits einmal bei der Herstellung von Baustoffen aufgewendet worden ist.
00:36:34: Die steckt in diesen Gebäuden das ist die sogenannte graue Energie und wenn man diese Gebäude entweder idealerweise erhält man sie und nutzt sie weiter.
00:36:45: Das ist auch ein Thema von uns.
00:36:47: Also gibt es Best Practice Beispiele zum Beispiel wie man auch ältere Industrieanlagen weiterhin nutzen kann, wofür immer.
00:36:54: Wenn man sie weiter nutzt spart man natürlich Ressourcen gegenüber einem Neubau und vermeidet neue Bauemissionen.
00:37:02: das ist auch ein wichtiges Thema Und insofern kann Industriekultur richtig betrachtet und genutzt also nicht in einem musealisierenden Sinne sondern in einer Nachhaltigkeit nach Nutzung ein super Beispiel sein für nachhaltige Architektur und Stadtentwicklung.
00:37:19: Bestimmte Industrieareale befinden sich ja heute mitten in den Städten, ich meine Berlin ist zum Beispiel sehr geprägt von Industriearchitekturen und wenn man diese Bauten nicht abreißt sondern nachnutzt dann trägt es auch zu einer nachhaltigen Stadtentwirkung bei.
00:37:40: Diese Nutzung alter Industrieanlagen eröffnet weitere spannende Perspektiven, das sind wir aber selber glaube ich noch in den Kinderschuhen.
00:37:48: Das kam auch von aus der Mitgliederschaft sich mehr mit Materialforschung und Baugeschichte zu beschäftigen.
00:37:55: also das kann auch ein Thema für uns sein was uns stärker beschäftigen wird denn diese Materialforschung dient natürlich auch dazu diese schon einmal hergestellten Materialien eventuell wiederzu verwenden neu zu nutzen nachzunutzen.
00:38:10: Also insofern kann Industriekultur einen großen Beitrag auch zur Nachhaltigkeit im Bauen leisten.
00:38:19: Wenn ich das vielleicht noch ganz kurz ergänzen darf, also so wie in den Fachgruppen sich unsere hauseigene Expertise sammelt und bündelt und mehrt, versuchen wir als Verband natürlich auch unsere Fühler auszustrecken nach starken Partnern für unsere Themenfelder?
00:38:34: Und so sind wir jetzt Mitglied dem Deutschen Kulturrat der sich aus einzelnen Sektionen zusammensetzt und wir gehören zur Sektion Baukultur- und Denknallkultur.
00:38:43: Das heißt, eine unserer ersten Aufgaben sehen wir auch darin wirklich zu gucken wo finden wir starke Partner?
00:38:50: Wo haben wir Expertise die uns hilft unsere Themen weiter voranzutreiben aber die uns natürlich auch andere Perspektiven nochmal auf unsere Fragestellungen liefert?
00:39:02: Es ist für uns, glaube ich und auch für unsere Mitglieder ein wichtiger Punkt dass wir immer eine starke Disklusorientierung haben.
00:39:09: Und versuchen offen zu bleiben für alle Fragestellungen der Industriekultur und hier eben Partnerschaften eingehen können.
00:39:18: Wir haben ja eben angesprochen die Frage der Zeitzeugung und auch der Identität und da finde ich jetzt auch noch spannend nachzufragen weil das Ganze ja auch mit ideologischen Unterschieden verbunden war.
00:39:33: Welche Unterschiede erleben Sie da?
00:39:34: und auch vielleicht auch, welche Gemeinsamkeiten erleben sie in der Arbeit mit Zeitzeugen?
00:39:39: Und mit den Verwaltern von Industriekultur Ost- und West.
00:39:45: Ja das ist ein interessantes Thema, die Oral History Wir nennen das ja... Das sind die Kolleginnen und Kollegen der sogenannten Erlebnisgesellschaft zum Beispiel eben hier in Dortmund im Ruhrgebiet, im Bergbau Diejenigen, die tatsächlich hier auf den Zechen oder auch in der Schwerindustrie, in der Stalleindustrie gearbeitet haben eigentlich egal in welcher Industrie.
00:40:05: die sind eben schon vor Jahrzehnten, als die Industriemuseen im Rheinland und den Westfalen gegründet worden sind.
00:40:14: Eigentlich sofort interviewt wurden.
00:40:16: wir haben einen unglaublich großen Bestand an sogenannten Zeitzeugen Interviews auch hier in den LWL Museen für Industrikultur und im Rhineland gibt es das ebenso.
00:40:26: ich habe neulich auf einer Veranstaltung auf Zollvereinen essen waren Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland da, die berichtet haben dass die kompletten Erlebnisse ihrer eigenen Arbeitswelt einfach so untergehen.
00:40:41: Weil niemand sie hören will weil niemand sie aufzeichnet weil einfach auch noch niemand auf die Idee gekommen ist das als etwas Wertiges zu sehen oder zu empfinden und entsprechend Projekte aufzusetzen.
00:40:55: Natürlich braucht man auch da wieder finanzielle Mittel, um sowas durchzuführen.
00:40:59: Also es hat sich offensichtlich noch niemand auf den Weg gemacht in Ostdeutschland die Arbeitsbiografien von Kolleginnen und Kollegen, die in der ehemaligen DDR tätig waren und danach aufzuzeichnen.
00:41:12: Das ist extrem bedauerlich.
00:41:14: das können wir als Bundesverband jetzt nicht leisten.
00:41:17: aber es kann vielleicht an dieser Stelle mal eine Anregung sein sich damit zu beschäftigen.
00:41:22: Es ist eben schon angesprochen worden.
00:41:24: Es hat was mit Würde, mit Wertschätzung und mit Respekt vor den Menschen zu tun.
00:41:31: Und da gibt es ein unglaublich großes Ungleichgewicht zwischen Ost- und Westen.
00:41:37: Gerade als Geschichtslehrer fand ich es eben spannend zu hören dass sie sich erst einmal dagegen entschieden haben in die Richtung Bildung und Vermittlung zu gehen Mit der Begründungen dies auch nachvollziehbar.
00:41:48: Es gibt ja schon Akteure.
00:41:50: Sie wollen keine Doppelstrukturen schaffen.
00:41:54: Heißt das aber auch, dass sie da dauerhaft darauf verzichten werden?
00:41:56: oder wird es auch irgendwann vom Bundesverband Materialien geben?
00:42:01: Oder andere Aspekte wie nicht nur die Schulen sondern generell ihre Arbeit und ihre Gedanken vermittelt werden?
00:42:07: Nein!
00:42:08: Das heißt auf gar keinen Fall, dass wir uns mit diesem Thema nicht weiter beschäftigen werden.
00:42:11: Nur in dieser allgemein gefassten Form wäre es eine Doppelstruktur zum Beispiel mit dem Deutschen Museumsbund.
00:42:18: Das möchten wir auf jeden Fall vermeiden.
00:42:20: Wir sind aber inzwischen auf Themen gestoßen, die wir für extrem zukunftsträchtig und auch sehr wichtig auch für unseren Bundesverband halten.
00:42:29: Nämlich die wirtschaftliche Bildung und auch die finanzielle Bildung – das ist ja kaum voneinander zu trennen!
00:42:35: Wir haben inzwischen auch durch unsere Mitgliedschaft festgestellt wie groß der Bedarf ist dort tätig zu werden.
00:42:42: Das ist jetzt nichts was wir sofort anstoßen können, was wir aber im Hinterkopf auf unserer Agenda haben wichtigen Feld entwickeln.
00:42:52: das wäre auch in unserem persönlichen Interesse denn wenn wir es richtig wahrnehmen ist die wirtschaftliche Bildung in der Schule quasi nicht existenz.
00:43:02: Und auch die finanzielle Bildung bei Schülerinnen und Schülern ist nicht sehr ausgeprägt, was nicht nur bedauerlich ist sondern ja auch hinterlich.
00:43:11: ich meine wir haben den ganzen Rentendiskussionen die Leute sollen ihr Geld anlegen sie soll sozusagen private Vorsorge treffen.
00:43:18: Wie geht das überhaupt?
00:43:18: wie macht man das?
00:43:19: wie funktioniert Wirtschaft?
00:43:21: wie funktionieren Finanzprodukte dass sind.
00:43:25: Das mag jetzt auf den ersten Blick sehr weit weg klingen von Industriekultur aber wenn wir Industrie Kultur eben lesen als etwas was uns heute und auch morgen sehr nah an unserem Alltag beschäftigt dann sind wir ganz nah dran an dieser Thematik, und da ist tatsächlich was.
00:43:40: das würde ich persönlich gerne weiter Ja, weiter betreiben oder weiter im Blick haben und ich denke da kann auch Verackerstatt an der Stelle nochmal ergänzen.
00:43:51: Ja ein Stück weit treffen diese Felder wirtschaftliche finanzielle Bildung wirklich auch den Aspekt von Demokratie und Teilhabe.
00:43:59: Das mag jetzt erstmal merkwürdig klingen aber gibt es überhaupt einen mündigen Bürger?
00:44:05: wenn er nicht auch ein mündiger Konsument sein kann.
00:44:08: Also, wenn ich überhaupt nicht weiß... Es war ja vorhin schon mal das Beispiel mit der Lieferkette da!
00:44:12: Was steht denn hinter meiner Kaufentscheidung?
00:44:14: Und zwar nicht nur was steht dahinter im Sinne habe ich dann oder hab' ich nicht sondern was macht das mit meiner Umwelt?
00:44:20: Welche Hebel werden in Bewegung gesetzt?
00:44:21: Was bedeutet das lokal aber auch global?
00:44:26: Erst dann kann ich wirklich eine bewusste Entscheidung treffen.
00:44:29: Wir denken es ist ein Thema was wirklich zu kurz kommt und natürlich durch die Globalisierung eben nicht selbsterklärend ist.
00:44:36: Es ist eben nicht wie damals bei, ich nehme jetzt wirklich mal ein Beispiel aus der Familie.
00:44:41: meine Mutter die kommt vom Bauernhof.
00:44:42: Die hat gesehen wie die Arbeit ihrer Eltern vonstatten ging.
00:44:46: das war total transparent und natürlich hat sie auch in Zeiten wie damals selbst mitgeholfen, selbst die Arnte mit eingebracht.
00:44:54: wir leben heute die Mehrheit der Bevölkerung zumindest lebt unter ganz anderen Umständen.
00:44:59: es ist doch eine große Distanz zwischen dem Produkt unserem Konsum wie es erzeugt wird, was es kostet und damit meine ich nicht nur Geld sondern auch andere Faktoren.
00:45:10: Und hier wäre es uns ein großes Anlegen wenn es uns gelänge perspektivisch da wirklich eine Transparenz zu schaffen.
00:45:17: also gerne auch in Kooperation mit den Schulen natürlich weil wir glauben dass das ein wichtiger Beitrag ist Weil Teilhabe Demokratie und Industriekultur.
00:45:26: das stand immer im ganz engen Zusammenhang.
00:45:28: Denken Sie an der Arbeiterbewegung die Gewerkschaft soziale Reform.
00:45:32: vieles was unsere und der Arbeitsrecht verankert, wurde entwickelt und mitgedacht von Ernst Abbe bei der Zeiss-Stiftung in Jena.
00:45:41: Also es gibt dort immer wieder ein hin und her Wissenstransfer, Notwendigkeiten werden erkannt.
00:45:47: Und jetzt ist aber heute in Kielenteilen die Fertigung eines Produkts etwas ganz anderes was sie noch im neunzehnten Jahrhundert war.
00:45:54: und da denken wir braucht es eben diesen Schritt der Bildung und der Vermittlung?
00:45:59: Was bedeutet das?
00:46:00: Was steht dahinter?
00:46:01: Wie kann ich mir selbst bewusst machen, was ich auslöse indem ich einen Kauf tätige?
00:46:07: Eine Finanzentscheidung treffe.
00:46:09: Für mich aber auch für mein
00:46:10: Umfeld.".
00:46:12: Das zeigt ja aber auch dass die Industriekultur in ganz viele Bereiche eintritts.
00:46:16: Sie haben jetzt quasi auch schon ein Update.
00:46:18: das ist Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftsbildung, das ist aber auch Umweltgeschichte und Umweltbildung.
00:46:24: Das heißt sie müssen da wirklich ein ganz riesiges Portfolio im Blick haben.
00:46:29: Ja das war mehr im Blick, aber das erklärt vielleicht auch weil dass die Dinge bei uns wirklich Zeit brauchen, weil das sind alles keine Sachen, die man als Schnellschuss macht.
00:46:36: Man muss es sehr genau austarieren, wo brauchen wir welche Partner?
00:46:41: Wo liegen unsere Kompetenzen?
00:46:42: aber auch natürlich, wo liegen unsere Grenzen?
00:46:45: Aber wir glauben, dass wenn uns das gelingt – wenn wir den Weg, den wir bisher gegangen sind weiter beschreiten konsequent -, dass wir dann es wirklich schaffen können, dass Industriekultur in ihrem ganzen Wert für die Gesellschaft erkannt und begriffen werben kann.
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