X-059: Industriekultur als Identitätsanker, mit Anja Nixdorf-Munkwitz {LVR geSCHICHTEN}
Shownotes
Dies ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt geSCHICHTEN Rheinisches Revier
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Die Episoden werden thematisch und nicht nach Erscheinungsdatum nummeriert. Für einen chronologischen Durchgang zur europäischen Geschichte sollten die Episoden nach Namen sortiert werden. Unten in den Shownotes findet ihr die Liste der einzelnen Kategorien!
schwarze0fm hatte als Hobbyprojekt begonnen - inzwischen habe ich aber durch Auftragsproduktionen und Crowdfunding die Möglichkeit gewonnen, mehr und bessere Folgen für Geschichte Europas zu produzieren. Das Prinzip "schwarze Null" bleibt - die Einnahmen werden verwendet, für mich Rahmenbedingungen zu schaffen, den Podcast zu betreiben und weiterzuentwickeln. In dieser Folge habe ich das ausführlich erklärt.
This episode of "Geschichte Europas" by schwarze0fm (Tobias Jakobi) first published 2026-05-28.
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• Z = Meta/ Podcast
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00:00:00: diese komplette Entwertung von Tätigkeit, von Arbeitsbiografie bis hin zu dieser persönlichen Präkarisierung die damit einhergehen.
00:00:10: Das ist ein Schockerlebnis gewesen und das betraf in diesem Fall eben nicht nur die Braunkohle sondern es betraf den Maschinenbau dem Fahrzeugbau wie Feinmechanik.
00:00:20: Es gab fast keine Branche die nicht extremst Arbeitskötze verloren hat und die auch ein Stück weit als negativ überschrieben wurde als rückständig, als veraltet und nicht erhaltenswert.
00:00:33: Daraus lässt sich erklären dass in Ostdeutschland einfach eine große Menge von theoretisch-technischen Denkmalen auch abgerissen worden ist.
00:00:41: Einfach weil die Menge der Aufgaben für Denkmalflege-, Nachnutzung oder Unterzugs überhaupt nicht zu bewältigen ist und die gesellschaftlichen Fragen andere waren in den neunzigern Jahren.
00:01:27: Diese Folge von Geschichte Europas ist eine Auftragsproduktion für das LVR-Projekt Geschichten Reinches Revier.
00:01:34: Heute bespreche ich mit Anja Nixdorf Munkwitz, welche Bedeutung Industriekultur für individuelle regionale und gesellschaftliche Identitäten hat.
00:01:44: Frau Nixzdorf wird darstellen, warum auch Arbeitskultur, Wissen über Arbeit, Rituale und Traditionen Teil der Industrie.
00:01:53: Kultur sind und wird ja Herausforderungen insbesondere in Ostdeutschland nach der Wende beim Erhalt dieser immaterielle Industriekultur bewältigt werden musste.
00:02:04: Denn, auch das wird im Gespräch herauskommen – dass Wissen über Industrie-Kultur ist ein wichtiger Teil der Demokratiebildung und der Resilienz gegen Populismus in der gesamten Gesellschaft!
00:02:15: Wie das miteinander zusammenhängt, wird unsere Expertin in diesem spannenden Gespräch schildern.
00:02:20: In den Show-Notes der Folge findet ihr Kontaktmöglichkeiten für Fragen, Feedback und Kommentare sowie Wege wie ihr mich um diesen Podcast unterstützen könnt.
00:02:29: Etwa durch Spenden via PayPal und Ko-Fi oder durch regelmäßige Beiträge, was da die und Kofi.
00:02:35: In den show-notes gibt es auch eine Liste ehemalig für künfte Folgen, die stets aktuell gehalten wird.
00:02:41: alles rund zum Thema Industriekultur, was ich bisher veröffentlicht habe, findet ihr dort.
00:02:46: Als neuer Gast stellt vor Nixdorf Muntwitz sich jetzt selbst vor Und dann steigen wir inhaltlich ein.
00:02:52: Ich wünsche euch viele neue Erkenntnisse mit dieser Aufnahme aus dem Januar, zwei tausend sechsundzwanzig!
00:03:00: Mein Name ist Anja Nixthoth-Monquitz.
00:03:01: ich bin in Sachsen tätig und Industriekultur beschäftigt mich schon sehr lange.
00:03:07: Ich bin ursprünglich aus dem Bereich Kulturmanagement und Kulturökonomie gekommen und habe nicht bereits während meines Studiums mit Fragestellungen rings um Erhaltung und Nutzung beschäftigt.
00:03:20: Ich bin dann zum Thema Schutz europäischen Kulturerbes gewechselt in meinem Masterstudiengang und habe mich da noch mal vertieft eingearbeitet.
00:03:29: Später bin ich dann tatsächlich sehr konzentriert, in den Bundesländern Sachsen- und Brandenburg tätig geworden.
00:03:36: In Brandenburg habe ich bei der internationalen Bauausstellung Überfürst Pücklerland das Thema Landschaftsumbau, Landschaftsausbau, Industriekultur und Transformation live begleiten können und bin dann zu einem eigenen Projekt gewechselt, der Aufbauorganisation für das Kraftwerk des Feldes eine Idee aus einer zivilgesellschaftlichen ehrenamtlichen Arbeit heraus, die er in Verein geleistet hat Trägerstrukturen zu entwickeln.
00:04:05: Und es war ein hochspannendes Feld weil es mit allen Arbeitsbereichen, die Industriekultur so zu bieten hat unmittelbar im Tagesgeschäft zu tun hatte.
00:04:14: Jetzt beschäftige ich mich mit dem Themenbereich Strukturwandel der sächsischen Lausitz, sowohl hauptberuflich als auch ehrenamtlich.
00:04:22: Das ist insofern Industriekultur pur weil es damit zu tun hat woher wir kommen, wo wir aktuell stehen und was frühere Transformationsprozesse für die heutigen und künftigen Transformations Prozesse bedeuten.
00:04:37: Ich darf im Landesverband Industriekultur Sachsen im Vorstand mithirken und den als Vorsitzenden des Vorstandes organisieren.
00:04:45: Das ist sehr anspruchsvoll, weil wir als Bearingspartner sächsischer Politik- und zivilgesellschaftlicher Akteure Vermittlungsarbeit zwischen Basis-, Verwaltung-, Politik leisten.
00:04:57: und da bundesweit das Thema Industrie-Kultur eine große Dynamik erfährt freue ich mich, im Vorstand des Bundesverbandes seit vergangenen Jahren mitarbeiten zu können und dort ein Stück weit die Perspektive, wenn wir es Industriekultur Ost mit Kolleginnen und Kollegen zusammen zu vertreten.
00:05:15: Es ist sehr vielfältig, sehr interessant und vor allem das ist ein Feld in dem man Menschen kennenlernt, die ganz unterschiedliche fachliche Hintergründe mitbringen.
00:05:24: Das ist im wahrsten Sinne des Wortes interdisziplinäres Arbeiten.
00:05:28: Viele dieser Aspekte, die sie jetzt schon in ihrer Vorstellung angesprochen haben werden wir nachher noch einmal vertiefen und wir fangen vorne an mit dem was auch im Titel steht der Industriekultur.
00:05:38: Und da würde ich Sie bitten zu erklären, was Sie genau mit Industrie-Kultur meinen weil das war Ihnen im Vorgespräch ja ganz wichtig.
00:05:44: Industrie Kulturen sind nicht nur irgendwelche Fabrikhallen, die irgendwo rumstehen.
00:05:49: Industri-Kultur ist ein Arbeitsbegriff bei dem man sofort in die Diskussion einsteigt weil es zwar fachliche Definitionen gibt, aber auch unglaublich viele persönliche Interpretation und Schwerpunktsetzung.
00:06:02: Wenn man sich anschaut seit wann Industrie-, industrielle Prozesse, Gesellschaft übrigen kann man davon ausgehen das bauliche Infrastruktur, das Versorgungsinfrastruktur, dass Wohnbauten, das aber auch kulturelle Prozess und Verständnis von Arbeit und Gesellschaft... seit den neunzehnten Jahrhundert quasi eine Dynamik entfaltet haben, die uns heute in fast allen Lebensbereichen berührt.
00:06:28: Bei so interdisziplinären Arbeitsfeld ist es interessant Grenzen aufzuzeigen weil die braucht man um sich mit der Methodik dann auch wissenschaftlich und praktisch gut beschäftigen zu können.
00:06:39: Die interdiszieplinäre Arbeit, finde ich lässt sich immer ganz gut ein, sagen wir mal vier Phasenmodell erklären.
00:06:45: Wir haben ein bauliches Erbe, mit dem wir umgehen.
00:06:49: Das heißt das geht um Denkmale es geht um Bausubstanz.
00:06:53: Das kann aber von den kleinen umgenutzten ursprünglichen Ungebünderhaus das eine Schmiede und dann später eine Werkstatt beinhaltet bis zu der klassischen großen Fabrikhalle zum geschlossenen Industrieareal mit ganz weite Spanne umfassen.
00:07:09: Und es beinhaltet auch Baueten, die wir nicht unbedingt typisch identifizieren.
00:07:15: Wenn es zum Beispiel um Infrastruktureinheiten, um Bahnanlagen und Versorgungsstrukturen geht.
00:07:20: Da sind ganz große Wirkungszusammenhänge in der baulichen Welt zu sehen.
00:07:25: Wir haben innerhalb dieser Komponenten ganz viel materielles Erbe das als Exponatel versetzbar ist, mobiles kulturelles Erben.
00:07:36: Und das sind die Stücke, die wie oft in den Museen bewundern einzelne Maschinenkomponenten oder herausgelöste große Exponate, die für stellvertretend bestimmte technische Prozesse stehen.
00:07:49: Ob ich dort die integrierten Maschienen in einer Kraftwerksanlage betrachte?
00:07:55: Oder tatsächlich eine isolierte Dampfmaschine, die zur Illustration eines technischen Prozesses da ist?
00:08:01: Es sind aber nicht nur die großen Dinge.
00:08:02: das geht bis hin zu einer kleineren Ebene von Exponaten die ja unsere Alltagskultur prägen, Designobjekte, Funktionsobjekte.
00:08:11: Das ist für mich der große zweite Bereich, Sammlung und Exkonate.
00:08:15: Der dritte Bereich hat damit zu tun, wer steht für diese Prozesse?
00:08:20: Welche Arbeitsbiografien, welche Menschen verbergen sich hinter diesen ganzen Themen?
00:08:25: alles was den sozialwissenschaftlichen Bereich betrifft?
00:08:29: Personen, die in Fabriken gearbeitet haben, sich ehrenamtlich engagieren die Mitbildung und Prozessentwicklung darstellen können.
00:08:37: Da gibt es ganz, ganz viel was in den Bereich All History Zeitzeugen Arbeit mit dabei ist.
00:08:43: das halte ich für so wichtig weil die reine Vermittlung von technischen Daten und Fakten uns nicht mitnimmt auf die Reise was dies eigentlich bedeutet und heißt.
00:08:51: wir brauchen bis Schichten um zu übersetzen und zu verstehen Und zudem wird gerade an dem Thema Transformation und Brüche nur durch Biografien und das persönlich auseinandersetzen klar was das eigentlich konkret gesellschaftlich gestalten bedeutet.
00:09:07: Wir sind in dem Bereich auch bei solchen Fragestellungen wie Innovationspotenzial oder die Auseinandersetzung damit, wie Entdeckergeist und Ingenieurwissen nach vorn arbeitet –
00:09:19: d.h.,
00:09:19: es sind nicht nur retrospective Prozesse.
00:09:22: Ein Bereich der ein Stück weit vergessen wird gelegentlich wenn wir uns mit Industriekultur auseinandersetzen ist der gesamte Sektor des schriftlichen Kulturerbes.
00:09:33: Der ist deshalb so wichtig, weil das schriftliche Kulturgut für uns nach wie vor eine essentielle Wissensquelle für die Erforschung und Auseinandersetzung darstellt.
00:09:43: Archive- und Bibliotheken gehören zu unserem geistigen immateriellen materiellen Speicher in der Gesellschaft Und Industriekultur liefert da ganz wichtige Quellen.
00:09:54: Das geht von den Unterlagen über die Erschließungen Bodenschätzen von Werkbauvorkommen über die Planungsunterlagen zur Errichtung von baulichen Prozessen wie Fabriken oder Werksiedelungen.
00:10:08: Das geht aber eben bis hin dazu, wenn Pläne von Produktionsprozessen oder Entwurfzeichnungen von technischen Exponaten vorhanden sind.
00:10:18: denn?
00:10:18: Sind das unschätzbare Quellen bei denen man sehr genau überlegen muss was davon muss für die Zukunft erhalten werden?
00:10:25: in wo kann es stattfinden?
00:10:27: Zudem hat sich in den letzten Jahren auch herausgestellt, dass gerade die persönlichen Quellen, die schriftlich vorliegen von hoher Bedeutung sind.
00:10:36: Es gibt inzwischen eine sehr aktive Forschung, die sich im Bereich Industriekultur Ost mit den Brigadetagebüchern mit persönlichen Urkunden und Ähnliches auseinandersetzt.
00:10:47: Denn da stecken die Geschichten drin, die wir brauchen um gut erzählen zu können.
00:10:52: Mit diesen vier Sektoren ist bei Weitem nicht alles abgedeckt, aber sie lassen sich als Grundmuster nutzen um gut zu erzählen was Industriekultur sein kann womit wir uns auseinandersetzen und für den einzelnen Fall.
00:11:06: Für das Projekt, für unser Vorhaben mit dem wir uns gerade beschäftigen gibt es dann jeweils den Anker um zu überlegen in welchem Bereich bewegen wir uns auch gerade?
00:11:15: Und wer ist für uns Ansprechpartner?
00:11:18: Es ist ja wichtig zu wissen sind die Fachkollegen aus den Museen gerade für uns wesentliche Partner, um zu besprechen wie wir Herausforderungen lösen?
00:11:26: oder die Musiologen.
00:11:28: Vielleicht in dem Fall nicht sondern die Archivare und Pympliotikare?
00:11:31: oder wenden wir uns an Forschungseinrichtungen der Denkmalschutz- und andere institutionalisierte Strukturen sind uns genauso wichtig?
00:11:39: das ist so.
00:11:40: das Feld in denen wir uns inhaltlich beschäftigen Vergangenheit gegenüber Zukunft ist ein Dreiklang, der für uns genauso wichtig ist immer vor Augen zu behalten.
00:11:50: Dass es auch eine Entwicklungslinie gibt von den Phasen der Industrialisierung und der gesellschaftlichen Transformation für das jeweils steht.
00:12:01: Für die Fragen wo wir uns heute befinden in Fragestellung zum Beispiel von Akzeptanz Technikakzeptanz ganz ganz wichtiger Kot für die Industriekultur heute zu sagen warum werden Werkstoffe, Prozesse oder Funktionen in einer Gesellschaft angenommen?
00:12:18: Oder nicht.
00:12:18: Das hat viel damit zu tun woher gekommen, warum bestimmte Dinge gut- oder schlecht kommuniziert werden.
00:12:25: und das ist ein nach vorn gerichteter Prozess weil Industriekultur immer danach gefragt hat wie Dinge besser gehen oder wie man für neue Herausforderungen auch neue Lösungen findet.
00:12:36: deswegen sind Fragestellung, Windbildung, Ingenieurtechnische Bildung, Erfindergeist entdecken, das ist genauso Industriekultur wo wir aber andere Zielgruppen adressieren.
00:12:48: Wo wir natürlich auch andere Instrumente und andere Erzählungen brauchen.
00:12:52: Vier Sektor drei Zeitebenen.
00:12:54: es gibt wenig womit sich Industrie-Kultur nicht auseinandersetzt und es gibt immer die Herausforderung für den richtigen Moment und des richtige Vorhaben auch die passenden Instrumenter auszuwählen.
00:13:06: Das heißt, Sie schauen bei dem ganzen Thema Industriekultur also das was uns aus der Geschichte von der Industrie geblieben ist sehr auf die Gegenwahrtsbedeutung und auch die Zukunfts-Bedeutung.
00:13:17: Kultur ist immer vor die Herausforderungen gestellt sich damit auseinanderzusetzen wo es die Gesamtgesellschaftliche Ranne Wanz und welche Antworten generieren wir mit kultureller Tätigkeit für das wo wir gerade stehend?
00:13:33: Wir müssen nicht immer auf die absolute Aktualität schauen, im Sinne von nur das was jetzt gerade nachgefragt wird.
00:13:40: dürfen wir überhaupt behandeln.
00:13:42: Können wir überhaupt behandelnd?
00:13:44: Und wir müssen wissen speichern um damit langfristig arbeiten zu können.
00:13:48: Es ist uns aber wichtig immer eine solche Prüffrage zu stellen.
00:13:52: da steht die Industriekultur genau für den gleichen Herausforderung wie andere Kulturbereiche wenn wir an Theater und Musik denken.
00:14:01: es ist immer die Frage Was ist der Gegenstand und was ist die Auseinandersetzung, was ist das Ergebnis?
00:14:08: Wenn wir zum Beispiel über gesellschaftliche Fragestellungen nachdenken, über Machtstrukturen arbeiten, dann ist es eine klassische Herausforderung des Theaters, klassische Texte und historische Interpretationen neu zu adaptieren.
00:14:22: Und bei der Industriekultur geht es häufig um Fragestellen, Definition von Arbeit.
00:14:28: Welche gesellschaftliche Ressource ist das?
00:14:31: Was hat es für uns heute zu sagen und wo kommen wir her.
00:14:35: Ich glaube, dass ergibt sich ein Stück weit.
00:14:37: immer logisch, dass wir nach den Heute fragen.
00:14:40: Und trotzdem brauchen wir wenn wir musial arbeiten Wenn wir denkmalpflegerisch arbeiten Den klaren Bewusstseinshorizont Dass es darum geht auch Zeit verstreichen lassen zu können.
00:14:52: Nicht jedes Objekt, dass Wir heute noch haben oder dass wir vor zwanzig Jahren als Denkmal klassifiziert hatten, konnte sofort in Niedernutzung oder in Umnutzung gebracht werden.
00:15:04: Es braucht doch immer einen Moment der Geduld und des Aushandels wie man mit solchen Erbe umgeht.
00:15:10: Denkmale sind insofern ein ganz gutes Beispiel weil oft eben neue Nutzungen länger brauchen um etabliert zu werden.
00:15:18: und bei der Museumswelt ist es vergleichbar.
00:15:22: Man spricht häufig von dem Abstand von zwanzig bis dreißig Jahren, diesem Generationen-Gab den man braucht um nicht mehr so nah dran zu sein dass man die Dinge instinktiv quasi zurückweist oder ablegt.
00:15:35: Oder sie sind noch nicht relevant genug sondern oft nach zwanzich dreißzig Jahren kommt der Blick und dann befragen wir Dinge und Prozesse wieder neu Dann werden Sie neu interpretiert Und dafür müssen wir natürlich das Erbe erst mal behalten wenn wir auf zu viel verzichten.
00:15:51: Wenn wir die Quellen nicht mehr zur Verfügung haben, dann verschließen wir uns für die Zukunft viele Wege und da ist durchaus ein bewahrender
00:15:58: Gedanke.".
00:16:00: Jetzt stehen ja Sie-und der Landesverband Industriekultur Sachsen vor der Herausforderung oder auch der Chance das ja die Industrie-, Kultur- und Industriegeschichte in Ostdeutschland ein anderes als in Westdeutschen Land eben aus der Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung.
00:16:17: Können sie da diese dieses Spannungsfeld einmal darstellen.
00:16:22: Industriekultur ist schon ein bisschen das Einfallstor in die Diskussion, gibt es eigentlich eine Ost-West-Industriekultur?
00:16:30: Tatsächlich beginnen wir mit der Diskussion von Worthing oft dass es in Ostdeutschland in den Zeiten der DDR durchaus eine Erhaltung von baulichen Erbe oder von Ausstellungen gegeben hat.
00:16:44: dort waren die Arbeitsbegriffe eher Industriearchäologie.
00:16:48: Das war einfach eine gewisse andere Betrachtungsweise, wie man damit umgegangen ist.
00:16:54: Und es gab tatsächlich eine sehr starke Verankerung von beispielsweise denkmalpflegerischer Tätigkeit in der Breite der Gesellschaft weil es sehr viele ehrenamtliche Denkmalpflege gab die sich mit diesen Fragestellungen auseinandergesetzt haben.
00:17:09: Wir haben in Westdeutschland eine Transformationsgeschichte gesehen zum Beispiel an den Thema Steinkohleausstieg einen gewissenzeitigen Vorlauf gebracht hat, damit man sich gesamtgesellschaftlich mit dieser Fragestellung auseinandersetzig handt.
00:17:25: Damit auch tatsächlich Kontroversen in Museen abgebildet werden können, damit Industriekultur quasi als Veränderungsprozess wahrgenommen werden
00:17:35: kann.".
00:17:36: Wir vergleichen diesen Ausstieg aus der Steinkohle und seiner Repräsentation in Museen und in der Industriekultur insgesamt mit dem Ausstieck aus der Braunkohle in Ostdeutschland.
00:17:47: Insbesondere mit den Hoch der Neunzigerjahre zeigt sich, dass eine unglaubliche Unterschiedlichkeit in der Dynamik vorliebt.
00:17:55: Man kann eigentlich sagen zwanzig Jahre versus zwanzich Monate.
00:17:58: Die Situation in Ostdeutschland lässt sich eher mit den Transformationserfahrungen aus europäischer Länder vergleichen.
00:18:04: Insofern, das ist eine harte Deindustrialisierung gab die ab einem bestimmten Punkt nahezu alle Branchen nahezufläschendeckend in einer Größenordnung getroffen hat, die es in Westdeutsche Land so in keiner Form vorher gab.
00:18:22: Und das heißt auch, dass die Auseinandersetzung mit der Industriekultur, die es zu DDR-Zeiten gab wie abgerissen ist.
00:18:28: Dass es in den Neunzigerjahrens Tendenzen von Aufnahme in Museen gab, dass es auch Prozesse der Selbsthistorisierung gab, die wirklich zu professionellen Museen geführt haben – das ist aber der absolute Ausnahmefall!
00:18:42: Es gab eher diesen Moment, daß die Industrie als schmutzig, rückständig, defizitär kommuniziert und auch wahrgenommen worden ist, sodass der Wegfall dieser Industrie eher wie eine Befreiung von gesellschaftlichen Schichten dann wahrgenommen wurde.
00:19:01: Wohingegen viele Mitarbeiter aus Betrieben das natürlich anders wahrgenommen haben?
00:19:06: Sie konnten da sehr gut differenzieren zwischen dem was wirklich die technische Überalterung und des Problems an sich war aber diese komplette Entwertung von Tätigkeit Arbeitsbiografie bis hin zu dieser persönlichen Präkarisierung, die damit einhergehen.
00:19:23: Das ist ein Schockerlebnis gewesen und das betraf in diesem Fall eben nicht nur die Braunkohle sondern es betraf den Maschinenbau, dem Fahrzeugbau wie Feinmechanik.
00:19:32: Es gab fast keine Branche, die nicht extremst Arbeitskette verloren hat und die auch ein Stück weit als negativ überschrieben wurde – als rückständig, als veraltet, als nicht erhaltenswert.
00:19:45: Daraus lässt sich erklären, dass in Ostdeutschland einfach eine große Menge von theoretisch-technischen Denkmalen auch abgerissen worden ist.
00:19:54: Einfach weil die Menge der Aufgaben für Denkmalflege-, für Nachnutzung-, für Unlutzung überhaupt nicht zu bewältigen ist und die gesellschaftlichen Fragen andere waren in den neunzigern Jahren Beschäftigung generieren Wohlstand generieren Sich als falsch wahrgenommen Wirtschaftsentwicklung zu distanzieren.
00:20:16: in den Vereinen, die sich gegründet haben.
00:20:19: In den neunzigern Jahren gab es eine ganz große Widerstandskraft.
00:20:23: Die punktuelle Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeitsbiografie hat sich sehr häufig an den Verbrickungen und Kraftwerken an den einzelnen Standorten festgemacht, wo es darum ging, zu erhalten was Erhaltenswert oder Erhaltungsmögliche war also Unterschutzstellung zu erreichen Sammlung aufzubauen mit Menschen aus der eigenen Region, aus der eigenem Branche in Kontakt zu bleiben und da haben sich ganz wertvolle Wissensressourcen gebildet die es heute teilweise noch gibt.
00:20:52: Viele von diesen Vereinen Ehrenamtmorinien etabliert und konnten in den neunziger Jahren ihre Tätigkeit über das Erdenamt hinaus über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Arbeitsmarktpolitische Instrumente unterstützen sind aber nach und nach mit den Herausforderungen konfrontiert worden dass es sehr schwer ist, aus einer ehrenamtlichen Arbeit in eine professionelle Museumstruktur zu kommen.
00:21:15: Die fachlichen Anforderungen sind andere vor allem aber die Möglichkeiten finanzielle Förderung für Museumsarbeit zu bekommen haben sich als begrenzt gezeigt.
00:21:25: und da kann man beobachten das diese Entwicklung in Ostdeutschland ganz anders verlaufen ist als in West-Deutschlands in der gleichen Zeit.
00:21:35: Es gab in West Deutschland Institutionalisierung, Musikalisierung und Professionalisierung.
00:21:41: Das Erdenamt spielte auch da eine Rolle, Zeitzeugenarbeit aber nicht so als tragende Säule wie es in Ostdeutschland der Fall ist.
00:21:48: Und in Ost Deutschland hat sich die Museumswelt auch nicht so großflächig diesen Exponatbeständen annehmen können.
00:21:57: Aktuell bedeutet das dass wir uns einfach aus der Situation der Erdenamtszene in einer neuen Welt wiederfinden, um nach thirty-fünf Jahren.
00:22:07: Frühere Mitarbeiter der Betriebe das jetzt nicht mehr werden weiter führen können und es auch häufig nicht gelungen ist in den Vereinen die eine sehr spezifisch gesellschaftliche Situation abgebundet haben einfach neue Mittel dazu generieren.
00:22:22: teilweise hat es diesen Transformationsprozess gegeben Teilweise hat es denen so nicht gegeben.
00:22:28: Für uns als professionelle Akteure der Industriekultur bedeutet das, dass wir jetzt vor der Herausforderung stehen, dass sich Vereine einzelforschende Initiativen an uns wenden.
00:22:39: Die nutzen Denkmale die haben Sandungsbestände erhalten und gepflegt es gibt teilweise schriftliches Kulturgut und da stehen auch Menschen mit ihrem persönlichen Erzählung vor uns.
00:22:51: Wir brauchen Instrumente wie wir mit der Situation umgehen, dass diese Vereine Teilweise in ihrer Arbeitsfähigkeit jetzt Eindrüssen aufgrund der Altersstruktur.
00:23:01: Ich persönlich sehe, dass als eine der wichtigsten Herausforderungen der Basisarbeit in den ostdeutschen Flächen dann im Moment sich damit auseinanderzusetzen wie identifizieren wir das Erhaltniswerte und wie klassifizierend wir die Erhaltung aussehen kann?
00:23:20: Wie erlauben wir uns auch einen gesteuerten Verzicht?
00:23:24: Auch das ist eine heikle, aber zu diskutierende Frage.
00:23:28: Ich bin einmal in die Situation gekommen als Vereinsvorsitzender und dann später als Vereinheitsgebiete da liegt die Datoren ein solchen Prozess komplett durchspielen zu müssen.
00:23:38: Das heißt von der ursprünglichen Planung der Errichtung eines Museums durch dort höhere Gewalt im Naturkatastrophen.
00:23:44: Aber eben wirklich vor die Situation gestellt so sein – das geht nicht!
00:23:48: Der Plan A wird nicht funktionieren, wir brauchen einen Plan B. Und in dieser Situation habe ich festgestellt dass es diesen Plan D eigentlich nicht gibt.
00:23:59: die Akteure müssen sich selbstständig mit Museologen und Archivaren in Verbindung setzen.
00:24:06: man muss für die einzelnen Problemstellungen Lösungen finden oder man findet sie nicht.
00:24:11: Ich finde das könnte für uns alle wichtig sein sich dem anzunehmen Wege zu beschreiben, wie man die Herausforderung löst.
00:24:19: Im Sinne von, wie dokumentiert man?
00:24:22: Wie transduziert man Objekte?
00:24:24: Wo geht man auch hin und sagt das ist verzichtbar!
00:24:27: Das können wir auf Dauer nicht erhalten.
00:24:30: Mir ist es deshalb wichtig weil ich glaube dass hat auch etwas mit dem Thema Demokratie Arbeit zu tun.
00:24:35: Das mag erstmal etwas hochgestochen klungen aber wir haben viele Bereiche wo Menschen diese Brüche der neunziger Jahre in ihrer eigenen Biografie schwer haben überwinden können.
00:24:48: Das ist auch nicht mit diesen Menschen beendet, es gibt diese Transformationsbrucherzählung in den Familien, das heißt da gibt es ein ganz großes Prostrationspotenzial, da gibt's auch viel gesellschaftliches Misstrauen.
00:25:01: und ich halte es für wichtig dass wir mit Menschen jetzt in Kontakt kommen und ins Gespräch kommen nicht um ihnen zu sagen, das ist alles nicht rettbar, das geht nicht sondern zu sagen, wir verstehen die Herausforderung.
00:25:13: Es wird nicht alles funktionieren aber lasst uns bitte gemeinsam herausfinden was trotzdem geht und ich merke dass wir da teilweise Zielgruppen erreichen das wir Menschen ansprechen können für klassische Kulturarbeit gar nicht mehr so leicht zu adressieren sind und dass wir zum Beispiel jetzt dadurch dass wir diese Fragestellungen ihre Wurzeln in den neunziger Jahren haben oder auch in der Mangelwirtschaft davor Lernen über die aktuelle Transformation, den Strukturwand und den Ausstieg aus der Kohle.
00:25:47: Die Bestrebungen der Klimaneutralität, dass wir plötzlich wieder ins Gespräch auch über Aktuennes kommen weil wir verstehen das alles Wurzeln hat.
00:25:56: Das halte ich also wirklich für eine Herausforderung bei der ich bei weitem nicht die perfekten Lösungen habe.
00:26:02: Ich würde mich aber mit dem Landesverband würde es auch gerne insgesamt als Bestrebung der Industriekultur auf unser Tablet setzen, dass wir uns damit auseinandersetzen wie wir materielles und immaterielles Erbe der Industrikultur in dieser jetzigen Phase mit dem bewussten Umgang mit dem zeitlichen Druck gut bearbeiten.
00:26:24: Sie haben eben von dieser Vereinstliquidation gesprochen.
00:26:26: Können sie da als Beispiel das nochmal etwas genauer darstellen?
00:26:29: Weil es ist ja schon interessant zu sehen, dass es ja auch Fälle gibt wo die Industriekultur nicht bewahrt werden konnte.
00:26:36: Die Bearbeitung ist schwierig weil das natürlich Fragestellungen sind, die meistens auf eine sehr unschöne Art ablaufen oder die gar nicht professionalisiert werden.
00:26:49: Ich bin in die Situation gekommen, das einmal durchzuexerzieren.
00:26:53: Weil die ursprüngliche Planung aus dem Altstandort Kraftwerk Kischelder einen professionellen Museumsbetrieb zu errichten sehr weit gedienbar.
00:27:01: gemeinsam mit den Fördervereinen und verschiedenen Akteuren ist es gelungen dort eine Trägerstruktur als Stiftung zu etablieren.
00:27:08: Es gab eine Planung für die Sanierung, es gab eine planung für Die Ausstellung.
00:27:13: also man war schon sehr weit gekommen Auf diesem Level, dass man miteinander in dem ausgezeichneten Gespräch war, setzte durch externe Faktoren.
00:27:23: Bei uns war das einfach ein massives Hochwasser.
00:27:25: der Lausitzer Neiße eine komplette Neubewertung ein.
00:27:29: Das heißt wir hatten im Jahr two-tause neun erfolgreich die Gründung einer Stiftung durchgeführt mit den Vereinen und haben uns mit den Zukunftsplanungen auseinandergesetzt.
00:27:38: Im Jahr zwei tausendzehn ereignete sich dieses extremen Hochwasser In der ersten Phase.
00:27:44: danach gingen wir davon aus, dass die Probleme löstbar sind.
00:27:48: Wir mussten dann allerdings feststellen das vor allem die neue Bewertung dieser Fläche an der Lausitzer Neiße selber dazu führt, dass der Denkmalstatus uns wenig geholfen hat weil es ist zwar ein Denkmal aber es ist eine Immobilie die einen ganz hohen Investitionsbedarf hat.
00:28:07: und wenn es dort den faktischen Fördermitteln ausschluss gibt weil jetzt als Hochwasserfläche eingewertet wird dann dreht man sich eine gewisse Zeit im Kreisumstellt fest, es gibt leider Orte an denen bestimmte Entwicklungen abrupt gestoppt werden durch Faktoren die durch niemanden zu beeinflussen sind und die vorher auch nicht absehbar waren.
00:28:28: In der Situation hat der Verein wirklich einen Schock erlebt muss ich sagen.
00:28:32: das ist ein Verein gewesen der sich aus den früheren Mitarbeitern dieses Kraftwerks zusammengesetzt hat die quasi für sich ja das Gefühl hatten, wir sind über diese magische Stelle gekommen.
00:28:43: Wir wissen dass es jetzt im Museumsbetrieb geben wird und dann standen wir vor der Fragestellung alle miteinander wie gehen wir mit der Situation um?
00:28:52: Eine Variante wäre gewesen einfach zu sagen, wir können nichts tun und das ganze Verfahren sich selber zu überlassen.
00:29:01: ich bin dagegen sich vor solchen heiklen Frageställungen zu drücken Und hat mich durch Recherche und in den sieben Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen versucht, jeder Baustelle anzumehren.
00:29:12: Das heißt ich habe mich damit auseinandergesetzt wie das Denkmal als Baukörper dokumentiert werden kann.
00:29:19: Wir haben ein Prozess aufgebaut step by step.
00:29:21: wir sind erst mit Fotodokumentationen Mit einem Projekt mit der Universität aus Freiberg herangegangen wo wir es wirklich nach dem Maßgaben des Landesamtes für Denkmalklege erstmal aufgenommen haben Fotografische Standards etabliert, weil die Dokumentation der großen Turbo-Sätze zum Beispiel mit verzerrungsfreier Fotografie so gar noch nicht dabei war.
00:29:45: Hier sind dann zur Digitalisierung übergegangen und haben einen Rundgang, einen virtuellen Rundgang entwickelt.
00:29:51: das ist heute Standard.
00:29:53: Das war im Jahr zwei Tausend Zehnen ein völlig neues Instrument mit dem man sich erst mal auseinandersetzen musste.
00:29:58: parallel lief Die Erschließung der dort vorgefundenen Altunterlagen, wir haben einen Archivark qualifiziert und eingestellt.
00:30:06: Haben daraus ein Bestand entwickelt, der dann wirklich zum Archiv geworden ist in dem man Fintmittel angelegt hat.
00:30:13: Wir haben Partner gefunden die diesen Bestand in der Region übernehmen das Kreisarchiv mit den Eigentümer dieser Unterlagen, den Energieunternehmen, denen der Standort gehörte da entsprechende vertraglich vereinbaren geschlossen.
00:30:26: Und hier sind an die Baustelle der Sammlungsküte herangegangen.
00:30:30: Und das ist etwas, was das Herzstück der Vereinsarbeit berührt in der Industriekultur.
00:30:35: Vereine lieben ihre Exponate und das muss man wirklich als so emotionalen Ausdruck anbringen.
00:30:42: Ein Kollege sagte einmal ich kann nicht mit irgendjemandem reden und jetzt einfach so ein Interview mit einem Wissenschaftler führen.
00:30:49: Ich muss an meiner Maschine stehen um zu sprechen.
00:30:52: Das ist ein Satz, der im Gedächtnis geblieben ist.
00:30:55: Das heißt, wir hatten Menschen vor uns die jetzt in ihren früheren Betrieb teilweise persönlich eine Rückabwickeln mussten.
00:31:03: Die dort auch Abbrucharbeiten gemacht haben in den Gebäuden wo sie jetzt zwanzig Jahre lang gearbeitet hatten und die eine Vereinsarbeit mit Museumscharakter aufgebaut hatten, wo jedes Exponat durch sie persönlich aufgewehrtet, gepflegt und entwickelt worden ist.
00:31:20: Was macht man mit der Herausforderung dieser Sammlung?
00:31:24: Emotionen akzeptieren aber feststellen, dass emotionen eben keine Fakten sind.
00:31:29: Wir haben uns der Fragestellung genährt ob diese Sammlung denn eine sammlung ist klingt nach Haarspalterei es aber wirklich faktisch extrem wichtig.
00:31:37: handelt sich um einen geschlossenen sammlungsbestand?
00:31:40: ist bekannt gegen das Eigentum an diesen Exponaten wirklich gehört?
00:31:44: wie sehen sie historisch zusammengestellt?
00:31:47: Das heißt gibt es Exponatgruppen die eigene Sammlungsgruppe darstellen?
00:31:51: also all das haben wir uns mal vorgenommen Und dann haben wir überlegt und mit Fachkollegen geschaut, wie kann man damit umgehen, dass sie nicht an diesem Ort erhalten bleiben?
00:32:02: Kann man sich komplett an einen anderen Museumsstandort transluzieren wenn es nicht der Fall ist.
00:32:08: Wie kann man Exponat gucken sinnvoll definieren?
00:32:11: Wem kann man die anbieten?
00:32:13: Das geht hin bis zur kulturgüterrechtlichen Frage, steuerrechtliche Frage.
00:32:16: Wem gehören die Dinge?
00:32:18: Welchen Wert können Sie übergeben werden?
00:32:21: Ich bin in dieser Herausforderungssituation auf eine Sache sehr stolz, dass es mir gelungen ist damals mit dem Vorstand des Fördervereins durch zwei harte Jahre zu gehen.
00:32:32: Dass ich verstehe das der Ort nicht mehr funktioniert heißt noch nicht, dass sich's im Herzen akzeptieren kann.
00:32:37: Das heißt wir haben tausendmal die gleichen Diskussion geführt auch sehr harte Diskussionen weil ein Rückzugsreflex da war.
00:32:46: jetzt muss jemand und ihr seid ohne diesen Unmut wirklich adressieren zu können Und es ist genommen mit dem Vorstand des Vereins die Vergabe der Exponate immer einständig durchzusprechen.
00:33:01: Industriemuseum Chemnitz, lokale Vereine auch mal Firmen, die ihre Geschichte in Kraftwerk begründet haben – wer kann der beste Schützer welches Exponates sein?
00:33:12: und wie geht man mit den anderen nicht verwertbaren Exponaten um?
00:33:16: Diese Diskussionen sind extrem Nervenraumen Wahnsinnig persönlich, aber es zeigt wenn man sich dem aussetzt.
00:33:24: Wenn man das wirklich miteinander auf Augenhöhe und mit Wertschätzung kommuniziert dann sind selbst in solchen schwierigen Situationen Lösungen möglich.
00:33:33: da wir nicht genau wissen wie der ganz langfristige verbleibte Exponate funktionieren kann.
00:33:40: auch andere Vereine im Museum stehen.
00:33:42: vor Herausforderung ist für uns diese Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes.
00:33:48: ein ganz wichtiger Anker gewesen.
00:33:50: Auch das war ein Learning-Für-Verein und Mitarbeitende der Stiftung herauszufinden, wem gehören schriftliche Güte?
00:33:58: nur weil ein Verein sie zwanzig Jahre Bewahrtheit heißt es rechtlich gesehen nicht dass Sie sich in seinem Eigentum befinden.
00:34:04: also da merkt man schon Spitzfindigkeiten ohne Ende.
00:34:07: Und am Ende ist es gelungen diese Sammlung ein Archiv zu integrieren, sodass es für Forschende zur Verfügung steht.
00:34:15: Es ist sogar gelungen mit dem Freistaat Sachsen zusammen einen Digitalisierungsprojekt durchzuführen, so dass diese Exponate, diese schriftlichen Exponaten dieser Quellen digitalisiert werden konnten und der Community kompletzer Recherche zur Verfügung stehen.
00:34:31: Man wird nie alle Aufgaben erledigen – das ist nie alles perfekt!
00:34:35: Ich habe unglaublich viel gelernt in diesem Prozess Manche Dinge anders anfangen oder vielleicht auch andere Entscheidungen treffen, aber es ist für mich eine Blaupause.
00:34:46: Es kann passieren dass man vor einer solchen Herausforderung steht und es kann passieren das man tatsächlich am Ende damit beschäftigt ist auch als Vereinsliquidator eine Geschichte eines ehrenamtlichen Vereins auch mal vernünftig und sauber zu ende zu führen.
00:35:01: die gemachten Erfahrungen würde ich gerne Aufbereiten und anderen zur Verfügung stellen, damit sie mit dem Wissen entscheiden können welchen Weg Sie selber gehen wollen.
00:35:12: Diesen Satz sehen Sie eben geschildert haben.
00:35:14: ich kann das nur erzählen wenn ich an meiner Maschine stehe.
00:35:17: Das spreche auch dafür und es ist ja auch ein Fokus von Industriekultur dass diese Identifizierung Mit Industrie und Arbeit und Lebensleistung auch sehr wichtig ist wenn man heute über die Vergangenheit nachdenkt weil was man früher geschafft hatten.
00:35:32: Auch da sind wir jetzt auch wieder beim Thema West-Ost, was Sie ja auch so ein bisschen gesagt haben und dann müssen wir schauen wie weit überhaupt das eine Kategorie ist in der man denken sollte.
00:35:41: Das ist ja schon irgendwo relevant zu schauen.
00:35:43: diese Industriekultur hängt ganz eng mit der Identität von ganz vielen Menschen zusammen weil sich Fragezeichen gerade in der DDR viele Menschen über die Arbeit mit identifiziert haben oder dass zumindest die ideologische Ausrichtung dahinter war.
00:35:58: Ich saube das Arbeit als gesellschaft strukturierender Prozess, als Sicherstellung des eigenen persönlichen Auskommens für ganz viele Menschen.
00:36:07: Die praktisch tätig waren immer ein ganz großer Identifikationsfaktor war.
00:36:13: Das hat zum Teil mit der Ostwestfrage zu tun weil es in der DDR durchaus eine Art von Klassifizierung und Keruisierung von Arbeitsprozessen gegeben hat.
00:36:24: Es ist aber im gesamtgesellschaftlicher Prozess der Industrialisierung und das Industriezeitalters, das lässt sich ein bisschen auch da dringend ausdrücken.
00:36:33: Solche Sätze, geflügelten Worte ich bin Kumpel wer es mehr?
00:36:37: Das gilt für Ost wie West, das gilt für Steinliebchen für Braunkohle.
00:36:42: Wir vergessen heute in unserer Prostindustrie Gesellschaft Fragezeichen.
00:36:47: sind wir wirklich in einer Prostindustriegesellschaft Gelegenlich dass diese gelebte Basis geradefür Menschen in praktischen Berufen immer mit großer Bedeutung hatte und heute auch zum Teil noch hat.
00:37:02: Wir merken in Diskussionen, die wir beim Thema Braunkohle-Ausstieg führen das da ganz viel Missverständnis oder Unverständnis ist gerade auch von politisch aktiven Menschen, die erwarten dass ihre Positionen geteilt werden und sich sehr stark verwundern, dass sie im Revier der Lausitz eben nicht geteiled werden dass dort durchaus eine positive Gegenüberstellung zum Bergbau stattfindet.
00:37:28: Da merkt man, dass das eben weit über die eigene persönliche oder familiäre Verbindung zum jeweiligen Betrieb oder zum weihlichen Industriesektor hinausgeht – Das hat wirklich etwas Gesellschaftsbildendes!
00:37:42: Es wird sehr interessant sein zu beobachten, wie sich das Thema Bergbau in Deutschland entwickelt.
00:37:48: Wenn es jetzt um die Erschließung neuer Ressourcen geht wenn Bergbau auch mit neuem Gesicht vielleicht in Regionen zurückkehrt?
00:37:54: Ich merke dass wir darüber wenn wir über Arbeit diskutieren ganz viel über uns selber lernen.
00:38:00: natürlich ist es auch so dass mir durch dieses Instrument der Industriekultur nochmal ganz anders mit der Fragestellung von Industrieerbe in der DDR und auch von Transformationsgeschichte der Liedervereinigung auseinander setzen.
00:38:15: Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass die Erzählung Wertschöpfung sein muss, um den Lebensstandard in Deutschland zu halten und es wird teilweise dadurch auch wieder diskutiert ob die Wertschätzung für industrielle Berufe gesellschaftlich jetzt so angemessen ist wie sie im Moment sich darstellt.
00:38:55: Ich glaube also deswegen sind wir mitten drin und gleichzeitig auch mitten in den Herausforderungen weil Industriarbeit auch bedeutet sie transformiert sich ständig.
00:39:04: das ist Gegenstand von Industrie.
00:39:06: Wie sind Prozesse effizienter zu gestalten?
00:39:09: Wie sind sie gesellschaftlich besser zu
00:39:11: koppeln?".
00:39:12: Es geht um ein globales Thema.
00:39:14: Wir vergessen oft, dass Industrie der Hotspot von Globalisierung immer war.
00:39:21: Wir kommen jetzt also auch zur Fragestellung wie Klimagerechtigkeit, Nord-Süd Ausgleich, postindustrielle und postkoloniale Diskurse... Man macht da nie den Deckel drauf bei der Industriekultur weil es Das ist ein Alltagsarbeitsgegenstand und damit spricht der Menschen auf einer unmittelbareren Ebene an als teilweise Hochkultur, die manchmal ein Stück weit von der Alltagskultur getrennt behandelt wird.
00:39:51: Was ich esse und wo ich mein Geld verdiene beschäftigt Menschen
00:39:56: existenziell.".
00:39:58: Und wo ich mein Geld verdiene und welche Form von Arbeit, um mir welchen Mehrwert gibt was sie für mich persönlich gesundheitlich strukturell bedeutet.
00:40:06: Das ist ein ganz wichtiges Thema und da werden wir glaube auch weiter neue Prozesse führen, neue Diskussionen und immer wieder mal die Frage zwischen Ost- und West diskutieren.
00:40:18: Für die Industriekultur als Fachdiskussion ist die Ost-West Fragestellung deswegen jetzt gerade aktuell und spannend weil dieser beschriebene Transformationsprozess von Generationenübergängen in Ostdeutschland eine Anthrodynamik und Schärfe hat, wenn dort viel Ehrenamt tragende Säule ist.
00:40:36: Es ist aber auch so dass im Westdeutschen Land mit dem Wegfall der Erlebnisse- und Zeitzeugengeneration sich auch die Frage gestellt werden muss was sind unsere Narrative?
00:40:45: Was sind unsere Bezugsgrößen über?
00:40:48: Was sprechen wir in welcher Form mit wem?
00:40:51: Und dadurch erlebe ich innerhalb unseres Bundesverbandes Industriekultur eine große Offenheit und neugierter aufeinander, wie man sich vor solchen Herausforderungen, die jeder ein Stück weit anders erlebt und anders händeln muss.
00:41:05: Wie wir uns da trotzdem gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können.
00:41:09: Bei dem Thema Graswurzel-Bewegung der Industriekultur kommen wir an das Thema Institutionalisierung ran.
00:41:17: Wir hatten ja kurz darüber gesprochen dass im Westdeutschland durchaus professionelle musziale Strukturen bestehen.
00:41:24: Das gilt nicht für alle Flächenländer, das gilt nicht for alle Brausen und wir denken dazu oft urgebietspezifisch und gehen davon aus dass es quasi einwiedigt ist.
00:41:34: Es ist nicht der Fall.
00:41:35: wie haben viele Netzwerke in anderen Regionen die hart darum ringen solche Wege gehen zu können so professionalisieren und zu musikalisieren?
00:41:44: Es ist aber tatsächlich im Ostdeutschland nochmal bisschen eine verschärfte Fragestellung.
00:41:51: Meine Idee, die ich gerne mit den Kollegen diskutieren wollen würde und wo auch diese Fragestellung Leitfaden gefährdetes Kultur gut hinzielt ist das wir uns anschauen.
00:42:03: Das Institutionalisierung dieser Phase jetzt vielleicht eher bedeutet gemeinsam dafür zu kämpfen dass Museen und bestehende Strukturen besser ausgestattet werden damit sie sich diesen Aufgabe Stellungen widmen können.
00:42:19: Ich bin immer ein bisschen skeptisch, wenn uns Akteure ansprechen und sagen sie kämpfen dafür das jetzt ein neues Museum gegründet wird.
00:42:27: im Sinne von.
00:42:27: wir möchten mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel versuchen eine eigene institutionelle Förderung und Museumsfinanzierung auch die Beine zu stellen.
00:42:37: Das ist kein berechtigter Wunsch.
00:42:39: Meistens ist der Kampf aber eher nicht so aussichtsreich.
00:42:44: Wir gehen davon aus dass es sehr viel sinnvoller sein kann für Museen, die sich zum Beispiel bestimmten Thematiken oder regionalen Kontexten widmen gemeinsam zu versuchen dort Kapazitäten zu generieren damit innerhalb dieser bestehenden Kulturstruktur das Thema der regionalen Industriekultur oder branchespezifischen Industrie-Kultur abgebildet werden kann.
00:43:08: So knapp würde ich sagen keine neuen Museen sondern bestehende Kulturstrukturen besser ausstatten integriert werden können.
00:43:19: Das ist eine Form von Institutionalisierung, das ist ein sehr schwieriger Weg weil auch das kein politischer Selbstläufer ist.
00:43:27: Ich schätze mich sehr glücklich im Landesverband Industriekultur Susanne Richter als Geschäftsführerin des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum und somit wichtige Netzwerkpartnerinnen mit dabei zu haben, weil wir immer klar machen Wir kämpfen nie gegeneinander Und immer suchen wir gemeinsam nach den besten Zielen.
00:43:47: Es gibt ja hier auch eine Podcast-Folge mit der Kollegin aus Klappenrode für das Thema Kohle im Revier der sächsischen Lausitz, beispielsweise ist es schon toll dass es diesen Ankerpunkt der energiefabrik Knappelbode geht die wiederum Mitglied des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum ist.
00:44:05: Aber wie wissen da diese wichtige Konstruktion des Zwecks Verbandes die Fläche des Landes und auch die Branche-Dichte nicht komplett abbildet.
00:44:16: Gemeinsam zu überlegen, kann man dort Wege gehen das zu optimieren?
00:44:20: Kann man dort vielleicht etwas Neueres mit hinbekommen?
00:44:24: Halt ich für sehr wichtig weil wir dann miteinander im Gespräch sind und miteinander Lösungen aufzeigen statt dass man versucht in den einzelnen Regionen über den jeweiligen Kulturer immer ein sehr spezifisch sächsisches Förderinstrument jeweils neue Museen zu etablieren.
00:44:41: Jetzt ist ja im April, twenty-fünfundzwanzig der Bundesverband Industriekultur gegründet worden.
00:44:48: Wie spielen Sie mit dir zusammen?
00:44:49: Welche Rolle spielt die sächsische Industrie-Kultur und der Landesverband Indistrikultur in Sachsen in diesem großen neuen Bundesverbannt?
00:44:58: Weil Industrie Kultur ein Thema ist das wirklich bundesweite Relevanz besitzt und ein internationales Thema ist war es uns immer wichtig dass wir dort auch eine entsprechende an Stimme haben, mit der wir uns gemeinsam Gehör verschaffen können.
00:45:15: In den Jahren XXIII und Vierundzwanzig gab es schon sehr intensive Abstimmung weil dort bestimmte Prozesse um die Themen des NSQ-Welderbists der Industriekultur mal aufgerufen worden sind Und aus diesen ersten Diskussionen klar wurde das ist ein Bottom up Thema statt nur auf die UNESCO-Weltarbe zu setzen, eher eine gemeinsame Stimme auf Bundesebene für die Industriekultur.
00:45:45: Wir haben da sehr intensive, gemeinsam mit Diskussionen geführt.
00:45:48: Das heißt es gab eine offene Community für diejenigen, die da mitwirken wollen – das war ein sehr inklusiver Prozess.
00:45:55: Es ging durch mich darum alle, die mittun wollen einzuladen an dem Prozess teilzunehmen und daraus haben sich zwei Handlungsstränge ergeben, die wir beide nach wie vor viel wichtig halten.
00:46:07: Das eine ist die Entwicklung einer potenziellen Bundesstiftung, das heißt ein Top-Down Ansatz der eine eigene Idee und eine eigene Aufgabenstellung hätte.
00:46:17: Und parallel ein bottom up Prozess einen zivilgesellschaftlich getragener Bundesverband als vereint.
00:46:24: Es sind immer gut Dinge zu haben, die man komplett selber beeinflussen kann weil man eben andere Dinge nun wieder nicht beeinflussend kann.
00:46:32: Der Bundesverband hat sich nach intensiven Diskussionen, wo es um Satzungsstatuten, Arbeitsaufträge, Grundstrukturen richtig lange und konstruktiv zur Sache ging.
00:46:44: Im Jahr twenty-fünfundzwanzig gegründet sehr genau darauf achten dass man eine schlagkräftige Handlungseinheit bildet.
00:46:53: deswegen bin ich sehr froh das drei Landschaftshegeverbände aus dem Bereich Energie Urgebiet Rheinland dort die erste Finanzierung übernommen haben, weil dort einfach auch die Kapazität innerhalb der professionellen Strukturen da ist.
00:47:08: zu sagen wir nehmen uns das jetzt gemeinsam vor.
00:47:11: Und parallel in dieser Gruppe des Vorstandes, der vergleichsweise groß ist trotzdem ganze Menge Stimmen aus Ostdeutschland mit dabei sind und diese Gruppe hat sich damit auseinandergesetzt was der Bundesverband tun kann und tun soll wo er seine Rolle findet über den lokalen und landesspezifischen Institutionen, die es teilweise gibt.
00:47:37: Ich habe mich früh ein Stück weit vorgetränkt und hat gesagt wenn es geht würde ich mich sehr gerne für diesen Vorstand mit zur Wahl stellen weil wir in Sachsen den Schritt der Gründung des Landesverbandes hatten und vielleicht damit auch eine gewisse Idee zeigen können wie es gehen kann.
00:47:57: Gleichzeitig wissen wir, dass wir noch lange nicht am Ende der Reise sind.
00:48:01: Wir müssen uns auch die Arbeitsfähigkeit erarbeiten in Sachsen aber es war eine Möglichkeit die Industriekultur Sachsen auf der Bundesebene sichtbar zu machen Die Arbeit, die wir leisten als eine Art von Weg vorzuschlagen, der für andere interessant sein kann und gleichzeitig eben zu lernen und aktiv mitzugestalten was heißt das Industrie-Kultur auf Bundesebenen zu setzen.
00:48:26: Und ein Ziel, das der Bundesverband verfolgt ist diese Top-Down-Idee einer Bundesstiftung wieder aufzuleben zu lassen.
00:48:36: Die Bundesstichtung hat das Ziel dass die Interessenvertretungen in den internationalen Gremien für die Industriekultur auf höhere Ebene angebunden wird und es auch um das Thema Bundesförderung richtigen Strategien gehen soll.
00:48:53: Es gibt eine sehr gute Entwurffassung, es gibt quasi eine klare Arbeit wie diese Stiftung aussehen soll.
00:49:01: Durch das frühzeitige Ausscheiden der Ampelkoalition sind wir da ein Stück weit zurückgestellt und es einfach ein zeitliches Problem ergeben hat mit dem Bundesverband was wir selbst in der Hand hatten.
00:49:15: als Akteure sind wir sehr gut gestartet.
00:49:18: Wir haben einen sehr arbeitsfähig handlungsfähigen Vorstand sehr kompetente Geschäftsführer gewinnen können und ich bemühe mich als Landesverband dort einerseits unsere eigenen Interessen zu platzieren, aber nicht nur Kopf durch die Wand sondern im Gegenteil.
00:49:36: Wie können wir da gemeinsam versuchen?
00:49:39: Die Prozesse, die sie in Ostdeutschland sehen, zu adressieren den überhaupt eine Stimme zu geben und gemeinsam um Lösungen zu ringen.
00:49:48: Konkret bedeutet das im Ehrenamt für mich zwei spannende Herausforderung Das Managing des Landesverbandes mit zu unterstützen und Stimmen im Bundesverband nicht einzubringen, aber das lässt sich wunderbar mit Synergieeffekten darstellen.
00:50:02: Und es ist vor allem ein großes Privileg weil man tolle Menschen kennenlernt, die mit ganz eigenen Biografien- und Fachkenntnissen einem auch wieder klarmachen dass man zwar wenn man einige Jahre in der Thematik arbeitet durchaus eine Menge weiß Aber vieles ich ihm auch noch nicht weiß.
00:50:18: und Ich bin wahnsinnig neugierig darauf was uns alles noch gelingt.
00:50:22: Es gibt ganz, ganz viele Dinge zu besprechen.
00:50:24: über welche Themen, Projekte und Narrative arbeiten wir.
00:50:28: Wie gehen wir mit Herausforderungen Schließung um?
00:50:31: Und nicht zuletzt wie gehen wir quasi auch mit populistischen Tendenzen?
00:50:35: oder wie gehen die gesellschaftlich schwierigen Diskussionen um?
00:50:39: zu all dienen können und sollten wir uns positionieren als Industriekultur?
00:50:44: Gerade das was Sie am Schluss gesagt haben finde ich jetzt sehr spannend dieses Industrie-Kultureitmittel gegen Populismus.
00:50:50: Können Sie das noch ein bisschen ausführen?
00:50:52: Die Industriekultur mit ihren Wurzeln in der Alltagskultur kommt eben relativ nah an die Diskussion ran.
00:51:01: Sie hat gleichzeitig den Schirm, dass man manches nicht glauben muss sondern rechnen kann, das man oft mit Technik auf vielen Menschen zu tun hat und wenn man mit ihnen über ihre Vereinsarbeit oder ihre privaten Belange ins Gespräch kommt, wenn sie zum Beispiel versuchen Museumsarbeit zu leisten dann kommt man auch sehr schnell in Diskussionen, die es einem erlauben, Dinge noch mal zu hinterfragen.
00:51:28: Also ist das wirklich mit der Energieversorgung?
00:51:33: In dem einen Weg, der jetzt diskutiert wird so gut.
00:51:36: oder wie funktioniert das wenn wir tatsächlich eine Grundlastfähigkeit mit herstellen?
00:51:41: Man hat bei der Industriekultur diese Wurzel-Alltagskultur.
00:51:45: Da erwischt man Menschen quasi unmittelbar bei ihrem täglichen, womit identifizieren sie sich vielleicht auch heute noch mit ihrer beruflichen Tätigkeit.
00:51:53: Und dann kommen wir auf diese.
00:51:54: Das müssen wir nicht glauben.
00:51:55: das rechnen wir mal eben und das finde ich hoch spannend weil da kann man dann wirklich mit Technikern darüber diskutieren.
00:52:02: Man muss doch nicht immer übereinstimmen.
00:52:04: man kann auch Mal mit technikern diskutieren die Vielleicht eine konträre Ansicht vertreten im Sinne von dass es strategisch ein Fehler gewesen ist auf die Kernenergie zu verzichten.
00:52:14: Aber man hat eine Ebene, wo man das nicht ganz zu Emotionsgetrieben bespricht.
00:52:19: Sondern eher so pragmatisch.
00:52:22: und vor allem finde ich wichtig dass diese Vereinsarbeit die wir jetzt versuchen teilweise aufzufahren oder eben Wege zur Ebenen Dass wir dort halt zeigen können Man kümmert sich um konkrete Herausforderungen.
00:52:36: Es besteht halt immer noch dieses Gefühl Unsere Jetzt spreche ich mal mit der Stimme der Vereine Unsere Themen, das interessiert hier keinen.
00:52:44: Es geht immer bloß um das Theater und es geht immer nur um die Kunstmuseen und auf uns hört keiner.
00:52:50: Und das ist eine sehr interessante Fragestellung, dass wir nicht davon ausgehen können, dass der Arbeitsbegriff Industriekultur in der Kulturarbeit in Deutschland etabliert ist – das isst er auch in Sachsen noch nicht – obwohl wir den Zweckverband seit vielen Jahren haben, obwohl wir dem Landesverband gegründet haben.
00:53:06: Wir ringen immer noch darum, dass Industrie-Kultur einen eigenen Stellenwert für Gesellschaft und für Transformationsprozesse, für gesellschaftliche Diskussion hat.
00:53:17: Und dem eine Stimme zu geben halte ich wirklich viel wichtig.
00:53:20: um Populismus mit vorzugeugen wir merken dass wir unter den Fachkollegen in der Kulturwelt durchaus uns da etablieren können weil wir miteinander in einem langen Arbeitsdialog sind.
00:53:33: Wir stehen da im Gespräch aber es ist interessant auszudrücken Was wir für Diskussion führen, wen wir erreichen und wo wir vielleicht auch andere Diskussionen strenger haben oder andere Argumentationsmuster.
00:53:48: Dass wir für die Kultur etwas beizutragen haben und dass tatsächlich eben auch die Fragestellung viel zu einfacher Lösungen, die ja auf der Treibstoff von propagistischen Debatten sind sich ziemlich gut identifizieren und auch entlarven lässt.
00:54:03: Und da müssen wir vielleicht wirklich lernen, auch für unseren Anspruch zu nehmen.
00:54:08: Wir haben dann wirklich was beizutragen und wir haben etwas zu bieten.
00:54:11: Das werden wir als Industriekultur tun.
00:54:14: Ich habe das Gefühl, dass wird auch aufgenommen in unseren anderen Gremien, dass man sich damit mal näher auseinandersetzt, ob man diese Facette betont.
00:54:23: Da gab es auch tolle Formate im vergangenen Jahr schon, wo wir mit den Kollegen aus Sachsen-Anhalt, auch Verropolis die Bundesstiftung politische Bildung gewinnen kommen, wo man sich halt wirklich mal damit auseinandergesetzt hat.
00:54:36: Was begegnet den Geiz?
00:54:38: Was begegnet den Ehrenamtlichen denn eigentlich so täglich an Diskussionen mit Besuchern und Besucheren?
00:54:44: wie können wir ihnen Rücken stärken?
00:54:46: Können wir vielleicht durch die Themen, die wir vertreten und die Orte, die Wir lebendig machen besonders gut Diskussion steuern oder mal Falschbehofftungen in jedem treten?
00:54:56: Da ist aus meiner Ansicht nach auf alle Fände noch ganz viel Möglichkeit drin und noch ganz viele Potenzial, dass es zu jedem gilt.
00:55:03: Als Abschlussfrage um das Ganze einfach doch mal konkret zu machen Wir nehmen jetzt auf Es ist Samstagmorgen Und am Montagmorgen ist denke ich mal Ihr nächster Arbeitstag.
00:55:14: Wenn Sie an den Schreibtisch gehen Was ist das Erste was sie tun werden im Sinne der Industriekultur?
00:55:19: Ich bin für die Industriekultur im Ehrenamt tätig, deswegen ist der Sonntagmorgen mein Arbeitsbeginn für dieses Thema.
00:55:27: Und da werde ich mir die E-Mails der vergangenen Woche vornehmen – die Organisationsfragen für Veranstaltungen und Projekte, die wir als Landesverband Industrie-Kultur machen möchten.
00:55:39: Ich glaube, da werde sich den Sonntageüber sehr gut zu tun haben.
00:55:41: Das ist eigentlich meinen Arbeitsrhythmus, dass ich tatsächlich einen Tag die Woche mehr reserviere für diese Fragestellung.
00:55:48: Wenn ich dann am Montag an meinen hauptberuflichen Schreibtisch zurückkehre, wo ich mich mit den Themen von Transformation und Industriekultur beschäftige.
00:55:56: Dann werde ich so ein bisschen in mich hinein lächeln weil ich tatsächlich dort gerade das Thema Nachnutzung von Leerstand, Transformationen vom Bausubstanz als ein Cluster mitbetreue Und das hat unmittelbare Verbindung zu der Thematik Industriekultur, weil gerade die große gebaute Infrastruktur oft Herausforderung für die Nachlutzung ist.
00:56:19: Oft kann ich für meine hauptberufliche Tätigkeit ganz viel Futter ziehen und ganz viele Synergieeffekte herstellen.
00:56:26: Für mich ist es einfach wirklich der Nachweis dass wir hier nicht über ein abgeschlossenes Feld sprechen, was mit dem heute wenig zu tun hat Und deswegen freue ich mich auf beides.
00:56:36: Auf meinen Ehrenamt, Sonntag und auf meine Arbeitswoche die mit dem Thema Leerstand Nachmutzung und Reaktivierung
00:56:42: anfängt.".
00:56:44: Das heißt also im Fazit sie sind so sehr von Industriekultur begeistert dass sie das einerseits beruflich und dann noch darüber hinaus machen.
00:56:50: das heißt das Thema ist für Sie quasi absolut permanent präsent?
00:56:54: Es ist tatsächlich ein Thema das nicht sehr stark begeisterd weil es nicht nur eine technische oder eine inhaltliche Facette hat sondern weil es stellvertretend fast synonym für moderne Gesellschaften steht und das Kammeln mit unseren Herausforderungen, dass wir immer haben.
00:57:12: Man muss nicht immer wenn man über etwas arbeitet, das hohe Wort der Industriekultur im Munde führen.
00:57:17: Im Gegenteil oft vermeide ich das, weil ich dann den Eindruck habe, denn wird uns das zu fachlich oder gleitet uns die sehr ab?
00:57:24: Sondern ich hab für mich schon immer so den Link da drin.
00:57:27: Das ist auch deswegen nötig, weil das Thema Ehrenamt und Hauptberuf glaube ich nur dann gut funktioniert.
00:57:33: Wenn man es nicht als getrennte Welten betrachtet und da auch nicht Schranken hochzieht sondern einfach überlegt wie kann man mit dem was man lernt?
00:57:40: Was man vielleicht wissen anbieten kann Auch in der jeweiligen Situation des Gegenüber oder den Partner am besten unterstützen?
00:57:48: Da ich hauptberuflich viel Fördermittel Beratung mache viel Projektentwicklung mache sehr ich von den fachlichen Informationen, aber auch von den Lernerfahrungen die ich in Erneamt machen durfte bisher.
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