X-061: Ferropolis, mit Thies Schröder {LVR geSCHICHTEN}

Shownotes

Dies ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt geSCHICHTEN Rheinisches Revier

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Kooperation

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Verknüpfte Folgen

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Der mitteldeutsche Braunkohlenbergbau vor und nach der Wende, mit Dr. Jan Kellershohn {LVR geSCHICHTEN} (17.07.2025)

Neue Staffel für die LVR geSCHICHTEN - Industriekultur in Deutschland (12.05.2026)

Industriekultur: vom Begriff zum Bundesverband, mit Karsten Feucht und Prof. Dr. Joseph Hoppe {LVR geSCHICHTEN} (14.05.2026)

Bundesverband Industriekultur: Aufgaben & Zukunft, mit Dr. J. Ackerschott und Dr. K. Baumann {LVR geSCHICHTEN} (21.05.2026)

Industriekultur als Identitätsanker, mit Anja Nixdorf-Munkwitz {LVR geSCHICHTEN} (28.05.2026)

Sprechtext einer "Aktuelle-Kamera"-Meldung zum Tagebau Golpa-Nord (1964) (03.06.2026)

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Die Episoden werden thematisch und nicht nach Erscheinungsdatum nummeriert. Für einen chronologischen Durchgang zur europäischen Geschichte sollten die Episoden nach Namen sortiert werden. Unten in den Shownotes findet ihr die Liste der einzelnen Kategorien!

schwarze0fm hatte als Hobbyprojekt begonnen - inzwischen habe ich aber durch Auftragsproduktionen und Crowdfunding die Möglichkeit gewonnen, mehr und bessere Folgen für Geschichte Europas zu produzieren. Das Prinzip "schwarze Null" bleibt - die Einnahmen werden verwendet, für mich Rahmenbedingungen zu schaffen, den Podcast zu betreiben und weiterzuentwickeln. In dieser Folge habe ich das ausführlich erklärt.

This episode of "Geschichte Europas" by schwarze0fm (Tobias Jakobi) first published 2026-06-04.

CC-BY 4.0: You are free to share and adapt this work even for commercial use as long as you attribute the original creator and indicate changes to the original.

Der Podcast ist Teil des Netzwerks #historytelling und von Wissenschaftspodcasts.de.

Kategorien

Die Namen der Podcast-Folgen beginnen mit dem Schema „Buchstabe-Dreistellige Zahl“. Der Buchstabe steht dabei für die thematische Kategorie (die auch im Untertitel der Folge zu finden ist). So kann, zumindest für die Buchstaben B bis U, durch alphabetische Sortierung ein chronologischer Ablauf der Folgen dargestellt werden.

Die Kategorien der Episoden sind wie folgt:

• A = Epochenübergreifende Themen

• B = Geologische Geschichte

• C = Vorgeschichte und Altsteinzeit

• D = Mittel- und Jungsteinzeit

• E = Die Metallzeiten

• F = Griechische Antike

• G = Römische Antike

• H = Das Frühmittelalter

• I = Das Hochmittelalter

• J = Das Spätmittelalter

• K = Erste Europäische Expansion

• L = Der Weg in die Neuzeit

• M = Reformation und Glaubenskriege

• N = Absolutismus und Aufklärung

• O = Zeitalter der Revolutionen

• P = Nationalismus und Imperialismus

• Q = Erster Weltkrieg

• R = Zwischenkriegszeit

• S = Zweiter Weltkrieg

• T = Kalter Krieg und Europäische Einigung

• U = Nach dem Kalten Krieg

• V = Europa aktuell

• W = Epochenübergreifende Biographien

• X = Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur

• Y = Quellen

• Z = Meta/ Podcast

Transkript anzeigen

00:00:00: Wir haben dort eben die Möglichkeit Veranstaltung für bis zu dreißigtausend Besucher durchzuführen.

00:00:06: Die Gäste parken am Fuße, innerhalb der Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden und den Rest des Jahres.

00:00:13: Wir haben viele Bereiche, wo Strandzugänge zum See bestehen.

00:00:17: Dort sind dann die großen Campingareale angesiedelt und auf der Spitze, wo die fünf großen Geräte stehen, da ist dann eigentliche Veranstaltungsfläche.

00:00:28: Dort wird also auf verschiedenen Bühnen feiert, getanzt im Rahmen der Festivals oder auch in den Sport gemachten Motorsportveranstaltungen finden statt.

00:00:36: große Flohmärkte finden statt.

00:00:38: Das ist das Haupt-Aweal, indem wir als Europäos tätig

00:00:42: sind.".

00:01:17: Diese Folge von Geschichte Europas ist eine Auftragsproduktion für das LVR Projekt Geschichten Reiniges Revier.

00:01:24: Heute schauen wir auf einen ganz besonderen Ort der Industriekultur die Stadt aus Eisen Ferropolis in Sachsen-Anhalt.

00:01:33: Thies Schröder wird uns berichten, wie aus einem NDDR wichtigen Braunkohletagebau eine Mischung aus Museum-, Freizeitzentrum und Eventlocation wurde.

00:01:45: Wir sprechen einerseits über die Herausforderungen fünf gigantische Tagebaumaschinen bei Wind und Wetter in Stand zu halten aber auch wie Bakasi & Schaufelradbaker besondere Hintergründe für Musikfestivals

00:01:58: bieten.".

00:01:59: In den Show-Nots der Folge findet ihr Kontaktmöglichkeiten für Fragen, Feedback und Kommentare sowie Wege wie ihr mich in diesem Podcast unterstützen könnt.

00:02:08: Etwa durch Spenden via PayPal und Kofi oder durch regelmäßige Beiträge über Steady & Kofie.

00:02:14: In den show-nots gibt es auch eine Liste inhaltlich verknüpfter Folgen die stets aktuell gehalten wird.

00:02:20: In der verlinkten Ankündigung zur aktuellen Staffel für die FVR Geschichten sind alle Episoden der Reihe zu Industriekultur verlinkt.

00:02:27: Herr Schröder ist neu im Podcast dabei, stellt sich zunächst vor und dann blicken wir auf die Geschichte des Ortes als Tagebau für Braunkohle.

00:02:36: Und wie er schrittweise zur heutigen Multifunkturnsfläche wurde!

00:02:40: Ich wünsche euch viele neue Erkenntnisse mit dieser Aufnahme aus dem Mai.

00:02:47: Ein ehemaliger Braunkohletagebau, der heute ein international wichtiger Kulturort geworden ist.

00:03:03: Und über diesen Kulturort können wir auch das industriekulturelle Erbe bewahren und weiterentwickeln an diesem Standort.

00:03:13: Ich bin nach Choropolis gekommen vor über zwanzig Jahren Anfang der zweitausender Jahre weil ich mich vorher mit der Region in Sachsen-Anhalt rund um Dessau, Bitterfeld und Wittenberg publizistisch beschäftigt habe.

00:03:28: Ich habe Landschaftsplanung studiert und dann einige Jahre im Bereich Kommunikation gearbeitet, und deshalb gab es sich dann Anfang der zweitausender Jahre die Frage wer entwickelt den Standort für Ropolis, den es seit dem Jahr ist, weiter in eine produktive Zukunft?

00:03:46: und die Chance, die sich da geboten hat, hat mich fasziniert begeistert, die Aufgabe hat mich begeisterd und daher bin ich jetzt seit vielen Jahren dort Geschäftsführung tätig.

00:03:57: Es hat sich über die Jahre zusätzlich einiges an Aufgaben entwickelt, die aus Verropolis hervorgegangen sind.

00:04:05: Wir haben das Forum Rathenau aufgebaut.

00:04:07: Dort geht es um das Thema Transformation Strukturwandel und zwar konsequent zukunftsorientiert im Sinne der Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft.

00:04:17: Kohlendioxid wird vom empfundenen Schadstoff, der ja auch ist.

00:04:21: Ihr Klimawandel immer mehr zu einem produktiven Rohstoff.

00:04:26: so müssen wir es auch verstehen.

00:04:28: da kümmern wir uns um dieser wissenschaftlichen Kommunikationseinrichtung Forum Ratinau darum auch mit konkreten Real-Labor und dort sind Witterfeld Räufen also in benachbarten Tagebauregionen ansässig.

00:04:40: ich bin Vizepräsident der IHK Heidel Dessau.

00:04:43: Ich bin im Vorstand des Bundesverbandes Industriekultur Deutschland und habe weitere Aufgaben rund um das Thema Strukturwandel-Industriekultur, im Laufe der Jahre und Jahrzehnte aufgebaut und übernommen.

00:04:56: Feropolis, das haben Sie eben schon gesagt, heißt übersetzt die Stadt aus Eisen und ist jetzt ein Museum, einen Bildungsort?

00:05:03: Das war es nicht immer!

00:05:03: Was sind die Ursprünge von Feropoliis?

00:05:07: Feropolis geht hervor aus dem Tagebau Golpar Nord.

00:05:12: Mitten in der DDR-Geschichte, die Braunkohle ist der heimische Rohstoff für Stoffliche vor allem aber für energetische Verwertung.

00:05:22: Das heißt die Braunkohle wird abgebaut und die benachbarten Kraftwerke gebracht und versorgt Die DDR Industrie und Haushalte mit Strom und teilweise natürlich auch mit Wärme im Nahfeld der Kraftwerken.

00:05:36: das ist im Tagebau Golper Norden, da sind siebenundfünfzig begonnen.

00:05:42: Aber es gibt eine lange Vorläufergeschichte.

00:05:45: die großen Kraftwerke in der Region werden alle zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet und das Kraftwerk Czornowitz in der Nähe von Feropolis.

00:05:57: Und dann wird auch erstmals Braunkohle im Großen Maßstab abgebaut.

00:06:02: Abbau der Braunk.

00:06:02: Kohle gibt es natürlich schon viel länger zum Heizen in den Dörfern, in den Höfen.

00:06:08: Aber im industriellen Maßstab setzt der Abbau der Braunkohle tatsächlich erst Ende des neunzehnten Jahrhunderts und dann dem großen Maßstatt zu Beginn des zwanzigsten Jahrhundertes ein.

00:06:17: Als man erkannt hat, dass es einfacher ist Kraftwerke dortzubauen wo der Rohmstoff ist.

00:06:23: Der AIG-Engineur Klingenberg sagte damals Strom transportiert sich leichter als Kohle.

00:06:29: das war der energiewirtschaftliche und auch damit regional strukturelle Paradigmenwechsel Und die Vorläufer, die Tagebauer Golpa und andere sind also seit Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts aktiv.

00:06:44: Die Erweiterung Tagebau-Golpa Nord um die Kraftwerke Tschornewitz vor Korode und weitere zu versorgen mit Rohstoffbrauen Kohle für die Energiewöhnung.

00:06:55: Verrupelis ist entstanden als dieses Zeitalter zu Ende ging.

00:07:02: Inzwischen gibt es ja auch eine politische Beschlusslage, seit einigen Jahren zum Ausstieg aus dem Energieträgerbraunkohle.

00:07:08: bis in die dreißiger Jahre hinein soll das vollzogen werden.

00:07:12: Der Tagebau Golper Nord wurde allerdings bereits in der Zeit neunundachtzig-neunzig also parallel zur Wende, zum Ende der DDR, zur Wiedervereinigung stillgelegt und nicht aus politischen Gründen sondern die Kohlereserven Die Flürze im Bereich Kolpern-Nord waren zu dem Zeitpunkt abgebaggert, erschöpft.

00:07:33: Man hätte normalerweise die großen Geräte dann zu einem benachbarten Areal in der Dükener Heide ein großes Waldgebiet zwischen Dalzig und Berlin weiter transportiert und hätte dort so waren die entsprechenden Betriebspläne, hätte dort mit den braunen Kohleabbauern einen weiteren Tagebau neu begonnen.

00:07:53: das fand dann – und das war wendebedingt.

00:07:56: In den vergangenen Jahren war es nicht mehr statt, sondern mit dem Ende des Tagebaus Golper Nord endete das Braunkohle-Zeitalter im nördlichen Bereich des Mitteldeutschen Reviers.

00:08:08: Im Süden des MittelDeutschen reviers südlich Leipzig sind bis heute noch Tagebraue aktiv.

00:08:13: Aber in den vergangenen Jahren war ein wesentlicher Einschnitt und mit diesem Stillstand der Entwicklung der Nutzung der Braunk Kohle begann man sich natürlich auch Für die Geschichte, für vor allem die faszinierende Technik den Tagebau Großgeräte zu interessieren.

00:08:32: und es waren Studierende der Stiftung Bauhaus Dessau.

00:08:37: Fünfzehn Kilometer entfernt von Europa, das liegt Dessauer Hauslauch diese Geräte für erstmal tatsächlich ästhetisch herausfordernd und interessant empfanden, die dann über einige Monate mit den Bergleuten, die teilweise dann auch im Wachschutz eingesetzt waren.

00:08:56: Sich kleine Schamützel lieferten, die Studierenden des Bauhauses wollten auf eines der Geräte klettern.

00:09:02: Die Bergleute und Wachsschützer hatten das zu verhindern.

00:09:06: Und nach einigen Wochenenden dieses Spielchen kannte man sich dann... Man kam ins Gespräch miteinander, man stellte fest, dass es doch faszinierend wäre vielleicht eines dieser Geräfte zu erhalten war entwickelte tatsächlich so über den Zaun im Lecker eine gemeinsame Vision.

00:09:24: Die Bergleute fanden es spannend zu sagen, dass der Ort ihrer Arbeit, ihrer Arbeitsidentität vielleicht doch nicht weggeräumt werden müsste, das man ein Café auf einem Tabagger einrichten könnte.

00:09:35: Das ist bis heute nicht gelungen aber es begann dann eine andere sehr dynamische Entwicklung weil die Studierenden diese Gedanken mitnahmen, die sie aus den Gesprächen bekommen hatten und einen ersten Ja, man könnte sagen Entwurf.

00:09:50: Im ersten Draft zeichneten eine Diplomarbeit des damaligen Studenten Martin Brück zur Erhaltung des Standortes Ferropolis auch die Namensgebung Ferropolis statt aus Eisen.

00:10:02: diese kirchisch-latinische Kombination entstand zu der Zeit am Bauhaus Dessau in der dortigen Werkstatt Industrielles Gartenreich.

00:10:12: Aus dieser Idee, die erst mal nicht mehr war als Eine studentische Arbeit, eine Diplomarbeit.

00:10:19: Ein entsprechendes PAD-Modell das bis heute uns zu sehen ist entstand dann über mehrere Chancen oder ergriffene Chancenen Manchmal kann man es auch zufallen in Entstand dann tatsächlich die Entwicklung von Feropolis der Stadt aus Eisen Die Heute mit mehr als hunderttausend Besuchern pro Jahr für Tagesbesuche also einfach touristische historisch interessierte Gäste aber auch viele Besucher, die uns zu Festivals, Musikfestivals und Sport-Events kommen wir sicherlich gleich noch zurück besuchen.

00:10:53: Entstand also dieser Ort mitten im ländlichen Dreieck mit der Feldwolfen wird das Stadt Wittenberg auch aus Laus gelegen mit den kleinen Stadträfen Einigen?

00:11:04: Und der Tagebau Golparg Nord ist heute ein See der Gremienasee benannt nach einem Ort Gremin, der damals in den fünftiger Jahren bis siebziger überbaggert wurde, um an die Kohle zu kommen, die dort im Untergrund unter Grämin lag.

00:11:22: Ich hatte von den Gelegenheiten und Chancen, die es zu ergreifen galtgesprochen... Man muss sich noch mal kurz zurückversetzen in die anarchischen, etwas anarchischen neunziger Jahre.

00:11:32: nach dem Zusammenbruch der DDR, während der Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands waren ja alle Strukturen auch die großen Bergbau-Kombinate in einem Übergangsprozess.

00:11:47: Und es wurde dann, nachdem die Studierenden der Stiftung Bauhaus Dessau den ersten Ideen entwickelt hatten, entschied dann tatsächlich ein leitender Ingenieur, der für das Mitteldeutsche Revier zuständig war, weil er von den Gedanken und Ideen der Studierende vor Ort begeistert quasi eine Federstrichentscheidung herbeizuführen und mittel die für den Abbau der Geräte vorgesehen waren, umzuwitmen ohne jetzt große Beratungsbeschlussfassung.

00:12:27: Es ist seine Entscheidung gewesen.

00:12:30: er hat gesagt ich entscheide dass dieses Geld zwar nicht unsummen aber das ist ein kleine Summe.

00:12:37: die für die entsprechenden Rückbauts vorgesehene war es der in den Halt gesteckt wird.

00:12:42: das war quasi die Initialzündung.

00:12:45: Es gab also, das war die Voraussetzung, Ideen und zu Papiergebrachte Ideen.

00:12:51: Es gab die Möglichkeit, die Entscheider im Bergbau für den Gedanken zu faszinieren.

00:13:00: Und es gab dann die Vorbereitung auf die große Weltausstellung EXPO-II, die für Hannover vorgesehen war – und Deutschland hatte sich mit dem Standort Hannover um diese Weltaustellung erfolgreich beworben.

00:13:14: Und zu Beginn der neunziger Jahre kooperierten die Bundesländer miteinander, also die Neuen und die Alten und des Kooperierten Niedersachsen.

00:13:23: Miteinander ist Hauptstadt Hannover und Sachsen-Anhalt miteinander.

00:13:26: Und aus Hannover kamen die Frage ob und was man vielleicht aus Sachsen an hat beitragen würde zu dieser Weltausstellung?

00:13:34: Und so wurden die ersten Schritte der Transformation damals nannte man das noch nicht so sondern da hieß es noch Strukturwandel oder... Viele sprechen auch vom Strukturbruch, diese ersten Schritte der Welt zu zeigen und zu zeigen dass es eine Entwicklung gibt.

00:13:52: Auch nach dem Braunkohlebergbau zur DDR-Zeit in der neu strukturierten politisch gesellschaftlich ökonomisch strukturiertem Welt.

00:14:01: Und da schien die Stadt aus Eisen für Opolis mit ihren fünf großen Geräten signifikant zu sein So dass Veroppeltes ein Expo Standort wurde, einen Außenstandort der Expo.

00:14:13: Gemeinsam mit vielen anderen Projekten in der Region rund um Dessau, Wittenberg und Bütterfeld.

00:14:19: Und es entstand aus dem Konzept, aus der Idee, aus den Werkstatt-Industrielles Gartenreich eine Strategie die quasi durch das Thema Expo wenn man so will in Umsetzung oder ja im Realität gebracht wurde.

00:14:36: Gesellschaft wurde gegründet, die EXPO-GNBH in Sachsen-Anhalt.

00:14:42: Es wurden Themen und Projekte gewählt.

00:14:44: unter anderem Verropolis ist beteiligt das Land, die Stiftung Bauhaus Dessau der zuständigen Landkreis an dieser Entwicklung.

00:14:52: Und dann ging tatsächlich in den Jahren bis zweitausend Unter kreativer Begleitung durch einen sehr berühmten kritischen Bühnen Designer Jonathan Park aber auch viele andere, die ihre Ideen einbrachten ging für Ropoulos in eine erste Stufe und wurde auch baulich zu diesem Kulturort weiterentwickelt.

00:15:13: Aus der Halbinsel, die im Kohlebergbau Golper Nordstehen geblieben war auf der die Geräte jetzt versammelt wurden ursprünglich zum Verschrotten nun zum Erhalt, wurde also eine Veranstaltungs Arena, die dann im Jahr zweitausend durch ein großes Konzert mit Mikros Theodorakis feierlicher öffnet

00:15:31: wurde.".

00:15:33: Ich komme nochmal zurück.

00:15:35: Schließung des Tagebaus.

00:15:36: Sie hatten eben gemeint, das war für Ende der Achtziger sowieso innerhalb der DDR geplant gewesen und dann kam eben die Wende irgendwie dazwischen.

00:15:45: Wir kennen ja von vielen Schließungen generell von Betrieben in der DDR nach der Wende Das Problem dass es zu dem bekannten Strukturbruch kam auch viel zur Arbeitslosigkeit usw.

00:15:57: War das im späteren Theropolis im Tagebau?

00:16:01: Auch der Fall, dass es da zu Problemen gab?

00:16:03: oder konnte das anders abgefedert werden eben weil man schon in einer hart Schließungsprozess gewesen war?

00:16:10: Nein.

00:16:10: Es war ein großes Problem, weil der Schließungsprozest des Tagebaus geäubert dort ja damit verbunden war, dass die Arbeitsplätze erhalten sein sollten werden sollten indem der Tagebau quasi weiterzieht also ein benachbartes Areal dann abgebaut wird.

00:16:27: Und es sind alle Mitarbeitenden im Kombinat, die Personen, die die Bagger gefahren haben.

00:16:33: Die in der Technik und in der Instandhaltung waren.

00:16:36: In Gleisbau sind natürlich davon ausgegangen dass ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt auch nach der Schließung des ausgekohlten Tagebaus Golper Nord Dass dann das nicht möglich war also dass der Tagebau benachbarten Orts nicht fortgesetzt wurde.

00:16:52: Das ist eine Entscheidung der Wendezeit.

00:16:55: Man hatte den Eindruck, dass diese Braunkohle dort nicht mehr abgebaut werden muss.

00:17:02: Das muss man ein bisschen vielleicht in einen Zusammenhang setzen.

00:17:05: die Flöze dort im Norden des Mitteldeutschen Reviers waren weder besonders mächtig noch war der Brennwert der Heizwert der Braunk Kohle besonders hoch.

00:17:16: In der DDR Zeit wurde trotzdem diese Braunkohle Den Nachbarn Kraftwerke haben sie manchmal auch als Blumenerde ein bisschen dispektierlich bezeichnet.

00:17:26: Wurde diese Braunkohle trotzdem abgebaut, denn die DDR war ökonomisch abhängig von dem einzigen vorhandenen Rohstoff den man hatte auf dem eigenen Staatsgebiet nämlich der Braunkohl.

00:17:38: Das heißt man musste alle Reserven nehmen und nutzen.

00:17:43: In wider vereinigten Deutschland sah das ein bisschen anders aus.

00:17:45: da gab es weitere Reviere in der Lausitz im Süden des Mitteldeutschen Reviers, aber auch im Rheinischen Revier.

00:17:52: Dort beispielsweise im Rheinischen Reviert waren die Flöten sehr viel mächtiger und man hat sich also entschieden den energetischen Rohstoffkaunkohle nicht mehr dort im Norden des MittelDeutschen reviers weiter abzubauen, auch aufgrund geologischer Voraussetzungen.

00:18:08: Und damit war natürlich ein tatsächlich Strukturbruch verbunden und viele, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten dann in den sogenannten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen tätig waren, den APMs haben parallel beides getan.

00:18:22: Also sie haben quasi ihren Arbeitsplatz abgewickelt und gleichzeitig sich aber auch begonnen damit zu beschäftigen.

00:18:28: was soll denn eigentlich von unserer Geschichte erhalten bleiben?

00:18:31: Wie wollen wir denn erinnern an diese Zeit?

00:18:33: Bergbau- und Kraftwerker waren ja stolze Branchen und Berufe.

00:18:37: wer ist Bergmann, ich bin Bergmann der ist mehr das geflügelte Wort.

00:18:42: Dieser Stolz wurde natürlich auch spürbar und es war verbunden damit, dass man eben Gedanken wagt zu fassen.

00:18:50: Wir möchten gerne das Teile unserer Geschichte, unsere Technikgeschichte, unser Kulturgeschichte des Opencast Mining, des Bronkohletagebaus erhalten bleiben und für die nächsten Generationen sichtbar bleiben.

00:19:03: Das heißt, Überlegungen an diese Zeit zu erinnern.

00:19:07: in einem schwierigen Umbruch gingen ein Heer mit den Überlegungen der ästhetischen Faszination für diese Technik-Konstruktion, wie sie in der Stiftung Baros Dessau herrschte und ging auch ein Heher.

00:19:22: Das war der dritte wichtige Bestandteil dieser Entwicklung.

00:19:26: Ging auch ein Her damit dass die ersten Kulturveranstalter also das Meldfestival ganz speziell dieses Gelände In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre zu entdecken begann.

00:19:39: Die Baustelle war noch nicht beendet.

00:19:41: Wir sind kurz vor dem Jahr zweitausend, wo das erste Mal findet ein großes Musikfest.

00:19:46: Da wird es zu Meld auf Verrupules Stadt.

00:19:49: Das ist dann die Entwicklung, die uns die Jahre nach zwei tausend begleitet hat und in Standort auch stabilisieren konnte.

00:19:55: Das heißt mehrere Dinge eine wissenschaftlich basierte kreative Arbeit an der Stiftung Bauhaus.

00:20:03: Das Interesse der Bergleute Und das kulturelle Interesse an dem Standort kamen zusammen und wurden dann, bekam dann ein Boost sozusagen durch die Entscheidung für eine Korrespondenzregion der Expo-II.

00:20:18: Ein Modell dass dann übrigens auch weitergetragen wurde.

00:20:21: es entstand dann in den zweitausender Jahren auch die internationale Bauausstellung In der Laositz Das ist derselbe Direktor Rolf Kuhn gewesen der Bauhausdirektor der Neunzigerjahre war und diesen Gedanken dann auch in den Lausitzdruck, also den Gedankenrevitalisierung Standortentwicklung durch kulturelle Impulse.

00:20:43: Und Verrupules ist quasi im Gewässern sich die Blaupause dafür und das ist heute auch in entsprechenden Raumentwicklungsstrategien, Regionalentwickungsstrategie hin zunehmend beachtet dass man über solche kulturellen Impulse eben auch Identität, Transformation Und damit, das ist zumindest immer das Ziel zum Schluss auch politische und demokratische Stabilität versucht zu erhalten.

00:21:08: Diese Aspekte vor allem mit dem Event-Charakter und darüber hinaus zeigen ja darauf schon dass es sich bei Verropolis nicht um ein klassisches Industriemuseum handelt.

00:21:18: und auch in den Vorfolgen zum Bundesverband Industriekultur wurde auch immer wieder betont, Industrie Kultur ist mehr als nur große Maschinen, große Hallen, große Bagger.

00:21:28: in ihrem Fall Wie ist das Gesamtkonzept da Ihres Museums?

00:21:33: Was wollen Sie in Verropolis darstellen und wie wollen sie es darstellen.

00:21:39: Wir werden geleitet in der Entwicklung unseres Angebotes für die Gäste, die wir haben.

00:21:44: Ich spreche jetzt erstmal nicht von den großen Veranstaltungsformaten, den Musik- und Sportfestivals.

00:21:50: Die kommen mit einem ganz spezifischen Interesse nach Verropolis – die Geste dort.

00:21:54: Die nehmen zwar die Industriegeschichte wahr weil sie einfach auch schlicht unübersehbar ist Und weil sich so ein Konzert von dem Dach eines solchen Tagebau-Großgerätes natürlich auch nochmal auf ganz andere Weise genießen lässt, wenn der Mond dann über den Chroniner See erscheint.

00:22:08: Aber bei denen steht im Fokus die Künstler sehen, die wollen tanzen und feiern.

00:22:14: Die wollen vielleicht einen Triathlon bestehen oder an einer Motorsportveranstaltung teilnehmen oder schlicht untergreifen und einfach nur etwas basteln und bauen.

00:22:23: mit unserem neu auf dem Gelände angesiedelten Macherfestival ist das möglich?

00:22:28: Anderen Gäste, die nicht spezifisch zu einer Veranstaltung kommen, holen wir dort ab, wo ihr historisches Interesse einsetzt.

00:22:36: Nämlich wie ist denn das mit der Geschichte der Energie und der Elektrizität?

00:22:40: Was ist denn eigentlich Braunkohle?

00:22:43: Wir haben dann unsere große Generation vorher geheizt und auch im großes Stil Strom gewonnen.

00:22:52: Als Industriekulturnetzwerk in Sachsen-Anhalt, als Teil und ein Impulsgeber dieses Industrie-Kulturen Netzwerks versuchen wir ganz besonders auch die Zusammenhänge zu vermitteln.

00:23:02: Also was hat beispielsweise die Energieproduktion auf der Grundlage des Oststoßbraunkohle mit dem Maschinenbau zu tun?

00:23:11: Der sich dann entwickelt und zu diesen Großgeräten führte.

00:23:15: Was ist das wiederum mit der Flugzeugindustrie zu tun, die sich nebenan bei Junkers in Dessau entwickelte vor hundert Jahren.

00:23:24: Was hat das wiederum mit der Chemie zu tun, die sich im Raum Halle Leipzig und dann nördlich-Bitterfeld entwickelte?

00:23:32: Mal ausgehend von der Alchemie der Salzieder da sind wir jetzt aber tatsächlich viele Jahrhunderte zurück und dann mit der Elektrochemie beginnend großen Dimensionen sich rasant entwickelt über die letzten Hundert Jahre auch weil die Energie dort vorhanden war, weil die Braunkohle dort verhanden waren.

00:23:50: Weil man die Kraftwerke dort auf den Rohstoff stellen konnte.

00:23:54: und plötzlich konnte man mit einem Ersten Weltkrieg elektrochemische Vorgänge, die sehr energiehungerisch waren durchführendes bekannte Haber-Boschverfahren um daraus sozusagen Stoffe zu ersetzen, die im ersten Weltkrig nicht mehr zugänglich waren also der berühmte Schiele seit Peter aus den Kolonien nicht mehr anlieferbar.

00:24:16: Und die Herren Haber und Bosch hatten einfach ein elektrochemisches Verfahren, um diese Verbindungen künstlich zu kreieren.

00:24:23: Brauchten dafür aber sehr viel Energie.

00:24:25: und die Reichstücksstoffwerke wurden wegen der Dümmemittel, aber auch wegen der Sprengstoffproduktion in der Zeit gebaut als das benachbarte Kraftwerk Chornowitz auch gebaut wurde, um diesen Reichsstücksstoffwerk mit Strom zu versorgen.

00:24:39: Das heißt diese Zusammenhänge Einige von denen kommen uns ja heute bekannt vor, wenn es wiederum Rohstoffversorgung um auch Kriege geht die um fossile Rohstoffe geführt werden.

00:24:50: Diese Zusammenhänge zu erklären ist eines der ganz wichtigen Ziele am Standort für Ropolis aber auch in den benachbarten industriekulturellen Orten.

00:25:00: ein zweites Ziel ist die Geschichte der Arbeit zu erklären.

00:25:03: wer hat eigentlich diese Leistung vollbracht?

00:25:07: jenigen, die diese Geräte bedient, betrieben haben.

00:25:10: Die die Gleise gerückt haben, die Ingenieure, die dieser Geräthe entwickelt haben... ...die fünf Geräten, die bei uns stehen, stammen zum großen Teil aus einem zwanzig Kilometer entfernten Ort Kürtern in Sachsen-Anhalt.

00:25:23: Das älteste Gerät, das aus dem Jahr nineteen und vierzig gebaut wurde und das heute noch auch verruppelt ist zu sehen.

00:25:29: Es stammt aus einer sehr traditionsreichen Metallverarbeitung Bukau Wolf im Bakterburg.

00:25:36: Und ein Gerät ist auch aus Lauchhammer, also aus der Blausitz dann gebaut worden und in den Tagebautgäubern Nord transportiert worden.

00:25:44: Das heißt auch technikgeschichtlich können wir vermitteln dass die Arbeiter- und Ingenieure große Leistungen vollbracht haben.

00:25:54: Auch die Unterschiede zwischen den fünf Geräten sind dabei sehr spannend.

00:25:57: da komme ich gleich gerne noch mal drauf zurück.

00:25:59: warum wurden diese Geräte eigentlich immer größer im Laufe der Jahrzehnte?

00:26:03: Aber diese Geschichte der Arbeit, dass beispielsweise eine der Geräte von einer Frau oder Familie gesteuert wurde.

00:26:10: Wir haben gerade eine Ausstellung geöffnet wo es darum geht wurden straffgefangene Tagebau eingesetzt.

00:26:16: wie kann man das erforschen und auch erinnern?

00:26:19: Das sind alles Dinge die uns besonders wichtig sind und wir haben alle der ersten Maßnahmen in den Nullerjahren also ab nach zweitausend mit den Zeitzeugen, mit den ehemaligen Mitarbeitenden im Tagebau Golper Nord Interviews geführt.

00:26:34: Die heute eben noch verfügbar sind die in eine App integriert sind, die man auf dem Gelände verrupelt ist wenn man sich ein Audio Guide leid oder diese App herunter lädt als zu eins erfahren kann.

00:26:45: einfach um diese Geschichte der Arbeitswelt im industriellen Zeitalter erinnerlich zu halten.

00:26:50: und dritter Punkt warum?

00:26:53: Ist es so wichtig, diese Geschichte erinnerlich zu halten?

00:26:55: Sowohl die technische wie die soziale Geschichte.

00:26:58: Weil wir natürlich gefragt werden durch folgende Generationen oder jetzt aufwachsende Generationen, wie denn das entstanden sein konnte mit diesem Klimawandel, mit dem enormen Energiehunger und den hohen CO²-Ausschuss sozusagen.

00:27:15: Und man muss Antworten geben auf diese Fragen.

00:27:18: Die werden möglicherweise auch noch sehr viel dringlicher gestellt werden.

00:27:21: Und auch dafür brauchen wir diese Orte der Industriekultur, um tatsächlich verständlich zu machen.

00:27:28: Wie hat sich diese Entwicklung in der Vergangenheit ereignet und wie wird sie auch in eine Zukunft geführt?

00:27:33: In postfossile Zukunft, dann klimagerechtere Zukunft... ...und insofern sind Orte für uns auch immer Verhandlungsorte der Geschichte aber auch Innovationsorte.

00:27:45: Wir sind Reallabore der Transformation nicht nur der Energiewende sondern auch der stofflichen Nutzung des Kohlenstoffes.

00:27:54: Und man kann am Beispiel der industriekulturellen Orte sehr gut dieses Verhältnis von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verhandeln weil es einfach sehr signifikant ins Auge fällt an diesen Standorten.

00:28:09: Insofern Technikfaszination für Maschinen, für Hallen, Tragwerke etc.

00:28:15: ist ein Einstieg einen Zugang Aber wir werden in der Vermittlung da nicht auf und versuchen den sehr stark auch durch die Sozialgeschichte, und durch die Natur-Kultur Geschichte zu bereichern.

00:28:26: an Standort Verrupolis.

00:28:28: Sie haben eben gesagt dass es umliegende Orte gibt also zum Beispiel dieses Kraftwerk das Forum Ratnau mit dem sie sich austauschen.

00:28:36: Das heißt verrupolis ist auch über den puren Raum des alten Tageboss hinaus eine Entité, eine Veranstaltungsfläche.

00:28:46: Ja, also die Veranstaltungsfläche begrenzt sich tatsächlich auf die Halbinsel im Kraminer See.

00:28:53: Die müssen sich so vorstellen ein Tagebau wird erschlossen von einem zentralen Ort aus und dann baggert man von diesem Ort aus zumindest bei unserem Tagebau weil es so einmal im Uhrzeigersinn um diese halbinsel herum das heißt erst mal mit der Abraum beseitigt um an die Kohle zu kommen.

00:29:10: dann wird die Kohler rausgenommen und Auf der anderen Seite wo man schon gibt baggert hat, wird dann der Abraum wieder verkippt zum Anfang auf Heilde und später in den abgebaggerten Bereich des Tagebaus selbst.

00:29:22: In der Mitte entsteht so eine Halbinsel um die herum sich im Uhrzeigersinn so ein Tagebau entwickelt, der sogenannte bürnenformige Aufschluss.

00:29:31: Diese Halbinsell ist erhalten da ist also auch noch Braunkohle drunter Und diese halbinsel ist der bereich, indem die Feropolis GmbH und die feropolis Stiftung Industriekultur Gmbh tätig ist.

00:29:42: Wir haben dort eben die Möglichkeit Veranstaltung für bis zu dreißigtausend Besucher durchzuführen.

00:29:48: Die Gäste parken am Fuße, da sind auf Flächen die landwirtschaftlich genutzt werden und den Rest des Jahres.

00:29:56: wir haben viele Bereiche wo Strandzugänge zum See bestehen.

00:30:00: Dort sind dann die großen Camping Areale angesiedelt und Auf der Spitze daheim in so dort wo die fünf großen Geräte stehen Da ist dann die eigentliche Veranstaltungsfläche.

00:30:10: Dort wird also auf verschiedenen Bühnen feiert, getanzt im Rahmen der Festivals oder auch in den Sport gemacht.

00:30:17: Motorsportveranstaltungen finden statt große Flohmärkte finden statt.

00:30:20: Das ist das Hauptaweial, indem wir als Europolästätig sind.

00:30:26: von dort aus gibt es da hatten sie gerade zurecht nachgefragt gibt es Verbindungen ideelle aber auch ganz materielle in die benachbarten Orte der Industriekultur des Kraftwerk-Channelwitzes.

00:30:39: eines der Kraftwerke war, was von Golper Nord aus beliefert wurde.

00:30:42: Die ist circa zweieinhalb Kilometer, drei Kilometer entfernt.

00:30:46: Es stehen noch als stille Zeitzeugen große Hochspannungsmasten in dieser Landschaft auch wenn die beiden Orten natürlich nicht mehr physisch-elektrisch verbunden sind und es spannt sich so ein Feld der industriellen Wandlung auf also Räume, die ursprünglich Tagebau waren, die komplett menschgemacht sind quasi für das Anthropozän stehen die inzwischen aber teilweise von der Natur zurückgeholt wurden, dass der Kriminer See und die ehemaligen Kippenflächen und die Ehemalige Areale des Tagebaus sind heute auch von der Biodiversität einen hoch faszinierenden Raum.

00:31:21: Das heißt dieses Feld der industriellen Wandlung, dieses Spannungsfeld zwischen Tagebau- und Kraftwerk ist eines das wir natürlich auch entwickeln.

00:31:29: Wir betreiben auch ein kleines Gubenbahnnetz weiter oder haben dies erstmal gesichert um es weiterbetreiben zu können.

00:31:38: Dort hängen auch andere Betriebe und Unternehmen an diesem Eisenbahnnetz, die auch ein Interesse haben weiterhin bei Eisenbahn versorgt zu werden.

00:31:45: Das heißt, die Aufgaben wurden immer weiter größer im Laufe der Jahre mit zunehmenden Erfolg- und Besucherzahlen und natürlich auch mit zunähmenden ökonomischen Möglichkeiten.

00:31:57: Und so dass auch daraus dann weitere Impulse entstanden sind.

00:32:00: das Netzwerk Industrikultur Sachsenanhalt beispielsweise, das Sachsen-Anhalt weiter über unter dreißig Standorten zusammen vor allem mit den Vereinen und den Kommunen vor Ort, also ganz viel ehrenamtlicher Arbeit.

00:32:12: Das Thema Industriekultur, Industriegeschichte und Zukunft vermittelt ist so ein Weg.

00:32:17: wir arbeiten aber auch eng mit dem benachbarten Bundesländern zusammen mit den Kollegen in Sachsen Berlin, Brandenburg, in Thüringen.

00:32:24: Wir arbeiten auch gewährübergreifend eng zusammen im Bundesverband Industrie-Kultur Deutschland beispielsweise Mit den Kollegen aus Nordrhein-Westfalen, aus dem Rheinischen Revier und auch aus dem Ruhrgebiet Also den wichtigsten Industriekulturorten, die man ja deutschlandweit kennt oder auch europaweit kennt.

00:32:41: So dass also Netzwerk ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist.

00:32:45: Auch deswegen weil wir an vielen Stellen ja auch Neuland betreten.

00:32:49: Wie erhält man einen Tagebau groß gerät über viele Jahrzehnte letztlich über einen Zeitraum für denen die nie konstruiert wurden?

00:32:57: Man ist immer davon ausgegangen das es keine Ewigkeitsbauten sind sondern dass sie irgendwann eben auch wieder abgebaut werden.

00:33:03: Wie erhält man die große im freien stehende, frei bewitterte, metallene Konstruktion?

00:33:11: Das ist eine Frage wie uns beschäftigt.

00:33:13: Die aber auch für viele andere Anwendungen von großem Interesse ist Brücken etc.

00:33:18: Und insofern sind wir immer so an der Schnittstelle zwischen neues ausprobieren und bewährt es erhalten.

00:33:24: Da macht das natürlich Sinn sich auszutauschen und dass nicht alles alleine an vielen Standorten unabhängig wird zu probieren sondern Synergien auszuloten und auch zu nutzen, um diesen Erhalt und die Entwicklung des Industriekulturellen Erbes überhaupt möglich zu machen.

00:33:40: Das ist ja auch immer eine ökonomische Herausforderung.

00:33:43: Man muss ja auch dafür Mittel- und Geld haben.

00:33:46: Und wir haben jetzt auf Europa das Glück, dass wir eben durch die Einnahmen aus den Großveranstaltungen ausreichend Mittel zur Verfügung haben, um das industriekulturelle Erbe im laufenden Betrieb zu erhalten.

00:33:58: Und natürlich versuchen wir auch, wenn große Sanierungen anstehen, wenn so ein großer Absetzer wie derzeit im Moment saniert werden muss und die Gleise erneuert werden müssen.

00:34:09: Versuchen wir natürlich auch europäische Fördermittel zu akquirieren was eben auch immer mal wieder gelingt um diese signifikant Zeitzeugnisse zu erhalten und in die Zukunft zu führen.

00:34:20: Die Frage nach dem Regen und dem Wetter, die den Geräten zusetzt.

00:34:24: Sie haben es jetzt schon beantwortet aber sie haben schon erwähnt da laufen Musikfans rum, da laufen Camper rum, Da laufen Leute rum, die wollen ein Moschorradrennen sehen.

00:34:32: Geht er nicht auch einfach zwangsläufig mal was kaputt?

00:34:37: Wir haben natürlich Glück dass unsere Exponate wenn ich sie jetzt mal so aus museologischer Sicht so bezeichne uns in Sammlung durch das sind ja die Tagebaugroßgeräte selbst, dass die natürlich relativ robust ist.

00:34:47: wir sehen das jetzt gerade.

00:34:49: im Vergleich zu den Kraftwerkchorne wird es, was wir gerade neu erschließen auch für die Besucher öffnen wollen.

00:34:56: Dort muss man sehr viel sensibler mit den Elementen der Sammlung und dem baulichen Erbe umgehen.

00:35:02: aber natürlich achten wir sehr darauf dass die großen Geräte während der Veranstaltung schon aus Sicherheitsgründen nicht begangen werden das dort immer eine entsprechende Sicherheit, Security eingesetzt wird so dass wir natürlich auch möglichst viele Schadfälle versuchen zu vermeiden Wenn man so will, geben und nehmen.

00:35:23: Also die Populärkultur, die großen Festivals versetzen uns in die Möglichkeit, die Industriekultur zu erhalten und die Industrikultur versetzt.

00:35:32: Die Populärenkulturen, die grossen Events, die Musikfestivals sind die Lage an solchen herausragenden und auch sehr bildwirksamen Standorten produziert werden zu können.

00:35:41: Und das inmitten eines... mit wunderbaren, sehr klaren und sauberen Seheste aus dem Tagebau hervorgegangen ist.

00:35:49: Das ist schon eine sehr faszinierende Konstellation!

00:35:53: Und natürlich ist also die größte Herausforderung im Konservieren dieser Geräte nicht so sehr die aktive Nutzung – das ist ja oftmals so bei Denkmalen.

00:36:03: Aktiver Nutzungen sind eher nicht schädlich, sondern es ist tatsächlich in die Witterungseinflüsse.

00:36:09: die Laufenden der Geräter stehen bei unter freiem Immel und müssen also regelmäßig kontrolliert werden.

00:36:16: Alle Vierteljahr wird alle Geräte begangen von entsprechenden Sachverständigen, die aus den noch aktiven Tagebauen kommen.

00:36:25: Es werden uns hinweise gegeben, wo wir etwas zu erneuern haben – wo wir Bläche verstärken müssen, wo wer mit unseren Schlosserbetrieben aus der Region vielleicht noch Schweizerbeiten vorzunehmen hat.

00:36:35: Also es ist ein laufendes Erhalten im aktiven Betrieb, den wir uns da verschrieben haben Und natürlich hoffen wir auch, dass wir dort im Laufe der Zeit noch technisch bessere Möglichkeiten vielleicht andere naturverträgliche Lacke einsetzen können um bei einer Generalsanierung nicht immer ein Gerät komplett unter Plane und Gerüst zu packen.

00:36:56: Weil das sind die kostenaufwendigen Teile bisher und da probieren wir auch Dinge aus und versuchen Erfahrungen zusammen wie dieses Stellenliege konservieren und bewahren auch finanziell tragfähig bleibt.

00:37:09: Das machen wir auch im Austausch mit anderen Partnern in anderen Regionen.

00:37:13: Auch in Europa, teilweise auch über Europa hinweg.

00:37:17: Wir haben jetzt gerade eine Kooperation mit Armenien begonnen.

00:37:20: Da ist ein altes Chemiewerk, das seit den end der achtziger Jahren still steht und die haben auch einen Interesse gemeinsam zu überlegen wie kann man solche Orte zur Zukunftsordnung entwickeln?

00:37:30: Insofern ist das ein Thema was uns weltweit beschäftigt.

00:37:33: Die Industrialisierung ist ein globales Phänomen.

00:37:38: Nicht die Industrialisierung, das wäre die falsche Strategie.

00:37:40: Aber die post-fossiläre Industrialisierung – die nachhaltige nächste Stufe der industriellen Entwicklung ist auch eine globale Herausforderung.

00:37:50: Solche Orte können in Zusammenarbeit da auch guten Schlagen über Kontinente und vor allem aber auch innerhalb Europa über Ländergrenzen

00:37:56: entwickeln.".

00:38:07: Umweltschäden, und das ist ja auch gerade etwas was in der DDR ja auch sehr bekannt war.

00:38:13: Wie gehen Sie denn da?

00:38:13: Also sie hatten es gar keine Umweltatlast mit denen sie auch noch umgehen müssen in der Aufarbeitung und auch in dem Betrieb ihres, in den Betrieb von Feropolis Im Tagebau selbst nur im relativ überschaubaren Stil.

00:38:28: natürlich gab es dort auch Altöl-Einträge

00:38:32: usw.,

00:38:32: an den Stellen wo diese Geräte beispielsweise repariert wurden Und da musste man auch einiges dann eben sanieren, auskoffern.

00:38:40: Das war aber sehr begrenzt weil die Umwelteinwirkungen eines Tagebaugrohsgerätes sind relativ, sagen wir eins zu eins physikalische, irgendwie buddeln, baggaren, transportieren und so weiter.

00:38:53: Sehr viel herausfordernder sind die Umweltwirkung in der benachbarten Chemieindustrie bis heute zu verzeichnen.

00:39:01: In Bitterfeld-Räufen unter Bitterfelder Räufen gibt es ja die berühmte Bitterfelder Blase.

00:39:07: Das heißt, die Ewigkeitsaufgaben mit dieser Umweltzerstörung und Verschmutzung der DDR-Zeit verbunden sind, die bis heute also grundwassernachweisbar sind erfordern ist das über viele, viele Generationen noch diese Grundwasserblase durch entsprechende Pumpen und entsprechendes Engineering sozusagen dort gehalten werden muss dass sie nicht in die Zonen vordringt wo dann zum Beispiel Trinkwasser gewonnen wird.

00:39:33: Das heißt, die Ewigkeitsaufgaben sind weiterhin eine sehr große Herausforderung gerade im Chemiebereich.

00:39:40: Im Tagebau ist es so dass die Natur doch relativ effizient diese Dinge saniert.

00:39:49: Im Laufe der Jahre da ist vor allem also Zeit der wichtigste Faktor und in anderen benachbarten Herausforderungen ist es dann eben Technik.

00:39:57: Wir haben deswegen im Netzwerkindustrie Kultursachsen Anhalt sogenannten Ewigkeitsaufgaben auch mit in unser Betrachtungsfeld gezogen, haben gesagt.

00:40:06: Auch die gehören zur Vermittlung des industrielle Arbeits und auch die gehörten zur Entwicklung der industriellen Zukunft.

00:40:14: Und deswegen ganz bewusst eben auch das Thema Umweltverschmutzung, Umweltzerstörung da wo der Faktorzeit alleine nicht heilt mit in die Betrachten reingenommen.

00:40:24: Und auch da gilt es darum den Aufwand, den man als Gesellschaft betreiben muss für dieses Monitoring und Management der Umwelt schäden, muss man ja auch erklären.

00:40:35: Muss man ja den Nachwachsenden generationen erklären und vermitteln warum sie sich damit noch beschäftigen werden müssen?

00:40:41: Auch dafür braucht es dann sichtbare Industrieorte und Industrikulturorte.

00:40:46: Ein Hinweis noch zur Geologie oder zu den Erdschichten die bei uns im Kriminer See oder Tagebau Goldmann-Nord angeschnitten wurden.

00:40:54: wir haben auch in Tagebauen unterschiedliche Wasserqualitäten Je nachdem welche geologischen Schichten betroffen sind, da hatten wir ein bisschen Glück.

00:41:03: Das Wasser bei uns hat keine Verockerungseffekt wie man das aus anderen Tagebauen kennt.

00:41:09: Es ist ein sehr klares Wasser.

00:41:11: es ist wenige Monate nach dem die Flutung des Tagebaus weitgehend und abgeschlossen ist sie noch nicht aber weitgehende abgeschlossen war.

00:41:21: Wir haben wieder Fisch besatz zum Teil künstlich eingebracht aber auch durch Naturbesatz also Leich im Gefieder der Wasservögel, sodass dort eben auch heute gefischt werden kann.

00:41:33: Und man sieht es einfach die Wasserqualität eines relativ nährstoffarmen Seels schafft einfach hervorragende Voraussetzungen zum schwimmen Baden tauchen und so

00:41:44: weiter.".

00:41:45: Die Veranstaltungen, die ihr in Feropolis stattfinden – Sie haben es eben schon angedeutet das sind Musikveranstaltung, das sind Motorsportrennen.

00:41:54: Man kann auch einfach kämpfen gehen.

00:41:55: Warum entscheiden sich Menschen dorthin zu gehen, um zu feiern?

00:41:59: Um Urlaub zu machen und da ihre Freizeit zu verbringen?

00:42:02: Anders als jetzt über Industriekultur etwas zu lernen.

00:42:06: Ja wenn man jetzt entscheidet wo man ein Wochenende verbringen will dann kommt man wahrscheinlich nicht auf den ersten Blick auf den Gedanken das in einem Braunkohletagebau, im ehemaligen Braunkohletagebau zu tun.

00:42:16: Da denkt man vielleicht eher an Nordsee-Osteküste oder die Mittegebirge oder wie auch immer.

00:42:22: Und deswegen sind dann die Gäste, die beispielsweise angelockt durch die Details unseres Techno-Festivals Hive oder die Hip Hop Künstler, die Rapper auf den Splash.

00:42:32: Sind dann immer sehr fasziniert von dieser Art von Landschaften, die meisten noch gar nicht kannten.

00:42:37: Das ging ja auch den Studierenden Anfang der neunziger Jahre so in Bauhaus Dessau kann nach der Wiedervereinigung Studierende von überall her aus Europa und Deutschland Und die meisten kannten keine Tagebauer.

00:42:48: Hatten soll eine Landschaft noch nie gesehen, so eine Mote-Landschaft und waren von dieser Landschaft sehr fasziniert.

00:42:54: heute ist diese Landschaft auch nur noch zum Teil spürbar weil die Natur irgendwie vieles so erscheinen lässt als sei das ein natürlicher See.

00:43:03: und wenn sie die Gäste fragen worin Sie da baden dann würden die meisten wahrscheinlich denken Das ist ein ganz normaler natürlicher seh.

00:43:09: und dann bekommt man ins Gespräch Und beginnt zu zählen, das war ein Tagebau.

00:43:13: Die Geräte sind hier keine Deko, sondern wir hatten eine Aufgabe.

00:43:16: und so kommt man auch mit Gästen ins Gespräch die nicht mit einem Industriekultur in Interesse des Areals betreten... ...und die aber gemeinsam mit dem Nerds der Industrie-Kultur völlig fasziniert sind von der durchaus Schönheit dieser Geräten im Rahmen eines solchen Festivals entsprechend visuell inszeniert durch die Videojockeys dann kommt das monatlich dazu natürliche Nachtstimmung.

00:43:43: Das ist schon Faszination gegenüber menschgemachter Landschaft und man lernt auch eine ganze Menge, wenn man sich darauf einlässt und es sehr einfach auf diesem Gelände sich darauf einzulassen beeindruckt zu sein vielleicht auch ein kleines Gefühl von Erhabenheit zu spüren und dieses auch in Verbindung mit menschgemachter landschaft zu sehen.

00:44:03: und daran kann man auch lernen wie man die solchen Herausforderungen des Antropozelen umgehen kann.

00:44:08: Also eine Art ästhetische Schulung, die Gäste auf Europa ist dort auch erhalten ohne dass das so explizit ausgesprochen wird.

00:44:18: Werden diese Großgeretteten auch in die Show eingebunden?

00:44:21: Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen wenn jemand wie Alice Cooper bei ihnen auftritt, dass er schon gerne hätte so ganz dramatisch auf dem Tagebaubarge und Aufsetzer seine Musik abzufeiern.

00:44:32: Ja, das ist natürlich immer mal wieder die Anfrage, wie man das machen kann.

00:44:36: In der Regel dann doch sehr hoch und auch auf einem festival auftritt sind die auftritte doch recht eng getaktet so dass eigentlich nur ein ausnahm.

00:44:46: Auf den geräten selber gespielt wird.

00:44:48: wir hatten das aber schon im bereich der arter, wo ein eigenes teater stück geschrieben wurde.

00:44:53: wir hatten jetzt eine kleine veranstaltung auf einem der geräte durch das quad while festival in benachbarten dessau zuhause.

00:45:01: also es ist immer mal wieder da in einem klassischen festival ablauf.

00:45:04: allerdings geht die taktung sozusagen der auftrete eher vor und Die ganz großen Experimente finden dann eher, oder das Staunen findet dann eher Backstage statt.

00:45:14: Oder in dem Bereich wo die Künstler dann mal auf ein Gerät kommen und sich natürlich einmal den Hintergrund erklären lassen und vielleicht auch mal je nachdem manche sind ja auch haben wir auch andere Interessen außer ihrer Musik Fotos machen oder ähnliches.

00:45:27: da gibt schon viel Auseinandersetzung.

00:45:30: Die Stadt für dich hier produziere hängt ganz viel zusammen mit dem Bundesverband Industriekultur Und da wurde auch in den anderen Gesprächen klar.

00:45:38: Da ist die Vernetzung der Akteure ganz wichtig.

00:45:41: und deswegen zum Abschluss die Frage, warum ist es für Feropolis gut und wichtig?

00:45:47: Dass es diesen Bundesverband gibt?

00:45:49: und wie stellen Sie sich da die Zusammenarbeit und die Synergie mit diesem Bundesverban vor?

00:45:56: Ja wir haben diesen Bundesverband ja mit gegründet weil wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben mit der übergreifenden Zusammenarbeit Anfangs in der sogenannten mitteldeutschen region also im mittel deutschen revier, wo wir mit Kollegen aus laxen aus thüringen zunehmend auch spandenburg schon seit vielen jahren und sehr regelmäßig austauschen strategien abstimmen.

00:46:18: Und es ist immer deutlicher geworden dass die bedeutung und auf die erwartung an das industriekultur thema eher zunehmen.

00:46:26: wenn wir vor Einigen Jahrzehnten oder Jahren davon gesprochen haben war industrie kultur meistens sehr klar einzelne Regionen Deutschlands, früher natürlich vor allem Westdeutschlands fokussiert.

00:46:39: Also die Iber-Emscher Park das Urgebiet, die großen Transformationen seit den siebziger Jahren im Urgebied und damit dann natürlich auch die ästhetische Vermittlung des Erbes durch Haldenereignis, durch umgebaute, ungenutzte ehemalige technische Anlagen Landschaftskarktysburgnort mit den Hochölfen usw.

00:47:00: Oder auch der Saarland waren so Ja, Hotspots dessen und man verband Industriekultur im Wesentlich mit diesen Teilregionen.

00:47:08: Und je näher man genau hinguckt hat natürlich gesehen das war es nicht so dass ganz Deutschland eine große Landwirtschaftsregion war mit einigen Industriezentren Sondern dass Industrie eigentlich in der gesamten Fläche Eine Entwicklung genommen hat in den Tailern der Mittelgebirge über die Textilindustrie die Wasserkraft dann irgendwann auch über die chemische Industrie mit zunehmenden Energiebedarf immer größer werden.

00:47:36: Die Erschließung der Tagebaue und viele, viele Aspekte maritime Industriekultur kann man dazu zählen.

00:47:42: eigentlich ist ja auf jedem Dorf oder fast auf jeden Dorf in irgendeiner Weise so ein Stückchen Industriegeschichte zu sehen Und das hat man immer mehr also von einzelnen signifikanten Regionen weg hin zu einem flächendeckenden Prozess Struktur, Veränderung des Strukturbandels wahrgenommen und insofern wächst auch flächendeckend die Bereitschaft und das Interesse sich mit den Zeitzeugnissen des wesentlichen zwanzigsten Jahrhunderts auseinanderzusetzen.

00:48:13: Und deswegen brauchen wir auch oder sehen wir auch die Chance dass diese durchaus ja identitätsbildenden Identitätsstiftungen Auseinandersetzung mit der eigenen lokalen und regionalen Geschichte hier auch den Transformationsprozess im Zweifelsfalle auch über so etwas wie Trauerarbeit vertretbarer oder erträglicher machen, immer verknüpft mit Zukunftsperspektiven natürlich.

00:48:37: Sie sehen da also eine Flächendeckensinteresse an der Auseinandersetzung mit diesem Zeitalter und es ist ja nicht ganz zufällig in dem Moment wo technologische bauliche so zirkulturelle Entwicklungen quasi ihre Kernfunktion verlieren, also beispielsweise ein Kraftwerk nicht mehr Strom erzeugt.

00:48:59: Aber als Objekt noch da ist und auch mit faszinierender baulicher Qualität gebaut wurde.

00:49:05: in mitten dem ersten Weltkrieg, wenn ich an das Kraftwerk schonerwitz denke... aber dann gibt es viele andere Beispiele.

00:49:10: entweder die Republik auch.

00:49:12: Das natürlich bei dem Moment wo ein Verlust der Primärenutzung stattfindet.

00:49:18: kann sich eine Gesellschaft entscheiden diese Orte zu kulturellisieren oder sie verschwinden eben.

00:49:25: Schlössern, Kirchen, Domen auch nichts anderes gewesen.

00:49:29: Die dann im Industriezeitalter an ihre gesellschaftsbildenden Bedeutung eher verloren hatten und deswegen aber umso mehr vererrt wurden.

00:49:37: Und in den Zeitaltern, indem wir uns heute befinden, Digitalisierung, Nano

00:49:42: etc.,

00:49:43: sind eben die großen Kathedralen des Industrie-Zeitalters das zwanzigste Jahrhundertstierigen, die jetzt beginnen Faszination auszustrahlen und kulturellisiert zu werden.

00:49:53: Dafür macht es Sinn!

00:49:55: bundesweit zusammenzuarbeiten, aber auch bestehende Möglichkeiten der kulturpolitischen Arbeit.

00:50:02: Der Arbeit der Regionalentwicklung aus dem Bereich Bauwissenschaft Forschung systematisch mit dem Industriekulturt Thema zu verbinden und deswegen haben wir den Bundesverband Industrie-Kultur Deutschland gegründet und arbeiten dort jetzt eng zusammen auch argumentierend gegenüber der Bundespolitik im Deutschen Bundestag in verschiedenen Ministerien.

00:50:23: diesen Themen fällt, noch mehr Aufmerksamkeit zu geben und zwar weil diese Aufmerksamkeit inzwischen da ist.

00:50:30: Wir sehen das in Sachsen-Anhalt am Tag der Industriekultur, den wir Anfang April begangen haben.

00:50:37: Da kommen inzwischen zu mehr als hundert Standorten zehntausende Menschen zusammen die sich mit ihrer Geschichte vor Ort oder auch überregional beschäftigen möchten dass es eine quasi bottom-up Entwicklung, der man jetzt durch Bundeskooperation auch Rechnung tragen muss.

00:50:57: Und noch als Letztes wenn Sie jemanden überreden wollen sich doch mal Pyropolis anzuschauen was wäre so?

00:51:04: das eine wo sie sagen kommen unbedingt zu uns denn da siehst du dies oder kannst du das machen?

00:51:10: Man lernt oder man sieht nicht.

00:51:13: man lernt.

00:51:13: man sieht indem man diese Geräte genauer betrachtet Schritten tatsächlich Zukunftsentwicklung stattfindet.

00:51:24: Das älteste Gerät ist aus den vierziger Jahren, das jüngste Gerät aus den neunzehnundachtziger Jahre und das heißt ungefähr ein halbes Jahrhundert Technikgeschichte in diesen Geräten verborgen.

00:51:35: und meistens begrüße ich die Gäste damit dass mich Frage wieso hat sich dann diese schiere Dimension dieser Geräte so stark verändert in dem halben Jahrhundert?

00:51:46: woran mag das gelegen haben?

00:51:48: Und dann stellen wir gemeinsam fest, es sind die Details.

00:51:51: Es ist die Veränderung in der Verbindungs- und Flügetechnik vom Niedtum zum Schweißen, die es möglich gemacht hat diese Geräte immer größer zu dimensionieren und es ist also nicht sozusagen eine lineare Entwicklung sondern das sind die kleinen wichtigen Details, die dann plötzlich große Sprünge in der Zukunftsentwicklung möglich machen und dafür zu sensibilisieren vor der Kulisse dieser großen Geräten auf die Details zu gucken Das finde ich besonders faszinierend und damit kann man meistens auch Menschen nicht nur überraschen, sondern auch wirklich neugierig machen und interessieren.

00:52:25: Und ich gehe davon aus dass die meisten dann auch tatsächlich einen Eindruck als Camper, als feste Besucher, als touristischer Gast, als historisch interessierter Mensch mitnehmen und sagen mensch.

00:52:36: Ich habe an diesem Standort einiges lernen können über die Erdgeschichte werden das Gerät eines Weidelefanten dort zu sehen aber auch über die Entstehung der Braunkohle.

00:52:46: Was ist das eigentlich, dass das Pflanzenmaterial ist?

00:52:48: Das wissen ja die meisten nicht – auch die Schülerinnen, die zu uns kommen!

00:52:52: Aber auch über Technikgeschichte des XX Jahrhunderts und auch Einblicke gewonnen in die Möglichkeit kulturell Zukunft zu initiieren und zu gestalten.

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